Einlagerung von Stammzellen - Worum geht es dabei?

19 Februar, 2019
Die Einlagerung der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut ist ein wissenschaftliches Verfahren. Es zielt darauf ab, diese Zellen von hohem genetischen Wert aufzubewahren.
 

Es gibt verschiedene Arten von Stammzellen, doch in diesem Artikel sprechen wir über diejenigen, die im Blut der Nabelschnur enthalten sind. Diese sind etwas ganz Besonderes, denn sie haben regenerierende Eigenschaften.

Das bedeutet, sie sind in der Lage, das blutbildende System wiederherzustellen. Man spricht auch von „hämatopoetischen Vorläuferzellen“. Daraus können sich verschiedene Blutzellen wie Blutplättchen sowie weiße und rote Blutkörperchen entwickeln.

Die Einlagerung dieser Stammzellen ist ein wissenschaftliches Verfahren. Es zielt darauf ab, diese Zellen von hohem genetischen Wert aufzubewahren. Denn dadurch kann man den Zugriff auf diese bei zukünftigen medizinischen Anwendungen gewährleisten.

Mit anderen Worten: Man entnimmt die Stammzellen bei der Entbindung. Und anschließend lagert man sie für therapeutische Zwecke ein. Denn sie enthalten Material, das genetisch identisch mit dem des Babys ist. Und das kann angesichts zukünftiger gesundheitlicher Probleme von großem Wert sein.

Die Entscheidung zur Entnahme und anschließenden Einlagerung der Stammzellen muss man bereits vor der Entbindung fällen.

Der Tag der Geburt ist der einzige, an dem man diese Zellen entnehmen kann. Denn normalerweise entsorgt man die Nabelschnur nach der Geburt.

Doch wenn die Eltern es wünschen, ist die Entnahme des Bluts aus der Nabelschnur mit Hilfe fortschrittlicher Verfahren möglich. Und dann kann man dieses mit innovativen Methoden konservieren.

 

Je nach Grad der Verträglichkeit der Stammzellen des Babys mit anderen Familienmitgliedern könnte man diese theoretisch auch bei medizinischen Eingriffen an Blutsverwandten verwenden.

Ebenso können sie je nach therapeutischem Bedarf an andere Personen gespendet werden. Immer vorausgesetzt, dass die notwendige Verträglichkeit besteht.

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Stammzellen

Warum Stammzellen einlagern?

Die Einlagerung von Stammzellen bei der Entbindung ist ein bisher durchaus noch sehr kontrovers diskutiertes Verfahren.

Einerseits hat die künstliche Manipulation der aus Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen viele Anhänger. Jedoch lehnen sie noch viel mehr Menschen heute strikt ab.

In jedem Fall geht es um das Bedürfnis nach der Erhaltung von Gesundheit und Leben. Und Eltern haben dabei eine weitreichende Entscheidung zu fällen.

Deshalb sollte man sich also grundsätzlich Gedanken über dieses Thema machen. Doch wenn dich das Ganze nicht ganz überzeugt: Es besteht natürlich keinerlei Verpflichtung, ein solches Verfahren anzuwenden.

Aber vielleicht gehörst du zu denjenigen Eltern, die diese Option in Betracht ziehen. Oder du möchtest dich einfach etwas näher darüber informieren. Dann findest du im Folgenden einiges zu den Vorteilen der Entnahme und Einlagerung von Stammzellen.

 
Babyhand hält Finger von Mutter

Vorteile der Entnahme und Einlagerung von Stammzellen

  • Eine sehr wertvolle Eigenschaft dieser Stammzellen ist die Produktion und Erneuerung anderer spezialisierter Zellen. Sie ähneln dem Knochenmark. Und das verleiht ihnen einen nahezu unbegrenzten Nutzen. Ebenso können die wiederhergestellten Elemente Folgendes erreichen: Man kann mit ihnen Blutungen stoppen, das Immunsystem und sogar das gesamte Knochenmark regenerieren.
  • Man kann dieses Verfahren anwenden, wenn beispielsweise eine Krankheit den Organismus angreift. Ebenso auch bei toxikologischen Unfällen. Oder bei Behandlungen durch Chemo- und Strahlentherapie. Neueren Forschungsergebnissen zufolge haben Stammzellen auch noch weitere Eigenschaften. So können sie auch Zellen der Bauchspeicheldrüse, des Herzens, der Leber, des Gehirns usw. regenerieren.
  • Da die Zellen absolut kompatibel mit dem Kind sind, kann man sie in der Zukunft ohne das Risiko einer Abstoßung oder Unverträglichkeit verwenden. In diesem Sinne besteht in gewisser Weise eine Garantie von der Möglichkeit unendlich vieler Behandlungen. Und diese Behandlungen können auf ganz unterschiedliche Krankheiten ausgerichtet sein.
 
  • Die Einlagerung der Stammzellen ist eine wichtige Entscheidung. Und wie gesagt, die Eltern müssen sie bereits im Voraus treffen. Sie stellt eine Investition in die Gesundheit des Kindes für spätere Jahre dar. In jedem Fall liegt die Entscheidung aber ganz bei der Familie. Diese kann solch ein Verfahren annehmen oder es ablehnen.

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Krankheiten, die man mit Stammzellen behandeln kann

Die Stammzellentransplantation konnte bisher Erfolge bei Patienten mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen verzeichnen. Darüber hinaus haben zahlreiche Studien ihre Wirksamkeit bei der Behandlung von Osteoporose, Leukämie, Blutarmut, Lymphdrüsenkrebs und anderen bestätigt.

Ebenso hat das Verfahren auch bei der Behandlung von genetisch bedingten Erkrankungen des Immunsystems oder des Blutes geholfen. Weitere Krankheiten, bei denen man ebenfalls dieses Verfahren anwenden kann:

  • Brustkrebs, Eierstockkrebs, Hodenkrebs, Lungenkrebs und Hautkrebs
  • Herzinfarkt
  • Parkinson
  • Primäre Hirntumore
  • AIDS
  • Alzheimer
  • Diabetes
  • Rheumatische Arthritis

Auch ist es bei der Geweberegeneration und bei genetischen Therapien wirksam. Obwohl man bisher nur von Tests sprechen kann, hat die aktuelle Forschung hohe Erwartungen an den therapeutischen Einsatz bei noch nicht untersuchten Krankheiten geweckt.

Darüber hinaus ist eines der Argumente, dass auf man auf diese Weise keine großen Summen in Stammzellen eines Spenders investieren muss. Und zudem besteht nicht das Risiko der Unverträglichkeit.

 
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