Glückliche Kinder statt perfekte Kinder

28 Januar, 2019
Alle Eltern möchten glückliche Kinder, die auf das Leben vorbereitet sind, um Schwierigkeiten im Alltag lösen und sich behaupten zu können.

Alle Eltern möchten glückliche Kinder, die auf das Leben vorbereitet sind, um Schwierigkeiten im Alltag lösen und sich behaupten zu können.

Doch im Versuch, dies durch Erziehung zu erreichen, setzten wir unsere Kinder oft zu sehr unter Druck und verlangen von ihnen, die Besten zu sein: perfekte Kinder, statt glückliche Kinder.

Du hast bei der Geburt deines Kindes das wunderbarste Wesen der Welt kennengelernt. Es war viel schöner als im Traum, einfach perfekt. Dein Kind ist perfekt, zweifle nicht daran! 

Du weißt es, doch du bist dir auch darüber bewusst, dass das süße und intelligente Baby sich langsam auf eine fordernde, kompetitive Welt vorbereiten muss, in der nur die Stärksten überleben. 

Das Bewusstsein über die Wichtigkeit der Wettbewerbsfähigkeit in modernen Zeiten ist auch für Eltern ein großer Druck. Sie versuchen deshalb, ihr Kind in verschiedenste Aktivitäten einzuschreiben und fordern und verlangen sehr viel von ihnen.

Für viele Eltern steht die akademische Ausbildung ihrer Kinder an erster Stelle. Das bedeutet, dass sie sich ausgezeichnete Noten erwarten, wollen dass ihr Kind ein Instrument spielt; dass es sauber, gut erzogen und brav ist. Ess muss natürlich auch alles essen, die Hausaufgaben machen… es sol das perfekte Kind sein.

Du weißt es bereits: Der Kampf im Erwachsenenleben ist hart, was auch oft zwischen Eltern zu spüren ist. Manche wetteifern sogar in der Erziehung ihrer Kinder mit anderen. Der Nachwuchs soll zu den Besten gehören, für die moderne Welt vorbereitet sein… einfach perfekt.

Doch viele Eltern vergessen, dass Kinder auch Zeit für sich selbst brauchen. Um zu spielen, sich schmutzig zu machen, im Bett herumzuhängen, mit Gleichaltrigen im Park zu spielen und glücklich zu sein.

Mädchen zu Weihnachten

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Das Unglück der perfekten Kinder

Du warst sicher bereits öfters Zeuge, wie ein Vater seinem Kind bei einem Fußballspiel zuschreit, wie es den Ball zu werfen hat.

Wenn du es wagst, deinen Blick etwas zu erweitern und das mentale Foto zu analysieren, wirst du dir bewusst, dass neben diesem kontrollierenden Vater noch eine Reihe anderer Väter sitzt, die ebenfalls alle ihren Kindern zuschreien, was sie zu tun haben.

Auch Mütter reagieren so, und zwar nicht nur beim Fußballspiel, sondern auch beim Ballet oder anderen Tätigkeiten.

Manche Eltern versetzen sich so sehr in die Aktivitäten ihrer Kindern hinein, dass es so aussieht, als ob sie diese Augenblicke selbst durch sie erleben würden. Sie sind dann frustriert, wenn die Kinder sich anders verhalten, als sie das gerne hätten.

Sie vergessen ganz, dass ihr Kind sich anstrengt und versucht, das Beste zu geben. Zusätzlich muss es den Druck durch die Eltern ertragen. Es ist durch die alleinige Anwesenheit von Mutter und Vater bereits besonders nervös. Schließlich möchte es sie ja nicht enttäuschen.

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In diesem Augenblick sollten sich die Eltern daran erinnern, dass es nur Kinder sind, die lernen, spielen und tanzen, um Spaß zu haben. Der Lernprozess soll unterhaltsam und lustig sein!

Durch zu viel Druck und Anforderungen entsteht Frustration. Die Therapeutin und Psychologin Esther Esteban versichert, dass Kinder negativ beeinflusst werden, wenn sie zu sehr unter Druck stehen. Noch schlimmer ist allerdings, sie ständig mit anderen zu vergleichen, die in bestimmten Aktivitäten ausgezeichnet sind.

Vergleiche sind unsympathisch und ungerecht, denn jeder Mensch ist anders und hat unterschiedliche Fähigkeiten. Ein Vergleich ist einem Vorwurf gleichzusetzen. Damit erhalten Kinder die subtile Botschaft: “Du bist nicht gut genug!”

Die Expertin empfiehlt in einem ihrer Artikel Folgendes:

Wenn du glaubst, dass du mit deinen Kindern sehr fordernd umgehst, stelle dir selbst die Fragen: Warum verlange ich ihnen so viel ab? Warum setze ich sie so sehr unter Druck, um sie zur Nummer 1 zu machen? Was gewinne ich mit dem Erfolg meines Kindes? Welche Schwächen möchte ich durch den Erfolg meines Kindes verdecken?

glückliche Kinder

Erziehe nicht perfekte, sondern glückliche Kinder

Freiheit zählt zu den wertvollsten Errungenschaften der Menschheit. Die Geschichte erzählt von unzähligen Kämpfen, um die Freiheit zurückzuerobern. Warum nimmst du deinem Kind die Freiheit? Lass es Kind sein, ein glückliches Kind.

Du musst es leiten, auf den richtigen Weg bringen und ihm helfen. Doch vergiss nicht, dass dein Kind der Hauptdarsteller seines Lebens ist. Es muss Zeit für seine eigenen Interessen und Hobbys haben.

Wenn diese Freiheit nicht existiert, ist es kein Hobby sondern ein Zwang. Es handelt sich dann um den Traum der Eltern, den sie durch ihr Kind erreichen möchten. Vergiss nicht, dass du bereits Kind warst, jetzt soll dein eigenes Kind seine Kindheit genießen. Setze es nicht zu sehr unter Druck, lasse es glücklich sein.

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Glücklichkeit hat nichts mit externen Faktoren zu tun. Vielmehr handelt es sich umd das Zufriedensein mit sich selbst. Vergiss deshalb nicht, dass man Glück nicht mit Unsummen an Geld erreichen kann. Es hängt auch nicht von der beruflichen Stellung ab. Du kennst sicher viele frustrierte Manager, die unglücklich sind.

Bedenke, dass Glück durch Liebe erreicht wird, durch Erfahrungen, die du mit den von dir geliebten Menschen teilst, mit lustigen Erlebnissen, mit Liebesbeweisen und insbesondere mit der liebevollen Ausführung aller Tätigkeiten.

Glückliche Kinder sind im Leben erfolgreich!

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