Hängende Augenlider bei Kindern: Ursachen und Behandlungen

· 24. April 2019
Auch wenn es keine ernsthafte Erkrankung ist, können hängende Augenlider die Sehkraft eines Kindes beeinträchtigen, wenn sie nicht behandelt werden.

Hängende Augenlider werden auch als Ptosis bezeichnet. Dabei kann das Augenlid nur leicht hängen, oder auch das ganze Auge bedecken und so das Sehvermögen des Kindes stark beeinträchtigen.

Diese Augenliderkrankung kann an beiden Augen oder nur an einem auftreten. Sie kann bereits angeboren sein oder durch andere Faktoren ausgelöst werden. Erfahre in diesem Artikel Wissenswertes über hängende Augenlider. 

Ursachen für hängende Augenlider

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen, die mit schlaffen Augenlidern zusammenhängen können. Die häufigsten sind:

  • Angeborene Ptose: Der Musculus levator palpebrae superioris das Auge nicht öffnen kann, weil der Muskel durch Vererbung fehlerhaft angelegt ist.
  • Probleme bei der Geburt: Der Augenlidmuskel des Babys kann durch die Verwendung einer Zange bei der Geburt geschädigt werden.
  • Augenbewegungsstörungen: Erworbene Störungen der Augenmuskeln.

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  • Probleme mit dem Gehirn und zentralen Nervensystem: Manchmal kann eine Ptose aus einer zerebralen Anomalie oder einer neuromuskulären Erkrankung der Augen resultieren.
  • Entzündungen und nicht muskuläre Faktoren, beispielsweise Tumor am Augenlid, Allergien, Traumata oder Bindehautentzündung.

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Hängende Augenlider: die häufigsten Symptome

Hängende Augenlider werden normalerweise im Alter von etwa sechs Monaten erkannt, da das Baby dann mehr Zeit mit geöffneten Augen verbringt und sich mit seinem Gesicht unterschiedlich ausdrücken kann.

Wenn das Kind an einer Ptosis leidet, treten normalerweise folgende Symptome auf:

  • Zurücklehnen des Kopfes, um etwas zu sehen (dies kann sich negativ auf die Haltung auswirken, z.B. Schiefhals)
  • Anheben der Augenbrauen, um das hängende Augenlid zu heben
  • Verstärkte Tränenbildung 
  • Sichtverlust, teilweise oder komplett

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Hängende Augenlider: Konsequenzen

Ptosis ist keine ernste Krankheit. Wenn die Augenlider die Pupille jedoch teilweise oder vollständig bedecken, kann dies die Sicht des Kindes beeinträchtigen und folgende Sehprobleme auslösen:

  • Amblyopie oder ein träges Auge: Dies führt zu einem verminderten Sehvermögen in einem oder beiden Augen des Kindes.
  • Schielen: Bei diesem Sehfehler schauen die Augen nicht in dieselbe Richtung, weil der Säugling die Augenmuskeln nicht ausreichend kontrollieren kann.

Wenn Eltern bemerken, dass ihr Kind ein hängendes Augenlid hat, sollten sie sofort einen Spezialisten konsultieren.

Behandlung

Im Allgemeinen ist die einzig wirksame Behandlung ein chirurgischer Eingriff. Es gibt keine Übungen oder Medikamente zur Stärkung der Muskeln, welche die Bewegung der Augenlider steuern.

Nach Angaben des Instituts für Augenmikrochirurgie sollte ein Kind mit angeborener Ptosis von Geburt an regelmäßig untersucht werden.

Ein Augenarzt wird die Erkrankung beurteilen und die bestmögliche Behandlung empfehlen:

  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um Beschwerden frühzeitig zu erkennen.
  • Okklusion des gesunden Auges: Bei Amblyopie wird das besser sehende Auge abgedeckt, um das faule Auge zu trainieren.
  • Ein chirurgischer Eingriff wird meist erst ab dem 3. oder 5. Lebensjahr des Kindes empfohlen. Nur wenn der Verlust der Sehkraft droht, wird eine Operation früher durchgeführt.
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Empfehlungen

Wenn du bei deinem Kind hängende Augenlider beobachtest, solltest du es ärztlich untersuchen lassen. Die amerikanische Gesellschaft für Augenheilkunde weist darauf hin, dass es sehr wichtig ist, dieses Problem schnellstmöglich zu erkennen.

So kann man Komplikationen vermeiden, die zu einem Verlust der Sehkraft führen könnten. Der Hausarzt wird dein Kind an einen Facharzt überweisen, der dann die richtige Behandlung einleiten kann. Halte dich an die Empfehlungen des Arztes, um damit erfolgreich zu sein.

Die Korrekturbehandlung wird am besten in der frühen Kindheit durchgeführt, noch bevor das Kind in die Schule geht. So kannst du verhindern, dass Sehbeschwerden die schulische Leistung oder das Selbstbewusstsein deines Kindes beeinträchtigen.