Kutane Mykosen bei Kindern

Pilzinfektionen sind bei Kleinkindern häufig. Sie sind in der Regel nicht schwerwiegend, beeinträchtigen aber die Lebensqualität. Im Folgenden erfährst du alles, was du wissen musst.
Kutane Mykosen bei Kindern

Letzte Aktualisierung: 17. September 2022

Kutane Mykosen bei Kindern sind häufige Erkrankungen der Haut und der Adnexe. Diese Erscheinungen werden durch Pilze verursacht, die auf Keratin (Haut, Nägel und Haare) wachsen.

Diese Mykosen sind oberflächlich und machen etwa 10 % der Konsultationen bei Dermatologen aus. Mit der richtigen Behandlung verschwinden kutane Mykosen schnell und effektiv.

Kutane Mykosen bei Kindern

Kutane Mykosen - Kind mit Hautreizung am Mund

Tinea oder Dermatophytose

Bei dieser Erkrankung ist die beteiligte Pilzart nicht Teil der normalen Hautflora. Die Übertragung kann durch direkten Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren oder indirekt über kontaminierte Ansteckungsstoffe erfolgen.

Dermatophytose ist eine oberflächliche Pilzinfektion, die durch keratinophile Pilze verursacht wird:

  • Trichophyton: Befällt die Haut, Nägel und Haare.
  • Microsporum: Verändert die Hautoberfläche und die Haare.
  • Epidermophyton: Verursacht eine Veränderung der Haut und der Nägel.

Klinische Manifestationen

Die klinischen Manifestationen variieren je nach Erreger und Immunreaktion des Kindes und können Monate oder Jahre andauern. Darüber hinaus können sie sogar asymptomatisch sein oder sich nur durch Juckreiz äußern. Je nach betroffener Körperregion überwiegen bestimmte klinische Anzeichen. Zu diesen Anzeichen können die folgenden gehören:

  • Läsionen der Kopfhaut (Tinea capitis)
  • Allgemeiner Befall (Tinea corporis)
  • Läsionen in den Zehenzwischenräumen und in der Fußsohlenregion (Tinea pedis)
  • Läsionen auf dem Nagel (Tinea unguium)

In ganz besonderen Fällen kann eine Komplikation der Tinea capitis auftreten, die Kerion (oder entzündliche Tinea capitis des Kopfes) genannt wird. Laut einem Artikel in der Zeitschrift Medigraphic wird diese Erkrankung hauptsächlich mit einer Microsporum canis-Infektion in Verbindung gebracht und gilt als schwierig zu behandeln.

Diagnose und Behandlung der Tinea capitis

Die Diagnose wird durch die Beobachtung der Krankheitsmanifestationen und die besondere Verteilung der Läsionen auf dem Körper gestellt. In Fällen, in denen Zweifel an der sicheren Diagnose bestehen, wird die Diagnose durch eine direkte Untersuchung bestätigt.

Bei der klinischen Untersuchung können je nach Ort der Läsionen mehrere Differentialdiagnosen gestellt werden. Dazu gehören seborrhoische Dermatitis, kutane Manifestationen von Lupus und Psoriasis.

Laut Angaben des Indian Dermatology Online Journal sind topische Antimykotika, meist Imidazol-Antimykotika, die erste Therapieoption. Wenn die topische Behandlung unwirksam ist, kommen orale Antimykotika zum Einsatz:

  • Terbinafin
  • Itraconazol
  • Ketoconazol
  • Fluconazol

Kutane Mykosen: Mukokutane Candidose

Mukokutane Candidosen sind Infektionen der Schleimhäute und der Hautoberfläche, die durch Hefepilze der Gattung Candida verursacht werden. Die Nägel und in selteneren Fällen auch die Haarfollikel können ebenfalls betroffen sein.

Es gibt verschiedene klinische Erscheinungsformen, die lokal auftreten. Dazu gehören die folgenden:

  • Soor (orale Candidose)
  • Candidiasis (Candidose)
  • Miliaria-Varianten
  • Paronychie-Onychomykose
  • Interdigitalmykose
  • Periorale Dermatitis

Kutane Mykosen: Orale Candidose

Candida kann bei Kindern, die aus irgendeinem Grund ein geschwächtes Immunsystem haben, zu Soor oder oraler Candidose führen. Sie tritt meist bei Säuglingen und Neugeborenen auf. Daher erfolgt die Diagnose anhand der klinischen Symptome bei Kindern.

Die orale Candidose ist durch weiße pseudomembranöse Plaques gekennzeichnet. Sie kann sogar den harten und weichen Gaumen, die Zunge und die Mundschleimhaut befallen.

Darüber hinaus können Geschmacksverlust und Cheilitis angularis (Risse in der Haut an den Mundwinkeln bei Kindern) auftreten.

Kutane Candidose

Candida-Infektionen in den Hautfalten sind eine häufige Erkrankung bei Kindern. Dies kann sogar eine der Hauptursachen für Windelausschlag bei Säuglingen sein.

Die durch diese Pilzart verursachte Dermatitis ist durch Rötungen und schuppige Plaques gekennzeichnet, die von Ekzemen begleitet werden. Darüber hinaus kann es in den schwersten Fällen zu Erosionen oder Geschwüren kommen.

Die folgenden Differentialdiagnosen können bei der ärztlichen Untersuchung in Betracht gezogen werden:

  • Seborrhoische Dermatitis
  • Psoriasis
  • Erythrasma
Kutane Mykosen - Baby mit geröteter Haut

Kutane Mykosen: Pityriasis Versicolor

Pityriasis Versicolor ist eine häufige und gutartige oberflächliche Pilzinfektion der Haut. Sie zeichnet sich durch hypo- oder hyperpigmentierte feine schuppige Flecken aus.

Es handelt sich um eine Infektion, die chronisch verläuft und normalerweise zu verschiedenen Zeiten wiederkehrt. Die Behandlung sollte jedoch gleich nach der Diagnose erfolgen.

Am häufigsten treten diese Infektionen an den seborrhoischen Körperstellen auf, d.h. am Rumpf, am Hals und an den proximalen Extremitäten. In diesen Bereichen treten mehrere gut abgegrenzte, ovale Flecken auf.

Was die Differenzialdiagnosen angeht, besteht eine Verwechslungsgefahr der Pityriasis Versicolor-Läsionen mit Pityriasis rosea, Vitiligo und Leukodermie.

Behandlung von Pityriasis Versicolor

Hautläsionen sind in der Regel symptomlos oder jucken nur leicht. Daher lassen sie sich mit topischen und systemischen Mitteln wirksam behandeln. Laut der Fachzeitschrift Fungi gelten topische Antimykotika daher als erste Verteidigungslinie gegen Pityriasis Versicolor.

Außerdem sollte man wissen, dass der Auslöser für Pityriasis Versicolor ein kommensaler Pilz ist, der in der normalen Hautflora lebt. Daher ist die Krankheit nicht ansteckend.

Kutane Mykosen bei Kindern

Hautmykosen sind bei Kindern häufig. Diese Hauterscheinungen können sich negativ auf die Lebensqualität von Kindern auswirken. Obwohl diese Krankheiten für das betroffene Kind nicht schwerwiegend sind, sollte man daher bei den ersten Anzeichen von Symptomen einen Facharzt/eine Fachärztin aufsuchen.

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