5 Grundlagen der Entwicklung des kindlichen Gehirns

1. Juni 2018
Über die Entwicklung des kindlichen Gehirns Bescheid zu wissen, hilft uns am besten, wenn wir wollen dass unsere Kleinen sich gesund entwickeln und groß werden. 

Wir müssen bedenken, dass die gesunde Entwicklung des kindlichen Gehirns nicht nur von Aspekten wie guter Ernährung und täglicher Fürsorge abhängt. Das gilt vor allem für den psychologischen und emotionalen Bereich.

Geben wir es ruhig zu: In Sachen Neurologie sind wir keine Profis und deshalb vergeht wohl kein Tag ohne dass gewisse Zweifel aufkommen. Wir fragen uns, ob wir alles richtig machen. Wie können wir unser Baby von klein auf fördern?

Solche Fragen sind völlig normal. Und deshalb wollen wir dir helfen, mehr über die Entwicklung des kindlichen Gehirns zu lernen. Wir werden dir 5 grundlegende Aspekte vorstellen, die dir zu mehr Verständnis verhelfen sollen.

Wir versichern dir: Nichts ist so faszinierend und fesselnd wie das Gehirn zu erforschen. Im Stadium der Kindheit ist dieses einmalige Organ am besten formbar und hat das meiste Potential.

Die wichtigste Phase im Leben ist nicht das Studium an der Universität, sondern die erste Lebensphase – die von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr. 

-Maria Montessori-

Wir als Eltern haben die Möglichkeit, die Entwicklung des kindlichen Gehirns positiv zu beeinflussen. Dadurch werden unsere Kleinen auch glücklicher.

1. 50% der Intelligenz sind genetisch veranlagt

Viele Eltern wollen schlaue Kinder. Das liegt daran, dass Intelligenz oft mit persönlichem Erfolg gleichgesetzt wird. Hierbei wird jedoch außer Acht gelassen, dass auch andere Faktoren entscheidend zum Erfolg beitragen. Dazu gehören Glück und Zufriedenheit.

  • All das führt uns zu folgenden Überlegungen: unser Baby kommt mit bestimmten Eigenschaften auf die Welt. Eine davon ist die Intelligenz, die zu 50% durch Gene bedingt ist. Eine weitere ist die Persönlichkeit, also zum Beispiel ob das Kind introvertiert oder extravertiert ist.
  • Und doch sind diese genetischen Grundlagen nicht zu 100% dafür verantwortlich, was aus deinem Kind einmal werden wird. Die Art und Weise, wie du es groß ziehst, sein Umfeld und die Lernmöglichkeiten, die du ihm bietest, entscheiden über die restlichen 50%.

Deshalb darfst du einen weiteren Aspekt nicht außer Acht lassen: die emotionale Intelligenz.

2. Die Entwicklung des kindlichen Gehirns findet „von innen nach außen“ statt

Entwicklung des kindlichen Gehirns

Was meinen wir damit, dass sich die Entwicklung des kindlichen Gehirns „von innen nach außen“ vollzieht?

  • Die grundlegende Entwicklung des Gehirns ist ein fortlaufender, kontinuierlicher Prozess. Die Entwicklung beginnt mit der Geburt und reicht bis ins Erwachsenenalter.
  • Doch wie Maria Montessori schon gesagt hat, sind nur wenige Phasen im Leben für die Entwicklung des kindlichen Gehirns so wichtig, wie die Zeit zwischen Geburt und dem 6. Lebensjahr. Wir wollen es noch etwas weiter eingrenzen. Die entscheidende Phase beginnt mir der Geburt und geht circa bis zum 3. Lebensjahr. 
  • Während dieser Phase durchläuft das Gehirn entscheidende Veränderungen. Diese beginnen im inneren Teil des Organs und setzen sich später im äußeren Teil fort.
  • Die inneren Strukturen sind Teil der emotionalen Welt. Später werden die Verbindungen im Gehirn verbessert, um effizienter zu werden.
  • Die letzte Phase der Entwicklung des kindlichen Gehirns findet in der Großhirnrinde statt. Hier geht es um Fähigkeiten wie das Treffen von Entscheidungen, analytisches Denken oder die Konzentrationsfähigkeit.

Die Einmaligkeit und Unwiderruflichkeit dieses Prozesses zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns der Gefühlswelt unserer Kinder annehmen. Nur so können wir die optimale Entwicklung des Gehirns und der Großhirnrinde unterstützen.

3. Stress beeinträchtigt die Entwicklung des Gehirns

Entwicklung des kindlichen Gehirns

Neurologen warnen uns vor etwas, dass viele Mütter und Väter eigentlich schon wissen. Dauerhafter Stress in der Kindheit – sei es aufgrund von Armut, Missbrauch, fehlender Bindung oder auch wenn die Mutter depressiv ist – beeinträchtigt die Entwicklung des Gehirns.

Es ist bekannt, dass der Hippocampus von Kindern, die ein Trauma erlebt haben, deutlich kleiner ist. Dieser Teil des Gehirns ist mit der Erinnerung und der emotionalen Welt verbunden.

4. Das dritte Lebensjahr – ein wichtiges Alter

Hast du gewusst, dass das Gehirn eines dreijährigen Kindes zweimal so aktiv ist, wie das eines Erwachsenen? Es handelt sich um eine sehr sensible Phase, die ein Kind nur einmal durchläuft. In dieser Phase liegt das meiste Potential zum Lernen.

Wie können wir diese Phase zum Wohl des Kindes nutzen? Hier sind ein paar wichtige Grundüberlegungen:

  • Die Entwicklung der Sinne: Dein Kind sollte mit seiner Umgebung in Kontakt kommen. Es sollte beispielsweise barfuß laufen, damit es verschiedene Oberflächen fühlen kann. Es soll Farben erkennen, Geräusche hören usw.
  • Sprachfähigkeiten: Du kannst deinem Kind etwas vorlesen oder vorsingen. So wird dein Kind seine sprachlichen Fähigkeiten entwickeln.
  • Die Entwicklung motorischer Fähigkeiten: Wann immer es möglich ist, solltest du dein Kind zu Aktivitäten ermutigen, die seine Augen-Hand-Koordination und seine Feinmotorik fordern. Auch die freie Bewegung kannst du fördern. Dazu gehört das Laufen und das eigenständige Bewegen.
  • Die Entwicklung der emotionalen und sozialen Fähigkeiten: Das dritte Lebensjahr eignet sich am besten, um an der emotionalen Intelligenz zu arbeiten. Jetzt werden Aspekte wie das Einfühlungsvermögen und das allgemeine Bewusstsein für Gefühle wichtig.

5. Der Schlüssel zur guten Entwicklung des kindlichen Gehirns ist Liebe

Entwicklung des kindlichen Gehirns

Liebe ist der Motor, der die Welt antreibt. Sie ist der Keim, der unseren Kleinen das Gefühl von Schutz verleiht. Nur ein Kind, dass sich geborgen fühlt, kann wachsen!

Liebe und Sicherheit begünstigen die optimale Entwicklung des Hippocampus. Dieser Teil des Gehirns ist wie bereits erwähnt, verantwortlich für das Lernen, für Erinnerungen und den Umgang mit Stress.

Deshalb sind wir sicher, dass du dieses Wissen auch ohne besondere Fachkenntnisse in Neurologie richtig anwenden kannst. Du hast es in der Hand deinem Kind die bestmögliche Unterstützung für seine Entwicklung zu geben.

Als Mütter und Väter wissen wir ja oft schon instinktiv, was für unsere Kinder am besten ist…

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