Das FOMO-Syndrom bei Jugendlichen: die Angst, etwas zu verpassen

22 Juni, 2019
Was ist das FOMO-Syndrom? Entdecke hier, um was es geht und wie man Jugendlichen in dieser Situation helfen kann. 

Das FOMO-Syndrom bezeichnet die Angst, etwas zu verpassen. Der Name leitet sich aus dem Englischen von Fear Of Missing Out ab. Man kann daran in jedem Alter leiden, doch Jugendliche und Kinder sind am häufigsten davon betroffen.

Es geht dabei um die zwanghafte Angst, als Außenseiter dazustehen und nicht an den Aktivitäten einer Gruppe teinlnehmen zu können. Denn dadurch könnten Betroffene eine Erfahrung, ein Ereignis oder andere soziale Interaktionen versäumen.

Physische und soziale Veränderungen, die Jugendliche erfahren, bringen ihre Unsicherheiten verstärkt zum Ausdruck. Dieser Prozess wird durch unsere aktuelle Informationsgesellschaft zusätzlich komplexer.

Beliebtheit und Akzeptanz werden daran gemessen, wie viele Fans jemand in sozialen Netzwerken hat. Der Druck kann das FOMO-Syndrom auslösen. 

Welche Auswirkungen hat das FOMO-Syndrom auf Jugendliche?

Betroffene Jugendliche haben das Gefühl, einen niedrigen sozialen Status zu genießen. In der Folge entwickeln sie Nervosität, Stress und Minderwertigkeitsgefühle, die nur schwer zu erkennen oder zu kontrollieren sind.

Weitere Auswirkungen des FOMO-Syndroms sind:

  • Der zwanghafte Wunsch, über soziale Netzwerke zu kommunizieren und Fotos und Aktivitäten zu veröffentlichen. Gleichzeitig ist ein übertriebenes Interesse vorhanden, die Reaktionen der Posts zu beobachten. Betroffene verbringen mehr Zeit in sozialen Netzen als im wirklichen Leben.
  • In schweren Fällen kann es zu extremer Unzufriedenheit kommen, die physische und mentale Probleme auslöst. Plötzliche Stimmungsschwankungen, Einsamkeit und ein geringes Selbstwertgefühl sind die Folge. All dies endet sehr oft in einer Depression, die sehr schwer zu behandeln ist.
Jugendliche mit FOMO-Syndrom

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  • Die Wahrnehmung der Wirklichkeit ist verzerrt, da Betroffene ständig in der digitalen Welt interagieren. Ein Profil in einem sozialen Netzwerk zu sehen ist wie ein Trailer eines Films, in dem nur jene Szenen zu sehen sind, die am meisten Aufmerksamkeit erregen. Betroffene beginnen so, Personen und Situationen zu idealisieren, die in ihnen Bewunderung hervorrufen.
  • Ein weiterer gefährlicher Aspekt, zu dem dieses Syndrom führen kann, ist der Verlust der Privatsphähre. Der zwanghafte Wunsch eines Jugendlichen, mehr Fans oder “Likes” zu erhalten und die Antworten der Kontakte in sozialen Netzwerken zu beobachten, kann ein Risiko darstellen. Oft vergessen Betroffene dabei alle Sicherheitsmaßnahmen, um im Netz sichtbarer zu sein.

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Die Veränderung der Selbstwahrnehmung, Neid, Vorurteile anderen gegenüber, Konzentrationsschwierigkeiten und die Tendenz, andere zu übertreffen, sind bei diesem Syndrom ebenfalls zu beobachten.

“FOMO (Fear Of Missing Out) ist die Angst, Dinge zu verpassen. Es handelt sich um eine Fobie, die durch die virtuelle Welt entstanden ist; die Angst davor, nicht an Aktivitäten teilnehmen zu können, die für andere angenehm sind. ”
—Doctor José Alejandro Medina—

FOMO-Syndrom: Was tun?

Wenn dein jugendlicher Sohn oder deine junge Tochter an diesem Syndrom leidet, musst du versuchen, ihm oder ihr andere Perspektiven und Sichtweisen zu öffnen.

Du musst deinem Kind helfen, seine Situation zu überdenken, damit es negative Denkmuster verändern kann. Lass ihm von einem Psychologen helfen!

Auch folgende Maßnahmen sind sinnvoll:

  • Negative Verhaltensmuster korrigieren. Eine gute Möglichkeit ist, ein Tagebuch zu schreiben, um negative Empfindungen festzuhalten und herauszufinden, wie oft diese auftreten. So können auslösende Situationen erkannt werden, die zu Nervosität und Angst führen. Ziel ist, das schädliche Verhalten zu korrigieren.
Paar mit Handy

  • Die Nutzung von elektronischen Geräten kontrollieren. Sorge dafür, dass dein Kind in seiner Freizeit anderen Beschäftigungen nachgeht und fördere seine Talente. Dies ist grundlegend, um Beziehungen zwischen Jugendlichen in der realen Welt zu fördern. Sie können trotzdem im Internet aktiv sein, doch nicht ausschließlich. Doch Jugendliche brauchen auch Freizeitaktivitäten in der realen Welt, die ihnen Spaß machen.
  • Sie können Mindfulness praktizieren. Denn diese Übungen helfen, sich auf den gegenwärtigen Augenblick zu konzentrieren. Wenn ein voller Bewusstseinszustand erreicht werden kann, konzentriert sich das Gehirn auf jede Aktivität. Es bleibt keine Zeit für Stress oder Nervosität.
  • Hilf deinem Kind, sich über die Trennung von realer und virtueller Welt bewusst zu werden. Jugendliche müssen verstehen, dass Fotos und Posts von Celebrities nicht ihr wirkliches und kein perfektes Leben widerspiegeln. Wie alle Menschen verbringen auch sie Zeit vor dem Fernseher oder mit der Familie.

Es ist nicht einfach, in der heutigen Zeit ein Jugendlicher zu sein, denn viele denken, dass jede Erfahrung digitalisiert und veröffentlicht werden muss.

Doch es ist wichtig, dein Kind zu begleiten, damit es seinen Charakter entwickeln und die Frustrationstoleranz verbessern kann. 

Mit der richtigen Grundlage kannst du deinem Kind helfen, zu einem gesunden Erwachsenen heranzuwachsen und seine sozialen Fähigkeit in der wahren Welt zu entwickeln.