Babyschwimmen: 11 Vorteile vom frühen Wassererlebnis

16 April, 2019
Beim Babyschwimmen geht es eigentlich gar nicht ums Schwimmen. Es handelt sich vielmehr um eine gemeinsame Eltern-Kind-Gymnastik im Wasser, die nicht nur Spaß macht, sondern auch vielfältige Vorteile für die Entwicklung hat.
 

Oft wird vom Babyschwimmen gesprochen. Aber im Grunde handelt es sich eher um eine gemeinsame Eltern-Kind-Gymnastik im Wasser. Dabei geht es darum, das Element Wasser mit Spielen, Liedern und verschiedenen Übungen zu entdecken und zu erleben. Und das Ganze ist in der Regel ganz auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Allerkleinsten ausgerichtet.

Dabei ist es sehr wichtig, eines ganz klar zu sagen: Die Präsenz der Eltern spielt beim Babyschwimmen eine bedeutende Rolle.

Es geht dabei ja nicht, wie schon erwähnt, ums richtige Schwimmen lernen. Sondern vielmehr ermöglicht dieses gemeinsame Wassererlebnis dem Baby, eine Bindung zu diesem Element, dem Raum sowie zu den Eltern zu entwickeln.

Für die Kleinen ruft der Kontakt mit dem Wasser außerdem Erinnerungen an die Zeit im Mutterschoß hervor.

Während des Wachstums gibt es für jede Phase spezifische Übungen. Ziel ist es, die Entwicklung wichtiger Körperteile und Organe zu fördern. Darüber hinaus ermöglicht der Kontakt mit dem Wasser nicht nur das Erfahren des eigenen Körpers. Auch sonst gibt es vielfältige Vorteile.

Vorteile, die das Babyschwimmen bringen kann

1. Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung

Die Wahrnehmung des Babys in den ersten Monaten besteht hauptsächlich darin, die Beziehung zwischen seinem Körper und dem der Mutter zu erfahren. Ausgehend davon kann der Säugling anfangen, sich seines eigenen Körpers sowie seiner Umgebung bewusst zu werden.

Dass beim Babyschwimmen die Erfahrung im Wasser mit den Eltern geteilt wird, gibt den Kleinen das Gefühl von Sicherheit. Und dies ist auch für die Entwicklung zukünftiger zwischenmenschlicher Beziehungen wichtig. Zunächst aber verstärkt sich dadurch die Bindung innerhalb der Familie.

 

Die Erfahrung von Zuneigung und Liebe ist überaus wichtig für die Entwicklung von Selbstsicherheit und Selbstwertgefühl. Und beim Babyschwimmen wird dieses Gefühl mit jeder Unterrichtsstunde intensiver. Denn es findet beständiger Körperkontakt zwischen Eltern und Kind statt.

2. Förderung der Wahrnehmung und Empfindungen

Im Wasser erlebt das Baby allerlei neue Sinneseindrücke. Und es beginnt ein rationeller Verarbeitungsprozess. Zudem wird das zentrale Nervensystem stimuliert. Neue Empfindungen und Wahrnehmungen werden erzeugt.

Baby unter Wasser

3. Entwicklung der Muskulatur

Beim Babyschwimmen findet eine Stärkung des Muskeltonus statt. Außerdem fördert es auch die Entwicklung des Gleichgewichtssinns und der Koordination des Bewegungsapparats. Wenn die Zeit kommt, in der das Kleinkind laufen lernt, kann diese Art der Stimulation auch helfen.

Da im Wasser das Körpergewicht um bis zu 90% abnimmt, muss das Kleine beim Babyschwimmen nicht gegen die Schwerkraft ankämpfen. In dem nassen Element sind Bewegungen, Haltungen, Empfindungen und Spiele möglich, die es so außerhalb des Wassers nicht gibt.

Folglich kann das Kleine hier alle möglichen Bewegungen machen, die der Schwerkraft trotzen. Und es erlebt ganz spielerisch physikalische Gesetze wie Auftrieb, Antrieb, Verdrängung, Gleichgewicht, Widerstand und so weiter.

 

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4. Babyschwimmen verbessert auch die Atmung

Diese Aktivität erleichtert das Ausscheiden von eventuellem Schleim. Auch trägt das Eintauchen ins Wasser ganz allgemein zur Verbesserung der Atmung bei.

5. Stärkung des Immunsystems

Zudem fördert das Babyschwimmen die Stärkung der Abwehrkräfte. Diese sind wichtig, um den Säugling gegen mögliche Infektionen durch Bakterien und Viren zu schützen.

