Hyperemesis Gravidarum: Was schwangere Frauen darüber wissen sollten

Bei Hyperemesis Gravidarum handelt es sich um eine Form des Erbrechens während der Schwangerschaft, die gravierender ist als die bekannte Morgenübelkeit.
Hyperemesis Gravidarum: Was schwangere Frauen darüber wissen sollten

Letzte Aktualisierung: 23. Oktober 2018

Hyperemesis Gravidarum ist der medizinische Name für ein unstillbares, das heißt anhaltendes und übermäßiges Schwangerschaftserbrechen. Damit wird eine Komplikation beschrieben, die bei Schwangeren auftritt und zu einer Reihe von unangenehmen Symptomen führen kann.

Es gibt einige Beschwerden, die Ärzte als normale Nebenwirkungen einer Schwangerschaft betrachten. Bei dieser handelt es sich jedoch um eines der schwersten Leiden.

Im Allgemeinen ist die Behandlung von Hyperemesis Gravidarum recht einfach. In vielen Fällen wird den Betroffenen Bettruhe verordnet, zusammen mit einer Diät, die aus trockenem und weichen Essen besteht.

Sollte sich das Befinden jedoch verschlechtern, kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden.

Daher empfehlen Fachärzte, dass schwangere Frauen, die unter den Symptomen dieser Krankheit leiden, ärztlichen Rat aufsuchen sollten – auch wenn die Ursachen scheinbar bekannt sind.

Die wichtigsten Symptome, die dieses Leiden charakterisieren, sind Übelkeit, Schwindel, Gewichtsverlust und ein Ungleichgewicht der Elektrolyte im Körper.

Nicht bei allen Frauen, die unter Hyperemesis Gravidarum leiden, werden alle diese Beschwerden auftreten. Mindestens eines dieser Symptome wird jedoch erkennbar sein.

Wie wirkt sich Hyperemesis Gravidarum aus?

Studien haben gezeigt, dass zwischen 70% und 80% der schwangeren Frauen in den ersten Schwangerschaftswochen unter mindestens einem dieser Symptome leiden. Am Morgen können die Beschwerden besonders stark sein.

Die bekannten Symptome treten demnach sehr häufig auf. Trotzdem behandeln Krankenhäuser jedes Jahre eine große Anzahl dringender Fälle.

Hyperemesis Gravidarum

Hyperemesis Gravidarum kann zu einem ernsten Problem für schwangere Frauen werden. Vor allem Frauen mit starken Beschwerden sollten sie dringend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

In manchen Fällen kann eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr notwendig sein. Auf jeden Fall sollten schwangere Frauen immer mit einem Arzt reden, bevor sie irgendwelche Medikamente einnehmen.

Starke Übelkeit weist auf einen Anstieg des Hormonspiegels hin. Jüngste Studien zeigen, dass Erbrechen während der Schwangerschaft dazu dienen kann, den Fötus vor potenziell schädlichen Nahrungsmitteln zu schützen.

Übelkeit tritt in der Regel nach etwa vier bis sechs Schwangerschaftswochen auf. Im Allgemeinen legt sie sich bis zur 13. Schwangerschaftswoche wieder.

Bei den meisten Frauen ist es normal, dass sich Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen zu Beginn des zweiten Trimesters legen.

Jedoch müssen etwa 20% der schwangeren Frauen wegen Hyperemesis Gravidarum medizinisch behandelt werden. 

Obwohl es keine Heilung für diese Komplikation gibt, können bestimmte Veränderungen des Lebensstils dabei helfen, die Symptome zu lindern.

Woran man Hyperemesis Gravidarum erkennen kann

Hyperemesis Gravidarum

Hyperemesis Gravidarum unterscheidet sich von einem typischen Anfall morgendlicher Übelkeit. Die folgenden Beschwerden können dabei helfen, die beiden Formen von Übelkeit zu unterscheiden:

  • Die Übelkeit wird stets von heftigem Erbrechen begleitet, anders als in anderen Fällen von Morgenübelkeit, bei denen das unangenehme Gefühl von selbst verschwinden kann.
  • Wenn Hyperemesis Gravidarum der Grund für die Übelkeit ist, verschwindet sie nicht immer nach der 12. Schwangerschaftswoche.
  • Die Symptome können zu extremer Austrocknung führen.
  • Im Gegensatz zur normalen morgendlichen Übelkeit führt Hyperemesis Gravidarum zu einer Unfähigkeit, Nahrung im Magen zu behalten. Dies passiert bei Fällen der Morgenübelkeit nur selten.
  • Frauen, die an Hyperemesis Gravidarum leiden, können eine Abneigung gegen bestimmte Arten von Nahrungsmitteln entwickeln.
  • Ohnmacht.
  • Erhöhter Puls.
  • Gewichtsverlust von mindestens 5% des Körpergewichts.
  • Seltenes Urinieren.
  • Episoden von Angst, Depression, extremer Müdigkeit und Verwirrung.
  • Niedriger Blutdruck.
  • In einigen Fällen kann Gelbsucht auftreten.

Behandlung von Hyperemesis Gravidarum

Werdende Mütter, die an Hyperemesis Gravidarum leiden, müssen oft stationär im Krankenhaus bleiben. Das Behandlungsprotokoll für diese Krankheit umfasst Folgendes:

  • Eine intravenöse Verabreichung von Flüssigkeiten. Dazu gehören Vitamine, Nährstoffe und Elektrolyte, die der Körper benötigt.
  • Der Patient könnte über eine (durch die Nase gelegte) Nasen-Magen-Sonde oder durch eine perkutane endoskopische Gastrostomie (die durch den Bauch in den Magen führt) ernährt werden.
  • Die Ärzte könnten Antazida oder Antihistaminika verschreiben.

Andere weniger orthodoxe Behandlungsmethoden können Akupressur, Hypnose und pflanzliche Heilmittel umfassen.

Es ist wichtig, dass du deinen Arzt konsultierst, bevor du eines dieser alternativen Mittel ausprobierst. Vor allem raten Fachärzte allen zukünftigen Müttern, sich nie selbst zu behandeln und sich in medizinische Beratung zu begeben.