Burnout durch das Zusammenleben: Wenn du von familiären Beziehungen überwältigt bist

1. Januar 2020
Von Beziehungen überwältigt zu sein, ist etwas Normales, das in jeder Familie passieren kann. Deshalb ist es für Familien wichtig, bestimmte Strategien zu befolgen und sich gegenseitig zu respektieren, um ein Burnout durch das Zusammenleben zu vermeiden.

Was wir heute als Zuhause bezeichnen, kann als Zufluchtsort verstanden werden. Ein Ort, der eine ruhige und verständnisvolle Umgebung bietet. Er kann sich jedoch auch leicht zu einem Ort der Konfrontation entwickeln, wenn die Familienmitglieder überfordert sind und schließlich unter einem Burnout durch das Zusammenleben leiden.

Burnout durch das Zusammenleben

Bei der Organisation eines Familienurlaubs gehen wir davon aus, dass wir als eine Familie zusammen entspannen und Spaß haben. Allerdings kommt es häufig vor, dass Streitigkeiten und Differenzen auftreten, die zu Spannungen, Wut und einem gewissen Mangel an Respekt innerhalb einer Familie führen.

Dieser Burnout durch das Zusammenleben ist hauptsächlich auf die lange Zeit zurückzuführen, die wir in einer Familie miteinander verbringen. Und dies kann möglicherweise die übliche Intimität jedes Familienmitglieds beeinträchtigen.

Gergen (1991) vermutet, dass ein Phänomen, das er als „gesättigte Familie“ bezeichnet, zunimmt. Diese Familien sind nicht länger eine Quelle der Harmonie, sondern ein Ort der Konfrontation zwischen Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts.

Mit anderen Worten, findet ein Burnout oder eine Sättigung durch das Zusammenleben statt, wenn sich alltägliche Konflikte in einer Familie negativ auswirken und die Mitglieder infolgedessen überwältigen.

„Gegenseitiger Respekt setzt Diskretion und Zurückhaltung voraus, auch in der Liebe; es bedeutet, denjenigen, deren Leben wir teilen, so viel Freiheit wie möglich zu bewahren.“

–Henri-Frédéric Amiel–

Wie können wir ein Burnout durch das Zusammenleben vermeiden?

Kommunikation und Respekt

Eine ständige und angemessene Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ist ein wesentlicher Bestandteil des Familienlebens. In seinem Buch Cómo mejorar las relaciones familiares („Wie man familiäre Beziehungen verbessert“) weist Hernando Duque darauf hin, dass sich familiäre Beziehungen auf gegenseitiger und ergänzender Unterstützung beruhen müssen. Jedes Familienmitglied muss sich daher als Teil des nächsten fühlen.

Ein Burnout oder eine Sättigung durch das Zusammenleben statt, wenn sich alltägliche Konflikte in einer Familie negativ auswirken und die Mitglieder infolgedessen überwältigen.

Um zukünftige Missverständnisse zu vermeiden, ist es wichtig, den Dialog und das aktive Zuhören zu üben. Wenn wir uns inmitten eines Dialogs mit einem anderen Familienmitglied befinden, konzentrieren wir uns oft nur auf das, was wir sagen wollen.

Dies ist jedoch eine Gewohnheit, die wir vermeiden müssen. Wir sollten uns stattdessen vielmehr darum bemühen, Interesse an dem zu zeigen, was andere sagen.

Wenn wir über Respekt in der Familie sprechen beziehen wir uns nicht nur auf Akzeptanz und Verständnis. So muss in einer Familie auch die Individualität jedes Mitglieds respektiert werden.

Zum Beispiel müssen wir die Nutzung gemeinschaftlicher Räume respektieren. In der Regel entstehen Konflikte, wenn diese Bereiche nicht ordnungsgemäß geteilt werden. Gleichzeitig hat jedes Mitglied in Räumen, wie ihren jeweiligen Schlafzimmern, das Recht, seinen oder ihren eigenen Geschmack und seine eigene Persönlichkeit auszudrücken und auszuleben.

Respekt bedeutet des Weiteren auch Interesse. Mit anderen Worten: Interesse daran zeigen, unsere Kinder und unseren Partner kennenzulernen.

Strategien zur Verbesserung des Familienlebens

  • Richtet eine Zeit ein, die der Familie gewidmet ist und macht dies zu einem Teil eurer Routine. Nehmt euch wöchentlich einen Nachmittag oder einen Abend lang Zeit, um gemeinsam einen Snack zu essen, Spiele zu spielen oder Filme zu schauen. Es ist wichtig, einen Ort für die Interaktion mit deiner Familie zu schaffen, der auf dem Gefühl des Engagements aller Mitglieder beruht.
  • Macht Pläne mit dem Input der gesamten Familie. Wenn alle Familienmitglieder an der Planung von Dingen, wie beispielsweise einem Urlaub, teilnehmen, werden die Motivation und das Interesse erheblich zunehmen. Dies hilft allen Familienmitgliedern, sich in Bezug auf die gemachten Pläne zufriedener zu fühlen und mögliche Konflikte und Differenzen zu vermeiden.
  • Arbeitet als ein Team. Wenn du zum Beispiel Aufgaben im Haushalt mit deinen Kindern ab einem frühen Alter teilst, wird dies zu deren Zugehörigkeitsgefühl beitragen. Gleichzeitig können sie auf diese Weise auch mehr Verantwortung im Haushalt übernehmen.
  • Erlaube deinen Kindern, an Familiengesprächen und -entscheidungen teilzunehmen. Gib ihnen die Gelegenheit, ihre Gefühle und Meinungen auszudrücken. Ihr Selbstwertgefühl steigt, wenn sie wissen, dass du ihren Beitrag schätzt.
  • Ermutige deine Kinder, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Neben der Stärkung ihres Verantwortungsbewusstseins werden deine Kinder auch mehr Vertrauen in dich setzen. Erlaube ihnen zu entscheiden, wie sie ihre Zimmer einrichten, welche Kleidung sie tragen möchten usw.
Um zukünftige Missverständnisse zu vermeiden, ist es wichtig, den Dialog und das aktive Zuhören zu üben.

Fazit

Zusammenfassend können wir festhalten, dass das Familienleben heute eine größere Herausforderung ist, als je zuvor. Soziale Medien spielen eine wichtige Rolle bei der Bildung des Zugehörigkeitsgefühls, was sich tiefgreifend auf das Familienleben auswirken kann.

Die familiären Beziehungen werden immer komplexer und die besten Werkzeuge, um an ihnen zu arbeiten, sind Respekt und eine gute Kommunikation.

Darüber hinaus müssen deine Kinder und dein Partner wissen, dass sie auf dich zählen können und deine Unterstützung spüren. Aber das ist noch nicht alles. Denn alle Familienmitglieder müssen auch immer das Gefühl haben, Teil einer Familie zu sein, in der alle gleich wichtig und wertvoll sind. Jedes Mitglied muss sich unersetzlich fühlen.

  • Gergen, K. J. (1991). La familia saturada. Nueva York, Estados Unidos: Networker.
  • Duque, H. (2007). Cómo mejorar las relaciones familiares. Bogotá, Colombia: Sociedad de San Pablo.