Herpes bei Kindern: Symptome, Ursachen und Behandlung

Der Herpesvirus ist durch seine hohe Ansteckungsgefahr sehr viel weitverbreiteter bei Kindern, als man vermuten könnte. Und wenn man sich einmal mit dem Virus infiziert hat, trägt man ihn ein Leben lang im Körper.
Herpes bei Kindern: Symptome, Ursachen und Behandlung

Letzte Aktualisierung: 03. September 2018

Herpes ist eine virale Infektionskrankheit, die das Auftreten von Hautläsionen verursacht. Die Erkrankung manifestiert sich als eine Reihe von kleinen Bläschen, die von einem roten Rand umgeben sind.

Die verschieden Herpes-Typen

Meist entsteht diese Infektion durch den Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 (HSV1) und wird im Gesicht, insbesondere an den Lippen, oder am Oberkörper sichtbar.

Im Genitalbereich sind mehrheitlich Typ-2-Viren (HSV2) dafür verantwortlich. Der erste Typ tritt bei Kindern häufiger auf, doch auch der zweite kann nicht ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus kann auch Herpes Zoster (Gürtelrose) auftreten. Dabei entstehen unangenehme Bläschen an bestimmten Körperstellen. Darüber hinaus kommt es zu Schmerzen, Juckreiz und Kribbeln.

Eine endgültige Heilung ist nach einer Infektion nicht möglich. Der Virus schlummert latent in den Nervenganglien, bis er zum Beispiel bei einem schwachen Immunsystem wieder aktiv wird.

Es gibt allerdings verschiedene Behandlungsmethoden, mit denen der Heilungsprozess der Läsionen beschleunigt werden kann.

Symptomatik und Auftreten von Herpes bei Kindern

Die Dauer des Krankheitsverlaufes kann zwischen 10-14 Tagen liegen. Zunächst kommt es zu einer Rötung der betroffenen Stelle und meist auch zu leichtem Juckreiz.

Dann erscheinen die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, deren Erscheinung auch Schmerzen verursachen kann. Sobald diese platzen, hinterlassen sie eine Art Schorf, der erst nach einigen Tagen verschwindet.

Die gute Nachricht? Die Blasen hinterlassen in der Regel keine Spuren, und in der überwiegenden Mehrheit der Fälle kommt es durch eine Infektion zu keinen größeren Komplikationen.

Trotzdem gibt es Studien, die den Virus mit dem Auftreten von Alzheimer bei Erwachsenen in Verbindung bringen.

Bei der Erstinfektion ist es bei Kindern sehr wahrscheinlich, dass ihre Lymphknoten anschwellen und Fieber auftritt.

Nach Angaben der American Association of Pediatricians kann das Herpesvirus bei Neugeborenen schwerwiegendere Komplikationen wie Erkrankungen des Gehirns, der Lunge und der Leber sowie Geschwüre an Haut und Augen verursachen.

In den schwerwiegendsten Fällen kann sogar das Leben des Babys gefährdet werden.

Eine Herpes-Zoster-Infektion (Gürtelrose) zeigt sich zu Beginn auf die gleiche Art und Weise. Der Unterschied ist, dass die Bläschen meist schmerzhafter sind.

Diese Art von Herpes kann auch von Bauchschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen begleitet werden.

Bei Neugeborenen kann das Herpesvirus schwere Komplikationen verursachen.

Bei beiden Typen ist die aus den Blasen austretende Flüssigkeit ansteckend, deshalb muss der Kontakt mit anderen Körperbereichen vermieden werden. Es ist wichtig, die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen!

Ursachen von Herpes bei Kindern

Da zwischen 70% und 90% aller Erwachsenen den Virus in sich tragen, liegt die Hauptursache für eine Ansteckung unter Kindern hauptsächlich bei einer Infizierung durch Kontakt mit der erwachsenen Bevölkerung.

Es gibt jedoch auch andere mögliche Quellen für das Auftreten von Herpes bei Kindern:

  • Während der Geburt: Das kann passieren, wenn die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt eine akute Infektion hat.
  • Direkte Ansteckung: Durch Küsse oder durch Kontakt mit den betroffenen Stellen einer infizierten Person. Herpes ist eine extrem ansteckende Virusinfektion.
  • Indirekte Ansteckung: Über Handtücher, Brillen, Spielzeug oder andere Gegenstände, die mit einer infizierten Person in Kontakt gekommen sind.
  • Sexuelle Übertragung: So wird eine Infektion mit Genitalherpes übertragen.
  • Wiederauftreten des latenten Virus: Manchmal geschieht dies als Reaktion auf Kälte, Hitze, Fieber, Stress oder Sonneneinstrahlung.

Wie kann Herpes geheilt werden?

Im Falle von Infektionen bei Neugeborenen werden diese wegen der möglichen Folgen des Virus ins Krankenhaus eingeliefert und auf der Intensivstation behandelt.

Wie kann Herpes geheilt werden?

Ansonsten kann eine Erkrankung in der Regel zu Hause behandelt werden. Darüber hinaus kann der Einsatz antiviral wirkender Medikamente den Heilungsprozess beschleunigen und eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern. Es gibt auch natürliche Heilmittel, die für die Behandlung geeignet sind.

Bei der Betreuung eines Kindes mit Herpes gilt es, einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Versorge das Kind mit reichlich Flüssigkeit, um einen Flüssigkeitsmangel zu verhindern.
  • Gib dem Kind keine Nahrungsmittel, die vorhandene Bläschen und Entzündungen weiter reizen könnten.
  • Überprüfe das Kind auf Fieber, geschwollene Lymphknoten und andere Beschwerden. Treten diese Beschwerden auf, solltest du den Kinderarzt anrufen.

Wie bereits erwähnt: Eine Herpeserkrankung heilt nie komplett aus. Lediglich die Behandlung der Symptome kann beschleunigt werden. Der Virus an sich bleibt jedoch bis zum Lebensende im Körper.

Kann Herpes bei Kindern verhindert werden?

Die einfachste Vorsorge ist, wenn möglich den Kontakt mit infizierten Personen zu verhindern.

Ebenso ist es ratsam, das Kind nicht in die Schule gehen zu lassen, wenn es Symptome aufweist.

Bei sexuell aktiven Jugendlichen und Erwachsenen sind die Verwendung von Latexkondomen oder sexuelle Abstinenz die besten Methoden, um sexuell übertragbare Krankheiten, einschließlich Herpes, zu verhindern.



  • Pousa Castro X, Bascones Martínez A. Herpesvirus. Av. Odontoestomatol 2011; 27 (1): 11-24.
  • Baquero Artigao F, Prieto Tato LM, Ramos Amador JT, et al. Guía de la Sociedad Española de Infectología Pediátrica sobre prevención, diagnóstico y tratamiento de la infección neonatal por virus herpes simplex. An Pediatría. 2018;89(1):64.e1-64.e10. doi:10.1016/j.anpedi.2018.01.004