Ein Märchen, das Kindern bei schwierigen Gefühlen helfen kann

Heute erzählen wir euch das Märchen von der Prinzessin und dem Smaragddrachen - eine Geschichte über Freundschaft, Tapferkeit und Herausforderungen.
 

Ein Märchen kann eine hilfreiche Methode sein, um Kindern beizubringen, wie sie mit ihren Emotionen umgehen können. Viele Geschichten erteilen uns wichtige Lebenslektionen über Herausforderungen und über das Überwinden von Schwierigkeiten.

Eine Geschichte oder ein Märchen zu erzählen, ist ein guter Weg, Kindern dabei zu helfen, mit ihren Gefühlen auf eine gesunde, selbstbewusste und reife Art und Weise umzugehen.

In diesem Artikel behandeln wir ein wunderbares Märchen, das von Freundschaft und Tapferkeit handelt.

Die Prinzessin und der Smaragddrache: Ein Märchen mit Moral

Es war einmal eine Prinzessin, die in einem fernen Märchenreich lebte. Ihre Eltern, die sie sehr liebten, besaßen eine riesige Burg, die von Wäldern und Bergen umgeben war.

Dort gab es Tiere aller Art – von kleinen Mäusen bis zu riesigen Elefanten. Alle lebten glücklich zusammen und respektierten einander.

Der beste Freund der Prinzessin war ein junger Löwe. Jeden Tag spielten sie zusammen. Sie erzählten sich gerne Geschichten – manchmal auch gruselige.

Die gruseligsten Geschichten von allen waren dabei jene, die die Legende vom Smaragddrachen erzählten. Dieser wilde Drache liebte nichts mehr, als Menschen und Tiere zu erschrecken.

 

Die Legende des Smaragddrachen

Als die Prinzessin von dem Drachen hörte, wurde sie wütend auf ihren Freund, den Löwen. Sie schrie ihn an, weil er ihr so eine schreckliche Geschichte erzählt hatte. Jetzt würde sie bestimmt die ganze Nacht nicht schlafen können!

Der verspielte Löwe fand das alles aber ziemlich lustig. Eines nachts jedoch, als er ihr die Geschichte wieder erzählte, wurde die Prinzessin sehr wütend und warf einen Stein nach dem Löwen. Das tat ihm sehr weh, und der Löwe fing an, zu weinen.

Beide gingen sie nach Hause, und die Prinzessin war sehr traurig. Sie wollte ihren Eltern aber nicht erzählen, was sie getan hatte. Wenn sie es wüssten, wären sie bestimmt sehr sauer auf sie!

Am nächsten Tag suchte die Prinzessin nach ihrem Freund. Sie wollte sich bei ihm entschuldigen. Aber sie konnte den Löwen nirgendwo finden.

Alle Menschen und Tiere begannen, nach dem kleinen Löwen zu suchen. Doch alle Mühe war vergebens und er war nirgends zu finden. Für drei ganze Tage und drei ganze Nächte gab es keine einzige Spur von ihm.

Schließlich hörte eine der kleinen Mäuse ein schreckliches Gerücht. Der Löwe war von dem smaragdgrünen Drachen gefangen worden und war in seiner Höhle eingesperrt!

 

Die Prinzessin war verängstigt und verwirrt. Sie wollte ihrem Freund, dem Löwen, helfen, aber sie hatte furchtbare Angst.

„Es gibt nichts, was wir tun können“, sagten ihre anderen Freunde. Ihre Eltern wussten immer noch nicht, was sie getan hatte, und dadurch fühlte sie sich noch schlechter.

Eines nachts jedoch fasste sich die Prinzessin ein Herz. Sie nahm ein Schwert und machte sich damit auf die Suche nach dem Drachen. Sie fand ihn – versteckt in einer Höhle im tiefsten, dunkelsten Teil des Waldes.

Als sie das Biest sah, wäre sie fast direkt wieder umgekehrt. Es war noch viel größer und schrecklicher, als der Löwe in seinen Geschichten behauptet hatte. Aber dann erinnerte sie sich daran, dass sie jetzt mutig sein musste!

