Verdauungsstörungen bei Kindern: Wissenswertes

Zöliakie, Laktoseintoleranz und Gastroenteritis sind einige der wichtigsten Erkrankungen des Verdauungssystems. Kennst du sie? In unserem heutigen Artikel erfährst du mehr über diese Krankheiten!
Verdauungsstörungen bei Kindern: Wissenswertes

Letzte Aktualisierung: 05. September 2021

So sehr wir uns wünschen, dass unsere Kinder stets gesund bleiben, ist dies leider nicht immer der Fall. Es gibt viele Verdauungsstörungen bei Kindern und in den allermeisten Fällen ist die Symptomatik mehr oder weniger gleich.

Aus diesem Grund kann die Diagnose in einigen Fällen schwierig sein. Daher ist ein frühzeitiger Gang zum Facharzt der beste Weg, um unangenehme Situationen in Zukunft zu vermeiden. Und deshalb möchten wir dir in unserem heutigen Artikel einige der häufigsten Verdauungsstörungen bei Kindern erläutern. Lies einfach weiter und erfahre mehr über dieses wichtige Thema!

Treten Verdauungsstörungen bei Kindern häufig auf?

Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern sind Verdauungsstörungen recht häufig. Denke nur an die Anzahl der Organe, über die wir sprechen: Mund, Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Mastdarm, Anus usw. Und die dazugehörigen Drüsen sind noch gar nicht mitgezählt! Dazu gehören zum Beispiel die Leber und die Bauchspeicheldrüse.

Daher ist es logisch, dass jede Veränderung in diesen Organen eine Verdauungsstörung darstellt. Der Arzt, der für die Diagnose und Behandlung dieser Krankheiten zuständig ist, ist ein Gastroenterologe oder Magen-Darm-Arzt, und in Fällen, in denen eine chirurgische Lösung erforderlich ist, sind es Allgemeinchirurgen, die dafür ausgebildet sind, diese Operation durchzuführen.

Mädchen mit Gastroenteritis, einer der häufigsten Erkrankungen des Verdauungstraktes.

All diese Erkrankungen haben verschiedene Symptome, einschließlich Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht). Allein in Spanien erkranken jedes Jahr schätzungsweise 400.000 Kinder an Durchfall.

Einige der Verdauungsstörungen bei Kindern

Bei den meisten der im Folgenden genannten Erkrankungen handelt es sich um medizinische Krankheiten, nur bei einer – der Blinddarmentzündung – gibt es eine chirurgische Lösung. Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren!

1. Gastroenteritis, eine der häufigsten Verdauungsstörungen bei Kindern

Wie der Name schon sagt, liegt bei dieser Krankheit eine Entzündung des Magens und eines Teils des Dünndarms vor. Normalerweise tritt sie aufgrund von Virusinfektionen oder Lebensmittelvergiftungen auf. Die klinischen Symptome sind in der Regel Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen.

Glücklicherweise handelt es sich im Allgemeinen um eine selbstlimitierende Erkrankung. Das bedeutet, dass sie sich im Regelfall innerhalb weniger Tage von selbst bessert. Eine Behandlung ist aber dennoch erforderlich: Um Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, für eine konstante Flüssigkeits- und Nährstoffzufuhr zu sorgen.

2. Blinddarmentzündung

Die Blinddarmentzündung ist eine der häufigsten Krankheiten auf dieser Liste! Es ist die chirurgische Erkrankung des Verdauungssystems schlechthin. Hierbei handelt es sich um eine fortschreitende Entzündung des Blinddarms. Er befindet sich im Zökum (dem letzten Teil des Dünndarms), ganz in der Nähe des Beginns des aufsteigenden Dickdarms.

Die Symptome, die Kinder mit Blinddarmentzündung haben können – ebenso wie Erwachsene – sind Bauchschmerzen im unteren rechten Teil des Abdomens (bekannt als rechte Fossa iliaca), Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit.

Die Lösung besteht in einem schnellen chirurgischen Eingriff. Je länger es dauert, den Blinddarm zu entfernen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen. Zum Beispiel kann es zu einer Perforation des Gewebes und zur Entwicklung einer Bauchfellentzündung kommen.

3. Zöliakie

Die Zöliakie ist es eine chronische Autoimmunerkrankung, die durch eine Glutenunverträglichkeit gekennzeichnet ist. Dieses Protein kommt in weit verbreiteten Lebensmitteln wie Weizen, Gerste und Roggen vor und kann selbst in geringen Mengen schwere Entzündungsreaktionen im Verdauungstrakt auslösen.

Wenn die Erkrankung nicht frühzeitig diagnostiziert wird, kann die Verschlechterung der obersten Darmschicht im Laufe der Zeit zum Auftreten des Malabsorptionssyndroms führen.

Dies verursacht unspezifische gastrointestinale Störungen wie Schmerzen und Durchfall, vor allem aber ist die angemessene Nährstoffaufnahme beeinträchtigt. Bei Kindern wird dadurch das Wachstum stark behindert.

4. Verdauungsstörungen bei Kindern: Laktoseintoleranz

Laut einer Veröffentlichung der spanischen Verdauungsstiftung FEAD sind schätzungsweise 20 bis 40 % der Kinder in Spanien davon betroffen, in Deutschland sind es rund 25 % der Kinder. Daher ist diese Erkrankung von großer Bedeutung. Sie ist auf eine geringe Produktion von Enzymen zur Verarbeitung von Laktose zurückzuführen.

Dieser Nährstoff ist ein Kohlenhydrat, das in Lebensmitteln wie Milchprodukten, einschließlich Milch, reichlich vorhanden ist. Wenn die Laktose nicht richtig verarbeitet wird, kann sie eine Vielzahl von Symptomen wie Bauchschmerzen und Blähungen sowie Durchfall verursachen.

Kind mit Durchfall aufgrund von Laktoseintoleranz.

Sind diese Erkrankungen behandelbar?

Ja, zum Glück gibt es für die oben genannten Krankheiten eine Behandlung. Teilweise geht es nur darum, die Entwicklung von Komplikationen zu verhindern, wie die Flüssigkeitszufuhr bei viraler Gastroenteritis. Andere dienen der vollständigen Heilung, wie bei der Blinddarmoperation.

Bei spezifischen Unverträglichkeiten wie Zöliakie und Laktoseintoleranz besteht die einzige Lösung darin, dass du die Ernährung deines Kindes schrittweise umstellst, um potenziell schädliche Lebensmittel auszuschließen. Leider gibt es immer noch keine Heilung für diese Krankheiten.

Das Spektrum der Verdauungsstörungen bei Kindern ist sehr vielfältig!

Wir haben dir heute eine kleine Auswahl von Verdauungsstörungen bei Kindern vorgestellt, aber es gibt noch viele, viele mehr. Darmverschluss, Bauchspeicheldrüsenentzündung und Morbus Hirschsprung sind nur einige von ihnen.

In einigen Fällen können sie im Rahmen einer Routineuntersuchung beim Kinderarzt diagnostiziert werden. Wenn dein Kind eines der oben genannten Symptome zeigt, solltest du jedoch so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. In besonderen Fällen empfiehlt es sich, einen Kindergastroenterologen oder einen Kinderchirurgen zu konsultieren.

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