Danke, Mama, für die Dinge, die ich nicht hören wollte

20 März, 2019
Mich bei dir zu bedanken ist das wenigste, wenn ich bedenke, wie viel du dein ganzes Leben lang für mich getan hast. Danke, Mama!
 

Mich bei dir zu bedanken ist das wenigste, wenn ich bedenke, wie viel du dein ganzes Leben lang für mich getan hast. Danke, Mama!

Berufliche oder persönliche Interessen waren für dich nicht vordergründig. Du hast auf Vieles verzichtet, um dich ganz mir und meiner Erziehung zu widmen. Meine Dankbarkeit ist gering im Vergleich mit allen Ratschlägen, die du mir gabst, als ich nicht hören wollte.

Danke, Mama, tausend Dank! Dafür, dass du mein starrsinniges Wesen auf den richtigen Weg gelenkt hast. Ich hätte noch mehr erreichen können, wenn i ch dir zugehört hätte. Doch ich bin außerordentlich glücklich über die Errungenschaften, die ich mit deiner Hilfe erzielte.

Danke, Mama!

Ich erinnere mich, dass du mit mir in meiner Kindheit viele Stunden über meine Ängste, Probleme, Bedürfnisse und Zweifel sprachst, die ich damals hatte.

Danke, Mama, für all deine Ratschläge!

Du hattest immer gute Ratschläge für mich. Du kanntest mich ganz genau und konntest immer die richtigen Worte im richtigen Augenblick finden.

Ich erinnere mich auch daran, dass meine Träume und Wünsche meist gar nicht deinen erzieherischen Zielen und Erfahrungen entsprachen. Du musstest zulassen, dass ich gewisse Dinge selbst erlebte, um mir über Vieles bewusst zu werden.

 

Jenes Mädchen, das mit 14 in die Pubertät eintrat, wollte alles andere, als dir folgen oder auf deine Worte hören. Sie war zu groß und zu „reif“, wollte alles selbst besser wissen und eigene Entscheidungen treffen.

Vor 20 Jahren sagtest du mir viele Dinge, die ich gar nicht hören wollte:

Verschwende keine Zeit mit deinen Freundinnen, lerne!

Bereite dich auf die Zukunft vor, um erfolgreich zu sein! Absolviere ein Studium, das dir Spaß macht, um auf die Arbeitswelt vorbereitet zu sein. Wähle selbst, was dir am besten gefällt.

Danke, Mama für alle deine Bemühungen

Lass dir Zeit mit einer Liebesbeziehung

Jetzt, wenn ich mich an diese Worte zurückerinnere, glaube ich, dass andere dich damals kritisiert hätten, so mit deiner Tochter zu sprechen. Es waren andere Zeiten! Doch du hattest immer Recht. Wie viele andere Mädchen mit knapp 14 Jahren habe auch ich mich früh verliebt.

Wir träumten von großen hübschen Jungen, von mehr Unabhängigkeit. Du wusstest genau, worum es ging und warum du mir diese Ratschläge gabst.

 

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Ich war wütend, wenn du meine Freundinnen kritisiertest und du mir sagtest, dass es keine wahren Freundschaften wären. Dein Ratschlag war, ihnen nicht zu vertrauen und keine Geheimnisse zu verraten. 

Mein Wunsch war, das Haus zu verlassen und mit ihnen in einer Wohngemeinschaft zu leben. Zum Glück war das nicht möglich. Denn dann wäre ich mir nie darüber bewusst geworden, wie Recht du hattest!

Danke, Mama, für all die Dinge, die du mir sagtest und ich nicht hören wollte

  • „Ich liebe dich über alles in der Welt. Alles was ich dir sage und alles was ich mache ist zu deinem Wohle.“
  • „Wenn du auf mich hörst, wirst du weit kommen. Vergiss nicht, dass ich aus Erfahrung spreche und bereits alles erlebt habe, was dir bevorsteht.“

Danke, Mama! Heute kann ich mich für all deine Ratschläge bedanken, die ich damals nicht hören wollte. Auch für alles, was du von mir verlangt hast und für die Konsequenzen und Maßnahmen, die du treffen musstest, um mich zu erziehen. 

Mutter und Tochter

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Doch ich hatte Zeit, um über alles nachzudenken. Die starrköpfige Jugendliche ist inzwischen zu einer jungen Frau herangewachsen. Dir habe ich es zu verdanken, dass ich einen Universitätsabschluss habe. Eigentlich hast du ihn dir verdient, nicht ich.

Dir habe ich das bequeme Leben zu verdanken, das ich jetzt führen kann. Nur mit dem Beruf, den ich jetzt habe, kann ich auch mein Familienleben genießen, meine Freiheit finanzieren und die Freizeit nutzen.

Auch meine feste und wunderbare Beziehung zu meinem Partner habe ich dir zu verdanken. Denn du hast mich mit Liebe, Vertrauen und Respekt erzogen, auf die sich meine Liebesbeziehung stützt.

Du hast mir tausend Mal über die Liebe einer Mutter erzählt. Doch erst jetzt, da ich selbst Mutter bin, ist mir bewusst geworden, was das tatsächlich bedeutet.

Ich wünsche mir, dass meine Tochter mir in ihrer Jugendzeit nicht dieselben Kopfschmerzen bereitet, wie ich dir. Doch falls es dazu kommen sollte, werde ich ausreichend Geduld haben und mutig sein, um ihr die besten Ratschläge zu geben. 

Zum Glück habe ich auch dabei deine Hilfe, um nicht alleine vor dieser großen Aufgabe zu stehen. Danke, Mama, für alles, was du für mich getan hast!

 
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  • Moneta, M. (2003). El Apego. Aspectos clínicos y psicobiológicos de la díada madre-hijo. Santiago: Cuatro Vientos.