Also näherte sie sich zitternd dem monströsen Reptil.

Die Prinzessin stellt sich dem Drachen in seiner Höhle

„Lass sofort meinen Freund frei, oder ich werde dich mit meinem Schwert töten, böser Drache!“, rief die Prinzessin. Aber zu ihrer Überraschung antwortete der Drache auf ihre Herausforderung nur mit einem verwirrten Blick.

„Ich habe deinen Freund nicht gefangen genommen“, sagte der Drache. „Er war verletzt und verloren im Wald, also habe ich auf ihn aufgepasst.“

 

Die Prinzessin war schockiert. Das gigantische Biest schien die Wahrheit zu sagen! Und tatsächlich schien es gar nicht so böse zu sein, wie es die Legenden behaupteten.

Sie fühlte sich ein wenig schuldig, weil sie eine so schlechte Meinung über den Drachen gehabt hatte, ohne ihn überhaupt kennengelernt zu haben.

Ein Märchen mit Moral

„Ich dachte, weil du ein Drache bist, wärst du grausam!“, sagt die Prinzessin. Der Drache erklärte, dass der Schein manchmal trügen kann.

Wichtig ist nicht, wie wir aussehen, sondern was in unserem Herzen ist. Das Kind erkannte nun, dass sie nur Angst vor dem Drachen hatte, weil er riesig war und lange, scharfe Zähne hatte.

In den meisten Legenden und Geschichten, die sie gehört hatte, war das Monster immer böse. Das lag aber nur daran, dass niemand wusste, was im Inneren des Drachen war – und dass er eigentlich ein ganz lieber Drache war!

Der Drache lebte alleine im Wald, weil niemand in der Nähe einer Bestie sein wollte, die so groß und furchterregend wie er war. Der Löwe hatte beschlossen, bei ihm zu bleiben, und jetzt waren sie Freunde geworden.

 

Als die Prinzessin sah, dass der Löwe gesund und munter war, lief sie zu ihm und bat ihn um Vergebung.

Die Prinzessin, der Löwe und der Drache

„Bitte verzeih mir, Löwe! Ich weiß, dass es falsch von mir war, so wütend zu werden. Ich hätte dir niemals weh tun sollen und ich werde es nie wieder tun!“, sagt die Prinzessin und umarmte ihren Freund.

„Ich vergebe dir“, sagte der Löwe. „Du warst sehr mutig, als du mich retten wolltest. Das hat mir gezeigt, wie viel ich dir bedeute„, fügte er hinzu.

Der kleine Löwe begann seine sieben Sachen aufzusammeln. Als sie gerade gehen wollten, fragte der Löwe die Prinzessin, ob der Smaragddrache mitkommen könne.

Der Drache war so lieb und freundlich! Er hatte es verdient, Freunde zu haben und glücklich zu sein. Die Prinzessin stimmte zu, und die drei gingen zusammen zum Schloss zurück.

Ein Märchen mit Moral

Als der König und die Königin den Drachen sahen, bekamen sie große Angst. Aber die Prinzessin erklärte ihnen eilig alles, woraufhin sie erlaubten, dass sie den Drachen als Haustier behalten durfte.

Sobald die Prinzessin ihnen die ganze Geschichte erzählt hatte, fühlte sie sich, als sei ihr eine große Last von den Schultern genommen worden. Sie erkannte, dass alles viel einfacher gewesen wäre, wenn sie ihren Eltern von Anfang an die Wahrheit gesagt hätte.

 

Am Ende wurde der Drache zum Freund aller Menschen und aller Tiere.

Ein Märchen mit Moral

Alle in diesem Märchen haben eine wertvolle Lektion gelernt.

Wir müssen mutig sein, wenn wir uns unseren Problemen stellen, und wir dürfen andere niemals nur nach ihrem Aussehen beurteilen.

Wut und Geheimnisse verursachen nur Probleme, und wenn wir anderen unsere Gefühle mitteilen, fühlen wir uns schnell besser.