Peridural- oder Spinalanästhesie, was ist der Unterschied?

· 11. März 2019
Die Periduralanästhesie wird bekannterweise verwendet, um Schmerzen bei der Geburt zu verhindern. Die Peridural- oder Spinalanästhesie wird jedoch auch bei Operationen im Bereich des Bauches, des Beckens, der Beine oder der Füße verwendet.

Es gibt große Unterschiede in den verschiedenen Arten der Regionalanästhesie (Teilnarkose).  Aber es gibt diesbezüglich auch viel Verwirrung. Bei der Peridural- oder Spinalanästhesie verabreicht ein Anästhesist (Narkosearzt) Medikamente.

Der Arzt ist dafür verantwortlich, sie durch Injektion in die Wirbelsäule oder um die Wirbelsäule herum zu verabreichen. Hierbei wird die Schmerzempfindung durch eine vorübergehende Blockade der Nerven unterbrochen.

Die Periduralanästhesie wird bekannterweise verwendet, um Schmerzen bei der Geburt zu verhindern. Darüber hinaus wird die Peridural- oder Spinalanästhesie auch bei Operationen im Bereich des Bauches, des Beckens, der Beine oder der Füße verwendet.

Bei der Anwendung dieser Narkosemittel ist die Patientin im Wachzustand. Die Methoden bezeichnet man auch als PDA und Lumbalanästhesie.

Das Rückenmark befindet sich im Kanal der Wirbelsäule und ist von mehreren Schichten bedeckt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig zu wissen, dass die Narkosemittel an zwei spezifischen Stellen verwendet werden.

Die eine befindet sich in der Dura mater (die harte Rückenmarkshaut), wo es Rückenmarksflüssigkeit gibt. Die andere Stelle befindet sich außerhalb der Rückenmarkshaut.

Verabreichung der Peridural- oder Spinalanästhesie während der Operation.

Peridural- oder Spinalanästhesie: Unterschiede

  • Einstichstelle: Der Arzt führt die PDA außerhalb der Rückenmarkshaut ein (in die dicksten Schicht, die das Rückenmark bedeckt). Im Gegensatz dazu, verabreicht man der Patientin die Spinalanästhesie im Wirbelsäulenraum. Wie der Name schon sagt, innerhalb der Rückenmarkshaut.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die PDA in die bereits trockene Schicht eingelegt wird. Die Spinalanästhesie wird ihrerseits an einem feuchten Ort platziert.

Bevor die Nadel richtig platziert werden kann, wartet man kurz, bis etwas Flüssigkeit austritt. Damit kann sichergestellt werden, dass die Nadel bereits in die Rückenmarkshaut eingedrungen ist.

  • Zeit: Die PDA ist bedeutend langsamer  Es dauert etwa 20 Minuten, bis sie wirksam wird. Die Wirkung ist jedoch langfristig.  Deshalb verwendet man diese Form meistens bei normalen Geburten. Im Gegensatz dazu, wirkt die Spinalanästhesie sehr schnell. Es dauert nur Sekunden, bis die Wirkung eintritt. Die Dauer ist jedoch begrenzt und aus diesem Grund verwendet man diese Anästhesie meist für den Kaiserschnitt.
  • Die Menge: Wie bereits erwähnt, ist die Rückenmarkshautschicht sehr dick und widerstandsfähig. Dies bedeutet, dass man bei der PDA eine größere Mengen des Narkosemittels benötigt, um ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen. Die Menge bei der Spinalanästhesie ist geringer, weil der Arzt sie direkt in die Rückenmarkshaut injiziert und sie das Rückenmark umfließt.
  • Die Dicke des Trokars (chirurgisches Instrument): Um eine PDA durchzuführen, ist ein dickes Instrument erforderlich; oft platziert der Arzt einen Katheter. Um länger anhaltende Schmerzen zu behandeln, verabreicht der Arzt das Medikament in wiederholter Dosis. Aus diesem Grund verwendet man die PDA häufig bei Geburten.

Im Gegensatz dazu, verwendet man bei der Spinalanästhesie ein kleineres Instrument. Der Narkosearzt injiziert das Medikament direkt in die Flüssigkeit des Rückenmarks.

Es wird normalerweise nur einmal injiziert. Deswegen benötigt man keinen Katheter. Der Arzt überprüft jedoch während des Verfahrens den Sauerstoffgehalt im Blut, den Puls und den Blutdruck.

Ärztin verabreicht Peridural- oder Spinalanästhesie und Patientin legt Kopf auf Brust von anderer Ärztin.

Die Peridural- und Spinalanästhesie erfordern Nachsorge

Nach einer Entbindung oder Operation mit PDA soll die Patientin das Bett nicht verlassen. Zunächst muss sichergestellt werden, dass die Frau wieder sicher gehen kann.

Bei einer Spinalanästhesie sollte die Patientin mehrere Stunden im Bett liegen bleiben, um Kopfschmerzen zu vermeiden. Es ist außerdem bekannt, dass beide Anästhetika Übelkeit, Schwindel oder Müdigkeit verursachen können.

Obwohl beiden Methoden sehr sicher sind, kann die PDA oder die Spinalanästhesie folgende Komplikationen hervorrufen

  • Hernien im Bereich der platzierten Nadel
  • Allergie gegen die Anästhesie
  • Präeklampsie, hoher Blutdruck
  • Starke Kopfschmerzen
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Schäden am Lungensystem
  • Blutdruckabfall

Letztendlich trägt die Beseitigung von Zweifeln und Fragen dazu bei, dass Geburt oder Operation, ohne Risiko durchgeführt werden können. Es ist ratsam, alle notwendigen Fragen an den Facharzt zu richten, der die entsprechende Behandlung durchführt.