Reflux bei Babys- wie behandelt man es?

15. Juni 2019
Gastroösophagealer Reflux (der Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre) verursacht das bekannte und fast schon als normal angesehene Aufstoßen oder "Speien" des Babys. Jedoch kann das manchmal auch Ursache für richtiges schwallartiges Erbrechen sein.

Reflux ist ein häufiges Problem bei Babys. Meistens verschwindet es jedoch im ersten Lebensjahr und führt fast nie zu Krankheiten.

Es ist jedoch nicht dasselbe, wenn das Baby nach der Mahlzeit ein wenig Milch ausspuckt, oder wenn es sich häufig und stark erbrechen muss. Denn in diesem Fall kann es sich um gastroösophagealen Reflux handeln. Eine Krankheit, die Folgen für die Entwicklung des Babys haben kann.

Gastroösophagealer Reflux (der Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre) verursacht das bekannte und fast schon als normal angesehene Aufstoßen oder „Speien“ des Babys. Jedoch kann das manchmal auch Ursache für richtiges schwallartiges Erbrechen sein.

Es ist daher wichtig, unterscheiden zu können, wann und wie oft sich das Baby erbrechen muss. Denn dies kann die Ernährung und die Atmungsorgane beeinträchtigen und den Hals und die Atemwege reizen.

Es ist sehr wichtig, genau zu beobachten, in welchem Moment die Reflux-Symptome auftreten. Wenn das Aufstoßen zum Beispiel ohne Vorwarnung oder außerhalb der Mahlzeit auftritt, kann es sich um ein ernstzunehmendes Problem handeln.

In diesen Fällen ist es ratsam, einen Spezialisten aufzusuchen. Außerdem sollte ein Arzt konsultiert werden, wenn das Kind schon zwölf Monate alt ist und die beschriebenen Probleme weiterhin regelmäßig auftauchen.

Was sind die Ursachen von Reflux?

Beim Neugeborenen wird der Reflux durch mangelnde Anpassung an die Nahrung und die Menge verursacht. Der Grund ist, dass der Magen des Babys sehr klein und die Menge der Milch zu groß ist.

Außerdem muss das Neugeborene sich erst einmal daran gewöhnen, auf diese Weise ernährt zu werden. Während des Wachstums wird der Reflux durch Probleme im Ösophagussphinkter (innerer Schließmuskel) verursacht.

Meist handelt es sich jedoch nicht um eine krankhafte Fehlfunktion und das Problem verschwindet mit zunehmendem Alter zumeist von selbst.

Das Muskelband, das den Mageneingang verschließt, ist bei Säuglingen noch sehr schwach und funktioniert noch nicht richtig.

Das macht es schwierig, die Mahlzeiten beizubehalten, woraufhin Mageninhalt zurückfließt. Das Problem wird normalerweise im ersten Jahr überwunden. Jedoch kann es manchmal selbst im Erwachsenenalter wieder auftreten.

Die Hauptursache für Reflux beim Baby ist, dass sein Verdauungssystem noch nicht komplett entwickelt ist. Dies ist jedoch vollkommen normal und kein Grund zur Panik. Es ist jedoch wichtig, stets aufmerksam zu sein und zwischen einem normalen Aufstoßen/Speien und schwallartigem Erbrechen unterscheiden zu können.

Baby liegt im Bett und streckt Arme in die Luft.

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Reflux-Symptome

Normalerweise hängen die Symptome des Refluxes beim Baby, mit dem Ausstoß kleiner Mengen Milch zusammen. Dies passiert, da das gastroösophageale System noch sehr schwach ist. Wenn das Problem jedoch komplexer wird, treten möglicherweise die folgenden Symptome auf.

  • Das Kind kann Atemwegsprobleme (z.B. Husten) bekommen, weil der Rückfluss von Lebensmitteln die Luftwege verstopft.
  • Halsschmerzen
  • Übelkeit nach dem Essen
  • Häufiges Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Schlafstörung
  • Krämpfe
  • Gewichtsverlust
  • Blähungen
  • Ohrenentzündung
  • Saures Aufstoßen, Sodbrennen

Behandlung

Bei der Behandlung von Reflux ist es wichtig sicherzustellen, dass das Baby nur genau das isst, was es auch benötigt. Außerdem wird empfohlen, dass das Baby nach der Mahlzeit ein Bäuerchen macht. Dadurch wird es Luft aus dem Magen los, was Blähungen verhindert.

Falls Sodbrennen häufig auftritt, können die Magensäfte die Speiseröhre angreifen und beschädigen. In diesem Fall wird empfohlen Antazida (Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure) zu verabreichen.

Mutter stillt Baby.

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Es ist jedoch wichtig, den Kinderarzt zu aufzusuchen, bevor dem Kind irgendwelche Medikamente verabreicht werden. Dieser kann neben Antazida auch Protonenpumpenhemmer oder ein Antihistaminikum (Medikament bei allergiebedingten Beschwerden) verschreiben.

Es gibt außerdem noch andere, nichtpharmakologische Methoden zur Verbesserung von Reflux:

  • Versuche, dein Baby in aufrechter Lage zu füttern, sodass der Kopf höher liegt als der Bauch.
  • Gib deinem Baby weniger Milch pro Mahlzeit, dafür aber öfter.
  • Lass dein Baby in seinem eigenen Rhythmus trinken. Falls du aber merkst, dass es zu schnell trinkt, dann gib ihm eine Pause. Falls dein Baby langsam trinkt, sei geduldig und lass es während der Mahlzeit ein Bäuerchen machen.
  • Füttere dein Baby regelmäßig.
  • Gewöhne dich daran, dass dein Baby regelmäßig ein Bäuerchen machen sollte – auch zwischen den Mahlzeiten.
  • Wenn dein Baby bei den Mahlzeiten weint, solltest du es zu diesem Zeitpunkt nicht füttern.
  • Versuche, beim Füttern mit der Flasche (Formula-Milch oder Muttermilch) etwas Müsli dazuzugeben. Dadurch hat das Essen etwas mehr Konsistenz und ist nicht so flüssig.
  • Lege vor dem Schlafengehen ein kleines Kissen unter den Kopf, sodass das Kleine in einer niedrigen Schräglage schläft.