Wie können wir die emotionale Intelligenz von Jugendlichen verbessern?

17. Januar 2020
Die emotionale Intelligenz von Jugendlichen ist ein Faktor, den wir für ihre Bildung und Entwicklung berücksichtigen sollten.

Es ist bereits seit langem anerkannt, wie wichtig, die emotionale Intelligenz von Jugendlichen ist. Bereits seit 1920 haben einige Autoren auf die Existenz eines umfassenderen Begriffs von Intelligenz hingewiesen. Eine Intelligenz, die die Fähigkeit beinhaltet, die eigenen Gefühle und die anderer zu verstehen und auf diese zu reagieren.

Im Jahre 1995, nach der Veröffentlichung von Daniel Golemans Buch EQ. Emotionale Intelligenz, wurde der Begriff populär. Seitdem hat er innerhalb der kollektiven Vorstellungskraft an Stärke zugenommen.

Das emotionale Gehirn und das rationale Gehirn

Wenn wir uns ein biologisches Substrat des menschlichen Gehirns ansehen, können wir die emotionale Intelligenz besser verstehen. Wir können beobachten, dass sich das emotionale Gehirn Millionen von Jahren vor dem Neokortex oder dem rationalen Gehirn entwickelt hat – das sich aus dem emotionalen Gehirn gebildet hat.

Dies zeigt, dass wir, trotz der Tatsache, dass unsere primären emotionalen Impulse uns leiten, in der Lage sind, Situationen tiefer und präziser zu verarbeiten.

Wir können verfeinerte und rationale Antworten erarbeiten und abgeben. Es ist genau diese Fähigkeit, die den zentralen Kern der emotionalen Intelligenz ausmacht.

Während emotionale „Ausbrüche“ bei Säuglingen und Kleinkindern gesellschaftlich akzeptabel sind, steigen die Erwartungen an unsere Selbstbeherrschung mit zunehmendem Alter. Mit anderen Worten, der Umgang mit unseren inneren Zuständen ist eine Fähigkeit, die durch das Lernen und Training beeinflussbar ist.

Die emotionale Intelligenz von Jugendlichen

Die Pubertät ist eine kritische Phase in unserem Leben, die enorme Herausforderungen für unsere persönliche Entwicklung mit sich bringt. In dieser Zeit beginnen wir, unsere Unabhängigkeit zu fordern und aufzubauen. Gleichzeitig nimmt unsere Peergroup den Platz unserer Eltern als Bezugspunkt ein.

Hinzu kommt der emotionale Wirbel, den wir auf subjektiver Ebene erleben. Wir erleben eine Achterbahnfahrt mit intensiven und ungewohnten Emotionen, mit denen wir oft nicht umgehen können. Dies kann es den Jugendlichen schwerer machen, diese lebenswichtige Phase zu durchlaufen.

Die Pubertät ist eine kritische Phase in unserem Leben, die enorme Herausforderungen für unsere persönliche Entwicklung mit sich bringt.

Wie können Jugendliche die emotionale Intelligenz entwickeln?

Wenn wir unseren Teenagern dabei helfen möchten, diese wertvolle Fähigkeit zu entwickeln, sollten wir uns auf vier Schlüsselpunkte konzentrieren:

Selbsterkenntnis: Verstehen, was ich fühle

Der Ausgangspunkt für ein gesundes emotionales Management ist das Erkennen und Benennen der Emotionen, die wir erleben. Ein reichhaltiges und vielfältiges emotionales Vokabular macht es uns möglich, die Nuancen des konkreten Gefühls, mit dem wir konfrontiert sind, besser zu verstehen.

Es gibt eine Vielzahl an Ressourcen, um die Aufgabe der emotionalen Intelligenz bei Jugendlichen zu erfüllen. Zum Beispiel können wir ihnen ein Gefühlstagebuch vorschlagen oder ähnliche Werkzeuge verwenden, die den Teenagern dabei helfen, ihre innere Welt zu organisieren und in Worte zu fassen.

Die emotionale Intelligenz von Jugendlichen durch Empathie entwickeln: Verstehen, was andere fühlen

Empathie ist ein unverzichtbarer Aspekt für die Entwicklung des Einzelnen. Es ist die Fähigkeit, sich in die Lage eines anderen zu versetzen und dessen Gefühle oder Motive zu verstehen. Während dieses Schrittes ist es wichtig, sich an Heiders Attributionstheorie zu erinnern.

Wenn wir nach dieser Theorie die Handlungen anderer beurteilen, neigen wir dazu zu glauben, dass sie durch ihre Persönlichkeit verursacht werden. Mit anderen Worten, wir berücksichtigen dabei den Kontext nicht.

Deshalb machen wir Aussagen wie „Ich habe dich angeschrien, weil ich wütend war“, wenn wir über uns selbst sprechen. Wenn wir jedoch über andere reden, gehen wir von folgenden Annahmen aus: „Er hat mich angeschrien, weil er ein schlechter Mensch ist.“

Wir sollten die Jugendlichen daher ermutigen, eine tiefere Analyse vorzunehmen und über die Motive anderer nachzudenken.

Selbstkontrolle: Entscheiden, wie ich mit meinen Emotionen umgehen soll

Es ist hier wichtig, das Wort entscheiden zu betonen. Denn es geht nicht darum, Emotionen zu unterdrücken. Stattdessen sollten wir fähig sein, zu handeln, anstatt zu reagieren. Es gibt keine guten oder schlechten Gefühle. Vielmehr gibt es Emotionen, die nützlich oder unnützlich sind, abhängig von ihren Konsequenzen.

Daher können wir junge Menschen dazu ermutigen, ihre primären Impulse zu überwinden und ihre Konsequenzen zu bedenken, bevor sie handeln. Auf diese Weise bringen wir ihnen bei, ihre emotionalen Zustände als Richtlinien für ihr Handeln zu verwenden. Darüber hinaus lernen sie auch, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

Um die emotionale Intelligenz von Jugendlichen zu verbessern, müssen wir schließlich ihren Gebrauch von durchsetzungsfähiger Kommunikation fördern.

Die emotionale Intelligenz von Jugendlichen durch soziale Fähigkeiten entwickeln: Entscheiden, wie mit den Emotionen anderer umgegangen werden soll

Um die emotionale Intelligenz von Jugendlichen zu verbessern, müssen wir schließlich ihren Gebrauch von durchsetzungsfähiger Kommunikation fördern.

Diese Art der Kommunikation ermöglicht es ihnen, sich frei und respektvoll auszudrücken. Es ermöglicht ihnen aber auch, ihre Rechte zu verteidigen, ohne dabei die Rechte anderer zu verletzen.

Zu guter Letzt ist es entscheidend, selbstbewusst zu kommunizieren, um mit Emotionen umzugehen und friedlich nach Lösungen zu suchen, von denen beide Seiten profitieren.

  • Extremera-Pacheco, N., & Fernández-Berrocal, P. (2013). Inteligencia emocional en adolescentes. Padres y Maestros. Publicación de La Facultad de Ciencias Humanas y Sociales.
  • Salguero, J. M., Fernández-Berrocal, P., Ruiz-Aranda, D., Castillo, R., & Palomera, R. (2015). Inteligencia emocional y ajuste psicosocial en la adolescencia: El papel de la percepción emocional. European journal of education and psychology, 4(2). https://formacionasunivep.com/ejep/index.php/journal/article/view/71