6. Förderung der Psychomotorik

Die Stimulation während des Planschens im Wasser trägt zur Entwicklung der Psychomotorik bei. Das heißt, durch das Körpererlebnis fördert das Babyschwimmen neben den motorischen auch die expressiven und kreativen Fähigkeiten.

Das Baby nimmt neue Dinge und Gefühle wahr. Zudem macht es neue körperliche Erfahrungen.

Denn im Wasser kann das Baby seine Bewegungsmöglichkeiten erweitern. Außerdem kann es ganz neue Dinge entdecken und ausprobieren. Und dadurch wiederum neue Fähigkeiten entwickeln.

Das Baby lernt nach und nach, indem es experimentiert und mit seiner Umwelt interagiert. So wird es auch in einer anderen neuen Umgebung beobachten, erforschen und dazu lernen. Seine intellektuelle Entwicklung wird angeregt.

7. Förderung der visuellen Wahrnehmung sowie des Tastsinns

Im Wasser sind viele Dinge ganz anders als sonst. So auch die Wahrnehmung. Daher kann das Baby hier ganz andere Empfindungen und visuelle Muster erleben und gleichzeitig auch den Tastsinn entwickeln.

 

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8. Babyschwimmen wirkt entspannend

Das Wassererlebnis hat auch entspannende Eigenschaften. Das gilt natürlich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Dadurch schlafen die Kleinen ebenso wie die Großen besser ein.

9. Gute Vorbereitung für das spätere Schwimmen lernen

Der Kontakt mit Wasser von klein auf ist auch eine gute Vorbereitung auf das spätere Schwimmen lernen. Das ist auch ganz allgemein sehr wichtig. Aber früh schwimmen zu lernen kann auch ein Anreiz für Kinder sein, mit dieser oder einer anderen Sportart zu beginnen.

10. Der Appetit wird gesteigert

Das ist etwas, was alle wissen: Sich im Wasser bewegen macht Hunger! Und natürlich gilt dasselbe auch für die Kleinsten. Nach dem Babyschwimmen werden sie größeren Appetit haben!

11. Förderung der Selbstwahrnehmung

Durch das Experimentieren mit dem eigenen Körper, den Haltungen und Positionen wird die Selbstwahrnehmung des Babys und sein Bewusstsein allgemein gefördert. Darüber hinaus entwickelt der Säugling auch Konzepte wie oben, unten, außen, innen, vorne, hinten, untertauchen, treiben etc.

Baby beim Babyschwimmer
 

Empfehlungen fürs Babyschwimmen

  • Ausgebildete KursleiterInnen. Du solltest unbedingt einen Kurs unter Leitung von qualifiziertem Personal suchen.
  • Schwimmbecken. Die Schwimmbecken, in denen das Babyschwimmen stattfindet, sollten ausschließlich für Babys genutzt werden. Denn das Wasser braucht eine entsprechende Behandlung. So sollte man kein Chlor verwenden. Empfehlenswert sind mit Salz behandelte Wasserbecken. Darüber hinaus sollte die Temperatur zwischen 32°-34° liegen. Denn so kann man mögliche Beschwerden an Schleimhäuten, Haut und Augen des Babys vermeiden.
  • Achte auf die Methoden. Beim Babyschwimmen ist es ratsam, Eile oder strenge Ziele zu vermeiden. Jedes Baby hat seine eigenen Lern- und Entwicklungzeiten. Die Fortschritte jedes Kindes werden unterschiedlich sein. Und nicht jedes wird auf die gleiche Weise profitieren. Das Babyschwimmen sollte stets auf die Babys und ihre jeweiligen Bedürfnisse und Fähigkeiten ausgerichtet sein und niemals umgekehrt.
 
  • Latorre García, J., Sánchez-López, A. M., Baena García, L., Noack Segovia, J. P., & Aguilar-Cordero, M. J. (2016). Influencia de la actividad física acuática sobre el neurodesarrollo de los bebés: revisión sistemática. Nutrición Hospitalaria, 33, 10-17. http://scielo.isciii.es/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0212-16112016001100002
  • Moreno, J. A., & De Paula, L. (2005). Estimulación acuática para bebés. Revista iberoamericana de psicomotricidad y técnicas corporales, 20, 53-82.
  • Moreno, J. A., & De Paula, L. (2005). Actividades Acuáticas para el primer año de vida del bebé. In II Congresso Internacional de Atividades Aquáticas. Murcia: Instituto UP de Ciências Del Deporte.