Sozialisation in der Kindheit: Merkmale und Entwicklung

06 Januar, 2020
Sozialisation in der Kindheit ist der Prozess, bei dem Kinder ihre eigene Identität entwickeln und ein Teil der Gesellschaft werden. Erfahre in diesem Artikel, wie du deine Kinder dabei unterstützen kannst.

Die Sozialisation in der Kindheit ist ein sehr wichtiger Prozess in der Entwicklung jedes Menschen. Deine Freunde und dein Umfeld formen und prägen deine Identität und dein Verhalten. Daher möchten wir dir heute mehr über diesen Prozess erzählen.

Was ist die Sozialisation in der Kindheit?

Sozialisation bezieht sich darauf, wie du soziokulturelle Elemente deiner Umgebung integrierst und wie du dich an die Gesellschaft anpasst. Durch die Sozialisation erlernst du, was in unserer Gesellschaft als richtig und falsch angesehen wird.

Dieser Lernprozess beginnt mit den ersten Momenten deines Lebens und hört nie auf. Dennoch ist die früheste Kindheit eine sehr entscheidende Phase im Sozialisationsprozess, denn in dieser Lebensphase bist du besonders lernfähig und aufnahmebereit.

Tatsächlich ist uns die Fähigkeit zum Lernen angeboren und auch unser Bedürfnis nach sozialen Reizen haben wir bereits bei unserer Geburt. Kinder haben schon sehr früh das Bedürfnis, Bindungen und Freundschaften aufzubauen. Diese werden in den ersten Lebensjahren eine wichtige Rolle spielen.

Der Einfluss der Umwelt auf die Sozialisation

Wir wurden alle mit einem großen Potenzial geboren, das uns das Schließen von Freundschaften ermöglicht. Dennoch haben wir gleichermaßen auch ein Potenzial für Aggression und Gewalt. Es ist unsere Umwelt, die letztendlich bestimmt, welche dieser beiden Seiten gewinnt. Dieser Prozess kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen.

Sozialisation - Mütter mit Kindern

Lernen durch Beobachtung

Kinder lernen hauptsächlich durch die Beobachtung anderer Menschen. Sie beobachten das Verhalten und die Auswirkungen, die dieses Verhalten auf andere Menschen hat.

  • Die Familie spielt eine ganz entscheidende Rolle, denn die Familienmitglieder sind die ersten Bezugspersonen des Kindes. Dabei fungieren sie bewusst oder unbewusst als Vorbilder und vermitteln den Kindern permanent bestimmte Werte.
  • Die Schule ist eine weitere sehr wichtige Sozialisationseinheit. Der Lehrstil, die Art und Weise, wie Lehrer die Kinder behandeln und ihre Einstellungen beeinflussen das Verhalten der Kinder.
  • Außerdem werden auch die Medien immer wichtiger in diesem Prozess, da sie soziale Informationen vermitteln. Durch visuelle Darstellung und einfache Sprache liefern das Fernsehen und andere digitale Medien den Kindern fortlaufend Beispiele für gutes und schlechtes Verhalten. Daher ist es sehr wichtig, dass du darauf achtest, welche Sendungen deine Kinder im Fernsehen ansehen. Achte darauf, dass sie nur altersgerechte Filme schauen, die ihnen die Werte vermitteln, die du ihnen auch vermitteln möchtest.

Darüber hinaus können Kinder auch beim Spielen erlernen, Freundschaften zu schließen. Während des Spielens lernen die Kinder, mit ihren Altersgenossen zurechtzukommen und gemeinsam als Team zu funktionieren.

Geschichten

Geschichten, Märchen und Bücher sind ebenfalls sehr wichtig für die Sozialisation in der Kindheit. Kinder lieben diese Aktivitäten. Wenn du deinen Kindern Geschichten vorliest, dann hat das einen sehr großen Einfluss darauf, wie sie den Umgang mit anderen erlernen.

Durch diese Geschichten wird die Fantasie der Kinder angeregt. Darüber hinaus lernen sie, wie die Welt funktioniert und wie sie sich verhalten sollten. Und außerdem haben sie weniger Angst, weil sie sich mit den Charakteren der Geschichten identifizieren können.

Bilder und Geschichten können deinen Kinder viel mehr beibringen als theoretische Erklärungen. Daher solltest du darauf achten, dass das, was du ihnen beibringst und das, was du ihnen zeigst, übereinstimmt. Andernfalls könntest du sie verwirren.

Sozialisation - eine Gruppe von Kindern hält sich an den Händen

Was kannst du zur Sozialisation deines Kindes beitragen?

Obwohl die Sozialisation für jeden Menschen ein natürlicher Prozess ist, kannst du dennoch einiges tun, um deine Kinder dabei zu unterstützen.

Wenn Kinder Freundschaften schließen, dann fühlen sie sich durch diese sozialen Kontakte insgesamt wohler. Daher ist es sehr wichtig, dass du deine Kinder nicht zu sehr behütest.

Wenn du sie zu sehr behütest, dann nimmst du ihnen damit die Möglichkeit, ihre eigenen Fähigkeiten und ihre Persönlichkeit zu entdecken. Letztendlich verwehrst du ihnen damit, aus ihren eigenen Fehlern zu lernen.

In sozialen Beziehungen erlernen deine Kinder, ihr eigenes Verhalten aufgrund der Konsequenzen ihrer Handlungen zu verändern.

Daher sollten Eltern ihre Kinder motivieren und dazu ermutigen, Freundschaften zu schließen. Außerdem ist es wichtig, dass Kinder die Möglichkeit erhalten, ihre Probleme selber zu lösen. So werden sie dann auch ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln.