Die Bedeutung von Folsäure in der Schwangerschaft

28. Juli 2018
Die Einnahme von Folsäure mindestens zwölf Monate vor der Empfängnis reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt um bis zu 50%.

Folsäure ist ein großer Verbündeter der Mütter, um Komplikationen in der Entwicklung des Fötus zu verhindern und die Möglichkeit einer Frühgeburt zu reduzieren. Hier erfährst du mehr über die Vorteile von Folsäure in der Schwangerschaft und die richtige Dosierung.

Wenn eine schwangere Frau zur ersten Kontrolle zu ihrem Frauenarzt geht, wird ihr dieser sicherlich als erstes die Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft empfehlen. Dieses Nahrungsergänzungsmittel ist sehr verbreitet daher erfährst du hier alles über seine Wirkung im Körper.

Was ist Folsäure?

Auch als Folat bezeichnet, ist Folsäure ein wasserlösliches Vitamin (Vitamin B9) der Gruppe B. Sein Vorkommen in Spinatblättern wurde in den 40erJahren entdeckt. Der Name stammt vom lateinischen Blatt „Folia“.

Nach einer Synthese von Folacin entsteht die so genannte Folsäure, die Schwangeren sehr empfohlen wird. Bei der Synthese von Nukleinsäuren oder DNA spielt Folsäure eine wichtige Rolle. Sie hilft den Zellen dabei, sich erfolgreich zu duplizieren.

Der Verzehr dieses Vitamins, ist nicht nur auf Schwangere beschränkt, sondern kann auch bei anderen Patienten verschrieben werden.

Vorteile von Folsäure in der Schwangerschaft

1. Verhindert eine Frühgeburt

Die Einnahme von Folsäure mindestens zwölf Monate vor der Empfängnis reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt um bis zu 50%.

Außerdem ist dieses Vitamin ideal, um Missbildungen in der Wirbelsäule und im Kopf des Babys während der Schwangerschaft zu verhindern. Das Neuralrohr ist die Struktur, die für die Entstehung der Wirbelsäule verantwortlich ist. Seine Ausbildung endet am 28. Tag nach der Schwangerschaft.

Die richtig dosierte Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft verhindert Missbildungen beim Fötus.

Folsäure verhindert Defekte bei der Ausbildung des Neuralrohrs. Damit kann beispielsweise folgenden Krankheiten vorgebeugt werden:

  • Spina bifida: Dieser Zustand ist das Produkt eines unvollständigen Verschlusses des Neuralrohrs am Ende des ersten Lebensmonats des Embryos. Es ist kein erblicher Zustand und es gibt zwei Varianten: versteckte Spina bifida occulta (versteckt) oder Spina bifida aperta (offen). Diese Neuralrohrfehlbildung kann sich unterschiedlich schwer auswirken.
  • Enzephalozele: Auch Hirnbruch genannt. Eine angeborene Erkrankung, bei der wegen einer Entwicklungsstörung in der Schwangerschaft eine Lücke in der Schädeldecke entsteht. Durch diese Lücke können sich Gehirn und Hirnhaut hervorwölben.
  • Anenzephalie: Sow wird der Mangel an Hirnmasse bezeichnet.

Ein weiterer Vorteil der Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft ist, dass sie zur Stärkung der Herzgesundheit beiträgt. Außerdem fördert Folsäure die Zellteilung, die für die Bildung von Geweben und Organen des Fötus essentiell ist.

Bei der DNA-Synthese spielt Folsäure eine wichtige Rolle. Sie trägt zur erfolgreichen Zellverdopplung bei.

Welche Dosis wird empfohlen?

Wenn eine Frau schwanger werden möchte, ist es ratsam, mit der Einnahme von Folsäure drei Monate vor der Empfängnis zu beginnen. In diesem Zeitraum beträgt die empfohlene Dosis 400 Mikrogramm täglich.

In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten steigt die Dosis an: zwischen 600 und 800 Mikrogramm täglich. Der Arzt wird die Dosis festlegen.

Wenn es in der Familie der Mutter Kinder mit Neuralrohrdefekten gibt, wird die Dosis wahrscheinlich auf 4.000 Mikrogramm pro Tag erhöht.

Folsäurereiche Lebensmittel

Neben der pharmakologischen Nahrungsergänzung müssen Frauen in der Schwangerschaft auch auf eine folsäurereiche Ernährung achten.

Es gibt Lebensmittel tierischen und pflanzlichen Ursprungs, die Vitamin B9 enthalten, aber nicht in ausreichender Menge. Daher muss die tägliche Dosis mit einer entsprechenden Diät und Nahrungsergänzungen erreicht werden.

Folsäure pflanzlichen Ursprungs:

  • Grünes Blattgemüse: Römersalat, Kohlrabi, Spinat, Rosenkohl, Wild- und Krautkohl.
  • Früchte: Grapefruit, Trauben, Orangen, chinesische Melone, Papaya und Erdbeeren.
  • Gemüse: Spargel, Brokkoli, Okra, Blumenkohl, Rote Beete, Sellerie, Karotten, Kürbis, Bohnen und Avocado.
  • Samen und Nüsse: Leinsamen, Sonnenblumen, Walnüsse, Mandeln und Erdnüsse.
  • Hülsenfrüchte: Erbsen, Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Schwarz-, Weiß- und Pintobohnen.
Brokkoli kann ein wichtiger Lieferant von Folsäure in der Schwangerschaft sein.

Folsäure tierischen Ursprungs:

  • Rinderleber
  • Hühnerinnereien
  • Putenleber
  • Meeresfrüchte
  • Fisch

Darüber hinaus gibt es künstlich angereicherte Lebensmittel, wie zum Beispiel Vollkornprodukte, Weizenmehl und daraus hergestellte Produkte wie Brot.

Folsäure ist nicht nur vor und während der Schwangerschaft wichtig. Sie stärkt nach der Schwangerschaft auch die Haare der Frau und verhindert Haarausfall. Damit kann trockenem, glanzlosen Haar vorgebeugt werden. Außerdem kann man mit Folsäure auch graue Haare verzögern.

Folsäure hilft auch gegen Anämie und trägt zur Aufnahme von Nährstoffen wie Proteinen und Kohlenhydraten bei. Es handelt sich um einen grundlegenden Nährstoff vor und während der Schwangerschaft.