Alleinerziehend sein: Eine schwere, aber wundervolle Erfahrung

· 13. April 2018
Ein Kind alleine aufzuziehen bedeutet nicht das Ende der Welt. Es gibt viele Mütter und Väter, die es genau so wollen. Andere wiederum stellen sich dieser Herausforderung, nachdem eine Partnerschaft auseinander gegangen oder ein geliebter Mensch nicht mehr bei ihnen ist.

Es gibt verschiedene Gründe, aber über eines müssen wir uns klar sein: Alleinerziehend zu sein ist eine komplexe Erfahrung, sie kann aber gleichzeitig auch die beste in unserem Leben werden.

Es ist wahr, dass es noch bis vor Kurzem nicht gut angesehen war, alleinerziehend zu sein. Doch dies hat sich mittlerweile geändert. Es gibt auch diejenigen, die sich gezielt dazu entscheiden, ein Kind alleine großzuziehen. Was auch immer die Beweggründe sein mögen, Alleinerziehend zu sein wird immer häufiger.

Auf der anderen Seite gibt es viele, die mit dieser Aufgabe alleine gelassen wurden von dieser einen Person, die alles war und uns ewige Liebe geschworen hat. Und dann kam die Schwangerschaft. Ein Moment, den nur die Mutigen verstehen. Nur diejenigen, die Verantwortung und Liebe als Vertrauensgrundlage betrachten. Die sich ihr stellen und sie nicht als Zwang empfinden, sondern aus freiem Wunsch, Hoffnung und Glück handeln.

Es ist nicht unsere Absicht, hier die Gründe zu erforschen, warum sich eine Mutter (und manchmal auch ein Vater) dazu verpflichtet sieht, beide Rollen einzunehmen. Wir möchten heute in Ich bin Mutter“ mit euch über Strategien sprechen, die euch im täglichen Leben helfen, zu erreichen, was ihr sowieso schon wisst: Sei stärker als du es für möglich hältst und erlebe, was die beste Phase deines Lebens sein wird.

Die Wahrheit darüber, wie es ist, alleinerziehend zu sein

Die Wahrheit darüber, wie es ist, ein Kind alleine großzuziehen, ist: Es ist schwer. Es ist möglich, dass andere eine tapfere Frau sehen, eine Mutter, die immer ein Lächeln auf ihrem Gesicht trägt, wenn sie mit ihrem Kind von hier nach dort eilt. Im Inneren gibt es jedoch vieles, über das man sich ständig Gedanken macht.

Alleinerziehend - Mutter mit zwei Kindern

Die ständige Angst, es nicht zu schaffen

Eine alleinerziehende Mutter gibt für ihr Baby oder ihre Kinder das Beste. Sie ist glücklich, wenn sie ihre Kleinen friedlich in ihren Betten ruhen sieht. Wenn sie allerdings selbst ins Bett geht und sich hinlegt, um zur Ruhe zu kommen, kann es durchaus passieren, dass sie mehr als einmal mit einem erstickenden Gefühl in der Brust aufwacht.

  • Die Angst und die Furcht sind da … Und wenn ich nicht alles alleine schaffe? Was passiert, sollte ich gekündigt werden? Muss ich meine Eltern erneut um Hilfe fragen? Wie reagiert mein Vorgesetzter, wenn mein Kind erneut krank wird?
  • Diese Gedanken und Ängste sind ganz normal und jede Mutter, die alleinerziehend ist, wird sie mehr als einmal haben. Aber jeder Tag ist anders und kann unglaubliche Dinge mit sich bringen.

Die Verpflichtung, Mutter und Vater gleichzeitig zu sein

Es ist ein häufiger Fehler, den Eltern begehen, die alleinerziehend sind: sie denken, dass sie beide Rollen gleichzeitig erfüllen müssen.

  • Wir müssen uns über etwas ganz einfaches im Klaren sein: Für unsere Kinder sind wir alles in einem. Es ist nicht nötig, die klassische Rolle des Vaters, der arbeiten geht oder der Mutter, die für den Haushalt verantwortlich ist, einzunehmen. Lasst uns akzeptieren, dass Frauen und Männer gleichermaßen alle anfallenden Aufgaben erledigen können.
  • Wir können ihre Vertrauten und Anführer sein. Gleichzeitig sind wir diejenigen, die Grenzen setzen, sagen, was richtig und was falsch ist und ihnen all unsere Liebe schenken … Wir sind alles in einem.
Alleinerziehend - Mutter badet Kinder

Eine alleinerziehende Mutter braucht auch ein Sozialleben

Eine Mutter, die ihr Kind alleine aufzieht, läuft Gefahr, all ihr Handeln, ihre Gefühle, Gedanken und Ängste auf ihr Kind zu beschränken und sich dabei selbst zu vergessen. 

  • Wir brauchen kurze Momente der Entspannung, damit unser Leben nicht in einer Depression endet.
  • Erlaube deiner Familie, dir zu helfen. Entspanne hin und wieder und nimm die Hilfe anderer an.
  • Baue dir ein gutes Netzwerk an Freunden auf. Personen, bei denen du emotional auch mal abschalten kannst, mit denen du lachst und Erlebnisse teilst.

Habe dabei auch keine Angst, andere Personen oder sogar mögliche Partner, kennenzulernen. Alleinerziehende Mutter zu sein bedeutet nicht, dass du dich nicht wieder neu verlieben darfst.

Die fehlende Vaterfigur und wie wir darüber mit unseren Kindern sprechen sollten

Früher oder später wird unser Kind nach dem Vater oder der Mutter fragen. Dabei ist es wichtig – besonders für sein emotionales Wohlbefinden – keinen Hass zu schüren, aber auch nicht in eine „Idealisierung“ zu verfallen. 

  • Kinder brauchen Aufrichtigkeit und vor allem jene emotionale Ruhe, in der sie keine frühen Hassgefühle entwickeln.
  • Lasst uns Reife und Balance übertragen und unserem Kind beibringen, dass wir zwei ein gutes Team bilden.
Alleinerziehend - Mutter mit Tochter

Abschließend lässt sich sagen, dass es keineswegs einfach ist, ein Kind alleine großzuziehen. Es ist eine große Herausforderung. Mit Hingabe bauen wir eine einzigartige Verbindung zu unseren Kindern auf und darauf sollten wir stolz sein.