Gürtelrose bei Kindern: Ursachen, Symptome und Behandlung

Gürtelrose bei Kindern ist selten. Obwohl ihre Häufigkeit mit dem Alter zunimmt, tritt sie meist bei immungeschwächten Kindern auf. Hier erfährst du mehr darüber!
Gürtelrose bei Kindern: Ursachen, Symptome und Behandlung

Letzte Aktualisierung: 01. September 2022

Gürtelrose bei Kindern ist keine sehr häufige Erkrankung. Wenn sie jedoch auf der Haut auftritt, ist sie meist sehr unangenehm und schmerzhaft und beeinträchtigt die Lebensqualität des Kindes.

Es gibt Möglichkeiten, dieser Erkrankung vorzubeugen und sie zu behandeln, um die Beschwerden zu lindern. Im folgenden Artikel erfährst du alles, was du über Gürtelrose bei Kindern wissen musst.

Was ist Gürtelrose?

Herpes Zoster, auch bekannt als Gürtelrose, ist eine Krankheit, die durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird. Sie kann jederzeit nach einer Impfung gegen Windpocken oder einer natürlichen Infektion mit diesem Virus ausgelöst werden.

Man kann sagen, dass die Häufigkeit von Gürtelrose mit dem Alter zunimmt, obwohl Kinder, die innerhalb des ersten Lebensjahres Windpocken hatten, eher daran erkranken.

Im Allgemeinen ist Gürtelrose keine sehr häufige Hauterkrankung bei Kindern. Allerdings ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei einigen Kindern höher, vor allem, wenn sie die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Die Mutter hatte in der späten Schwangerschaft eine Windpockenerkrankung.
  • Das Kind hatte Windpocken, bevor es ein Jahr alt war.
  • Das Immunsystem des Kindes ist geschwächt, entweder aufgrund einer Erkrankung oder bestimmter Medikamente (z. B. Krebsmedikamente).
Gürtelrose bei Kindern - Kind mit Pusteln im Arm ihrer Mutter
Kinder mit Gürtelrose leiden normalerweise unter Übelkeit, Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Allerdings sind die Symptome bei Kindern in der Regel milder als bei Erwachsenen.

Klinische Erscheinungsformen der Gürtelrose bei Kindern

Wenn die Infektion früh im Leben ausgelöst wird, sind die Symptome in der Regel weniger schwerwiegend und dauern im Durchschnitt 1 bis 3 Wochen. Im Allgemeinen macht sich die Reaktivierung zunächst durch starke Schmerzen und Parästhesien (Kribbeln) bemerkbar, gefolgt von einer Ansammlung von Bläschen an dieser Stelle.

Außerdem solltest du wissen, dass der Ausschlag auf ein bestimmtes Hautareal und auf nur eine Körperseite beschränkt ist. Nach einiger Zeit platzen die Bläschen auf, verkrusten und nach einigen Wochen verschwinden die Läsionen vollständig. In dem meisten Fällen bleiben Juckreiz, Missempfindungen und Schmerzen so lange bestehen, wie die Bläschen vorhanden sind. Neben den Hautläsionen kann das Kind auch eines der folgenden Symptome aufweisen:

  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Schüttelfrost

Allerdings ist es keine gute Idee, das Krankheitsbild mit Hausmitteln zu behandeln. Stattdessen solltest du einen Kinderarzt/eine Kinderärztin konsultieren, um eine genaue Diagnose und die wirksamste Behandlung für diese Erkrankung zu erhalten.

Außerdem solltest du auf eine angemessene Hauthygiene achten, da sich der blasige Ausschlag der Gürtelrose mit Bakterien infizieren und eine Zellulitis (Entzündung des Unterhautgewebes) verursachen kann.

Die Impfung ist die wirksamste Methode zur Vorbeugung

Obwohl die Fälle von Gürtelrose bei Kindern seit der Einführung des Impfstoffs gegen das Varizella-Zoster-Virus (VZV) deutlich zurückgegangen sind, klingt sie bei bei Kindern schnell wieder ab, wenn sie dennoch auftritt. Deshalb erkranken geimpfte Kinder in der Regel nicht mehr so häufig an Windpocken wie früher. Allerdings verbleibt das Virus latent in den Nervenbahnen und kann in Stresssituationen reaktiviert werden.

Windpocken sind eine hoch ansteckende Krankheit. Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention sind zwei Dosen des VZV-Impfstoffs zu über 90 % wirksam, um die Krankheit zu verhindern. Daher ist die Inzidenz der Gürtelrose nach einer Massenimpfung deutlich geringer.

Behandlungsmöglichkeiten bei Gürtelrose

Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach dem Immunstatus des Patienten, seinem Alter, der Art der Symptome und der Dauer der Erkrankung. Im Allgemeinen besteht die Behandlung aus dem Einsatz von antiviralen Mitteln, wenn der Ausschlag akut ist, was die Dauer der Erkrankung und die Intensität der Schmerzen verringert.

Oral verabreichtes Aciclovir in einer Dosis von 20 bis 40 mg/kg Körpergewicht, viermal täglich, ist als erste Behandlungsoption für Gürtelrose bei Kindern angezeigt. Gleichzeitig legt eine im Journal of Infectious Diseases veröffentlichte Studie nahe, dass der Einsatz von Aciclovir bei gesunden Kindern nicht eindeutig gerechtfertigt ist und auf bestimmte Fälle beschränkt werden sollte, die es erfordern.

Gürtelrose bei Kindern - Kind nimmt Medizin ein
Zur Einleitung der Behandlung gegen Gürtelrose bei Kindern empfiehlt sich die orale Einnahme von Aciclovir viermal am Tag. Dies ist ein antivirales Mittel, das die Ausbreitung von Herpes im Körper stoppt.

Steht die Gürtelrose bei Kindern im Zusammenhang mit einer bösartigen Erkrankung?

Die Gürtelrose bei Kindern galt lange Zeit als Indikator für eine onkologische Erkrankung, insbesondere eine akute lymphatische Leukämie. Allerdings deuten neuere Studien darauf hin, dass Neoplasmen nur 3 % der Gürtelrosefälle bei Kindern ausmachen.

Die Diagnose der Gürtelrose ist für Kinder von entscheidender Bedeutung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Windpockenerkrankung in der frühen Kindheit zwar ein Risikofaktor ist, die Gürtelrose bei Kindern jedoch eine seltene Erkrankung darstellt. Außerdem lässt das Auftreten von Symptomen bei einem Kleinkind nicht immer auf eine zugrunde liegende Malignität oder Immunsuppression schließen.

Im Allgemeinen ist die Prognose der Gürtelrose bei gesunden Kindern gut und ihre Diagnose ist wichtig, um die Erkrankung frühzeitig zu behandeln.

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