Nach dem Stillen übergibt sich mein Baby: Muss ich mir Sorgen machen?

Wenn sich ein Baby nach dem Stillen übergibt, ist das ganz normal. Wenn dies allerdings ständig geschieht, solltest du aufmerksam bleiben und im Zweifelsfall deinen Kinderarzt/deine Kinderärztin aufsuchen.
Nach dem Stillen übergibt sich mein Baby: Muss ich mir Sorgen machen?

Letzte Aktualisierung: 07. Dezember 2021

Wenn sich dein Baby hin und wieder nach dem Stillen übergibt, ist das vollkommen normal. Diese Reaktion auf Muttermilch oder Babynahrung ist ein wiederkehrendes Problem, besonders in den ersten 6 Monaten. Dennoch kann es auch ein Zeichen für eine Erkrankung des Verdauungstrakts sein, wenn diese Reaktion ständig auftritt.

Normalerweise musst du dir keine Sorgen machen – aber das bedeutet nicht, dass du nicht aufmerksam beobachten sollst. Tatsächlich sind fast alle bekannten Fälle dieses Symptoms sporadisch und können vom Kinderarzt behandelt werden.

Als Elternteil liegt es natürlich in deiner Verantwortung, die Gründe hinter dem Erbrechen deines Babys zu finden. Wenn du sie kennst, kannst du die richtigen Maßnahmen ergreifen.

In unserem heutigen Artikel gehen wir verschiedenen Ursachen auf den Grund, warum sich Babys nach dem Stillen übergeben können.

Manchmal liegt das Problem darin, wie du dein Baby stillst

Zunächst einmal übergeben sich die meisten Neugeborenen, weil ihr Verdauungssystem noch unterentwickelt ist. Eine falsche Positionierung oder falsche Ernährung kann dann dazu führen, dass sich dein Kind übergeben muss. In diesen Fällen musst du die Art und Weise ändern, wie du dein Kind fütterst.

Wenn du dein Baby während oder nach dem Stillen in der falschen Position hältst, kann dies einen Reflux hervorrufen. Gleichzeitig kann auch das kleinste bisschen Luft, was beim Stillen mit verschluckt wird, zum Erbrechen führen.

Daher solltest du deinem Baby nach dem Stillen sanft auf den Rücken klopfen, damit es ein Bäuerchen machen kann. Darüber hinaus können auch die aufgenommene Menge an Muttermilch oder Babynahrung und ihre Zusammensetzung ein Erbrechen nach dem Stillen verursachen.

Daher solltest du auf bestimmte Dinge achten, wie die Flaschengröße, die Viskosität der Babynahrung und die Menge, die dein Baby isst. Außerdem solltest du die für die Größe und das Alter deines Babys jeweils empfohlene Menge nicht überschreiten.

nach dem Stillen-Baby mit Flasche

Wenn sich dein Baby nach dem Stillen übergibt: Allergien und Verstopfungen der Nase könnten ebenfalls eine Ursache sein

Genauso wie diese Faktoren das Atmen erschweren, können sie auch Gründe dafür sein, dass dein Baby sich nach dem Stillen übergibt. Ein Kind mit verstopfter Nase würgt, um seine Atmung zu verbessern.

Bei Babys, die an einer Nebenhöhlenentzündung leiden, tritt dies oft auf.  Darüber hinaus können auch Allergien und Laktoseintoleranz ein Auslöser sein. Wenn dies der Fall ist, solltest du die Babynahrung wechseln. 

Wenn all diese Gründe ausgeschlossen werden können und sich dein Kind immer noch ständig nach dem Stillen übergibt, leidet es eventuell an einer ernsthafteren Erkrankung

Vor allem, wenn diese Reaktionen auch nach 10 bis 14 Monaten noch regelmäßig auftreten.

“Die überwiegende Mehrheit der Säuglinge leidet nicht mehr unter Regurgitation, sobald sie zwölf Monate alt sind.”

Es ist wichtig, gatroösophagealen Reflux auszuschließen

Beim gastroösophagealen Reflux, kurz GÖR, fließt der Mageninhalt zurück in die Speiseröhre. Auslöser ist ein Muskel, der normalerweise die Nahrung in den Magen passieren lässt. Wenn dieser jedoch nicht richtig arbeitet, kommt das Essen wieder hoch.

Diese Erkrankung tritt meist gleichzeitig mit anderen Symptomen auf. Wenn dein Kleines seinen Rücken nach dem Füttern krümmt, kann GÖR der Auslöser dafür sein.

Darüber hinaus weisen auch ständige Koliken, Husten und Gewichtsverlust auf GÖR hin. Eine grundsätzliche Lösung liegt in der Art und Weise, wie du dein Kind fütterst.

Zur Diagnose kommen zudem verschiedene Tests zur Anwendung. Die Behandlung besteht darin, den Säuregehalt in der Speiseröhre des Babys zu senken.

nach dem Stillen-Baby übergibt sich

Wenn sich dein Baby nach dem Stillen übergibt, könnte eine Pylorusstenose vorliegen

Eine weitere Ursache könnte eine Pylorusstenose oder Pförtnerverengerung sein. Sie sollte nicht mit der gastroösophagealen Refluxkrankheit verwechselt werden. In diesem Fall liegt das Problem in der Öffnung der Speiseröhre. Das führt dazu, dass sich dein Baby nach dem Stillen übergibt.

Eines der charakteristischen Symptome für diese Verengung ist unterbrochenes Erbrechen. Außerdem ist das Erbrochene sehr sauer. Nur in den ernsthaftesten Fällen greifen Ärzte auf eine Operation zurück, um diesen Defekt zu beheben.

Die gute Nachricht ist, dass es für die oben genannten Erkrankungen eine Lösung gibt. Dennoch ist es nicht ganz einfach, wiederholtes Erbrechen eindeutig einer Erkrankung zuzuordnen. 

Das trifft insbesondere bei Neugeborenen unter 6 Monaten zu. Das bedeutet, dass du zunächst einmal beobachten musst. Wenn sich dein Baby zu oft erbricht, musst du deinen Kinderarzt/deine Kinderärztin aufsuchen.

Nur der Kinderarzt/die Kinderärztin kann feststellen, ob es sich um eine ernsthafte Erkrankung handelt und dann die richtige Behandlung einleiten. Aber schon die Art und Weise, wie du dein Baby fütterst, kann einen großen Unterschied ausmachen.

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
Wenn Babys zahnen: Wie lassen sich die Schmerzen lindern?
Ich bin Mutter
Lies auch diesen Artikel bei Ich bin Mutter
Wenn Babys zahnen: Wie lassen sich die Schmerzen lindern?

Für viele Babys bedeuten Zähne Schmerzen, Beschwerden und Unwohlsein. Wie kann man die Schmerzen lindern, wenn Babys zahnen?