Kinder haben das Recht, Küsse zu verweigern

14. April 2018
Für Kinder in jungen Jahren ist Küssen mit Zuneigung verbunden.

In vielen Kulturen wird Küssen als eine Art der Begrüßung verwendet. Daher zwingen einige Eltern ihre Kinder dazu, mit dieser Regel groß zu werden- was in bestimmten Fällen dazu führt, dass das Kind die Haltung einnimmt, Bekannten oder Fremden Küsse zu verweigern.

Für Kinder in jungen Jahren ist Küssen mit Zuneigung verbunden. Sie lernen, ihre Eltern als spontanen Akt der Liebe zu küssen. Was bei Fremden eben nicht der Fall ist. Und daher sollten sie sich frei fühlen Küsse zu verweigern.

Bevor ein Kind gezwungen wird, einen Fremden oder sogar einen Verwandten zu küssen, ist es ratsam, es zu fragen, ob es sich dabei wohl fühlt. Erwachsene wählen zwischen Begrüßung mit einem Kuss oder mit einem Handschlag. Gleiches sollte für Kinder gelten.

Der Wachstumsprozess eines Kindes beginnt damit, Grenzen kennen zu lernen und zu setzen. Dies hat auch mit der Festlegung von affektiven Grenzen zu tun. Es ist wichtig, dass Kinder lernen, dass sie das Recht haben zu entscheiden, ob sie jemandem nahe sein wollen.

Irrtümlicherweise glauben Eltern, dass ihre Kinder unhöflich sind, wenn sie Küsse verweigern. Aber es gibt auch andere Wege, um gute Erziehung zu zeigen, auch für die Kleinen. Begrüßungen bei der Ankunft, Händeschütteln oder Rückentätscheln sind ebenfalls anerkannte Formen.

Küsse zu verweigern ist mehr als nur ein Benehmen

Küsse zu verweigern - Kind schiebt Frau weg

Es wird empfohlen, dass alle Eltern Gespräche mit ihren Kindern über Liebe und Benehmen führen. Zuneigung muss als spontane Form der Liebe gegeben werden. Gutes Benehmen hingegen zeigt anderen Respekt.

Obwohl ein Kind Erwachsene mit Respekt behandeln sollte, ist es nicht verpflichtet, liebevoll zu sein, wenn es nicht will.

Gutes Benehmen und Zuneigung müssen nicht notwendigerweise zu gleichen Teilen koexistieren. Minderjährige sollten daher nicht ohne ihre Zustimmung gezwungen werden, Küsse oder Umarmungen zu geben. Denn es könnte die Art sein, wie sie Unbekannten gegenüber ihre Grenzen zeigen.

Einige Fachleute sind sich einig, dass die Verpflichtung, Küsse zu geben, Kinder verletzlich machen kann. Die meisten nehmen eine unterwürfige Haltung ein, um liebevoll oder gut erzogen zu wirken. Diese Haltung setzt das Kind Missbrauch oder Belästigung aus.

Im Allgemeinen tritt Kindesmisshandlung im engen Kreis des Kindes auf. Dies kann eine Folge der Unterwürfigkeit des Minderjährigen sein, weil er denkt er muss „liebevoll“ sein. Wenn Kinder gezwungen sind, Zuneigung zu geben, können sie zu körperlichem Kontakt nicht „nein“ sagen.

Küsse und Gehorsam

Küsse zu verweigern - Frau küsst Kind

Die Verpflichtung ist auch mit dem Begriff Gehorsam verbunden. In der Gesellschaft bezieht sich der Begriff des Gehorsams darauf, dass das Kind das tut, was seine Eltern sagen. Egal, ob sie beim Küssen und Umarmen richtig liegen oder nicht.

Wiederum bringt diese Situation das Kind in einen Zustand der Unterwerfung oder Verletzlichkeit. Bevor man ihnen beibringt, gehorsam zu sein, müssen Kinder lernen, ihre eigenen Kriterien zu kennen. Sie sollten lernen, selektiv zu sein.

Warum sollte die Entscheidung der Kinder, Küsse zu verweigern, respektiert werden?

Dem Kind wird beigebracht, dass es allein seinen Körper besitzt. Es wird entscheiden können, wann und mit wem es Körperkontakt herstellen möchte. Und es lernt, zwischen Zuneigung und Respekt zu unterscheiden.

Die Entscheidungen, die das Kind über seinen Körper trifft, machen es weniger anfällig für Belästigungen. Dies gilt auch für Mobbing-Situationen. Unterwürfigkeit kann dazu führen, dass das Kind Spott akzeptiert, um in eine Gruppe zu passen.

Den Kindern zu helfen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, wird ihnen mehr Selbstbewusstsein geben. Ein Kind, das seine eigenen Kriterien entwickelt, wird zu einem selbstbewussten Erwachsenen. Die Rolle der Eltern besteht darin, sie in diesem Prozess zu begleiten.

Küsse zu verweigern - Frau küsst Junge

Auf der anderen Seite lernt das Kind, persönliche Bereiche zu respektieren. Nicht alle Erwachsenen reagieren in gleicher Weise auf ein Kind. Manche fühlen sich durch die Anwesenheit von Kindern eingeschüchtert.

Kinder nicht dazu zu zwingen, Fremde zu küssen, könnte sie aus unangenehmen Situationen befreien. Zum Beispiel einer Situation in der sie belästigt werden.

Ein weiterer zu berücksichtigender Faktor ist der der Verwirrung. Kinder sind in jüngeren Jahren impulsiver, was sie dazu bringen kann, jeden küssen zu wollen. Auf diese Weise sind sie eher Situationen von Missbrauch oder Belästigung ausgesetzt.

Schließlich kann es auch ein Gesundheitsproblem sein. Kinder zu zwingen, andere zu küssen, kann sie Virusinfektionen oder Kontaktkrankheiten aussetzen.

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