Wir ein Kind als Egoist geboren, oder dazu erzogen?

02 Januar, 2019
Wir Menschen sind zwar von Natur aus egoistisch, doch auch solidarisch und freundschaftlich. 
 

In unserem heutigen Beitrag geht es darum, ob ein Kind als Egoist zur Welt kommt oder wie dieses Verhalten durch Erziehung gefördert wird. Wir laden dich heute ein, mit uns über dieses Thema nachzudenken. 

Egoistisch von Natur aus?

Jeder ist manchmal Egoist, denn niemand ist perfekt. Manchmal leihen wir bestimmte Dinge nicht gerne anderen, oder haben gerade keine Lust, zu helfen. Doch wenn wir andere nicht unterstützen, um ihre Lebensqualität zu verbessern, sind wir egoistisch.

Manche Studien belegen die Tendenz, immer an sich selbst zu denken und die Schwächen anderer zu den eigenen Gunsten zu nutzen. Man spricht hier auch oft von einem “egoistischen Gen”, das uns prägt.

Die Entdeckung des egoistischen Gens ist ein moderner Beitrag zur Evolutionstheorie, mit dem erklärt wird, warum wir egoistische Gefühle haben. Zwar sind wir vorprogrammiert, egoistisch zu sein, doch das bedeutet noch lange nicht, dies als Vorwand zu verwenden, um tatsächlich so zu handeln! 

Den Mitmenschen zu helfen, sollte im Leben und im Alltag ganz normal sein, denn wenn wir altruistisch sind, sind wir bessere Menschen. Doch jetzt zurück zum Anfang: Wir Menschen sind zwar von Natur aus egoistisch, doch auch solidarisch und freundschaftlich. 

Wir setzen uns aus einer Mischung von Gefühlen und Werten zusammen, die immer wieder aufblühen. Deshalb liegt es meist in den Händen der Eltern, ihre Kinder so zu erziehen, dass sie Ausgleich finden und lernen, großzügig zu sein.

 
Kinder werden nicht als Egoist geboren

Noch ein interessanter Artikel: Streiten vor den Kindern: Keine gute Idee!

Solidarisch oder egoistisch?

Wenn du mehrere Kinder hast, weißt du sicher, wie es zugeht, wenn sie sich streiten. Ein Spielzeug, Süßes, ein Fernsehprogramm oder auch deine Aufmerksamkeit können Anlass für Streit sein. Wenn alle etwas zum gleichen Zeitpunkt möchten, werden sie auch dafür kämpfen.

Doch wenn Geschwister vorhanden sind, lernen Kinder auch, wie wichtig es ist, zu teilen. Sie tauschen ihre Besitztümer, teilen ihre Liebe mit den Eltern und essen vom gleichen Brot.

Auch im Kindergarten lernen Kinder teilen und sich mit anderen zu kommunizieren. Sie spielen täglich mit Gleichaltrigen und teilen Spielzeug und Raum.

Wir schauen uns anschließend etwas genauer an, warum die Erziehung so wichtig ist, um egoistisches Verhalten zu vermeiden. Es geht um die Frage, warum ein Kind zu einem Egoisten wird.

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Überbehütung

Wenn ein Kind im ersten Lebensabschnitt zu sehr behütet wird, kann dies zu emotionalen und Verhaltensstörungen führen. 

Doch wenn man ein überbeschütztes Kind plötzlich aus der Luftblase holt, zum Beispiel weil das beschützende Elternteil nicht mehr da ist, oder weil ein kleines Geschwisterchen zur Welt kommt, das viel Aufmerksamkeit braucht, kann sich das Kind verlassen fühlen.

 

Das Gefühl des Verlassens kann jedoch wiederum zu Egoismus führen. Wenn das Kind wieder ausreichend Aufmerksamkeit erlangt, teilt es diese nicht mehr mit anderen.

Zu viel Schutz erfahren auch viele Kinder, die mit einer physischen Störung zur Welt kommen. So kommt es zum Beispiel häufig vor, dass ein taubes Kind viel zu sehr bemuttert wird, sowohl von Erwachsenen, als auch von anderen Kindern. Die restlichen Familienmitglieder können das Kind auf ganz besondere Weise behandeln, damit es sich wohl und glücklich fühlt.

Das taube Kind wird spüren, dass es innerhalb und außerhalb der Familie Privilege hat. Und es wird glauben, dass es sich immer und von allen diese Aufmerksamkeit verdient und immer zuerst an der Reihe ist. Es entwickelt sich ein kleiner Egoist.

Ein Kind kommt nicht als Egoist zur Welt, es wird dazu gemacht

zwei Freundinnen auf einer Wiese

Um dein Kind gut zu erziehen und zu verhindern, dass es sich zu einem Egoisten entwickelt, haben wir ein paar Tipps für dich zusammengestellt.

  • Du musst ihm zeigen, wie wichtig Freundschaften sind und wie man selbst ein guter Freund sein kann. 
  • Natürlich musst du auch davon abkommen, dein Kind zu sehr zu beschützen!
  • Wenn dein Kind physische Probleme hat, wird es ihm nicht helfen, wenn es ständig an deinem Rockzipfel hängt. Früher oder später muss es sich mit seinen Mitmenschen zurechtfinden und selbständig werden, Fehler machen und daraus lernen. Ob du willst oder nicht, wird es manchmal falsche Entscheidungen treffen, es wird lieben und leiden, das Leben experimentieren.
 

Erziehe dein Kind nicht im Egoismus. Es sollte schon von klein auf lernen, zu teilen, seine Mitmenschen zu lieben, einfühlsam und großzügig zu sein. 

Es muss auch lernen, zu geben, ohne etwas im Gegenzug zu bekommen. Bringe deinem Kind bei, wie schön es ist, andere zu beschenken und die Freude zu sehen, wenn sie die Geschenke erhalten.