Konservierung von Stammzellen aus der Nabelschnur

10 März, 2020
Ist es empfehlenswert, die Nabelschnur aufzubewahren? In unserem heutigen Artikel werden wir diese und weitere Fragen zur Konservierung von Stammzellen beantworten.

Das Ziel dieses Artikels ist es nicht, dich von der Notwendigkeit zu überzeugen, die Nabelschnur zu konservieren. Außerdem wollen wir auch nicht den Eindruck erwecken, dass Gentests während der Schwangerschaft erforderlich sind. Und natürlich wollen wir dir auch kein schlechtes Gewissen einreden, wenn du dich dazu entscheidest, all dies nicht zu tun. Wir wollen dir lediglich einige Informationen über die Konservierung von Stammzellen aus der Nabelschnur vermitteln.

Wenn du weiter liest, dann entscheidest du dich lediglich dazu, einige Informationen zu diesem Thema zu erhalten, die dir bei deiner Entscheidungsfindung helfen könnten. Daher werden wir dir einige der Fragen, die du zur Konservierung von Stammzellen und der Aufbewahrung der Nabelschnur haben könntest, beantworten.

Was sind Stammzellen und warum solltest du die Nabelschnur konservieren?

Stammzellen sind die ersten Zellen, die sich in einem Organismus bilden. Sie werden auch als totipotent bezeichnet, weil sie die Fähigkeit haben, sich in alle Zelltypen eines Organismus zu differenzieren und daher einen kompletten Organismus ausbilden können. Darüber hinaus können sie auch weitere Stammzellen bilden. Aber was macht sie so besonders?

Eigenschaften von Stammzellen

Aufgrund der besonderen Eigenschaften von Stammzellen sind sie ein wichtiger Forschungsschwerpunkt in vielen aktuellen Studien. Dies trifft besonders auf Studien zu, die sich mit Gentherapie und der Entwicklung des menschlichen Lebens beschäftigen. Die bestimmenden Eigenschaften von Stammzellen können wir in drei Hauptpunkten zusammenfassen:

  • Sie besitzen die Fähigkeit, sich zu teilen und sich selber zu erneuern und können Tochterzellen bilden.
  • Sie können sich differenzieren und reifen und spezialisierte Zellen wie Neuronen, Erythrozyten usw. bilden.
  • Außerdem können Stammzellen im Labor kultiviert werden, um Stammzellenlinien zu erhalten.
von Stammzellen - Stammzellen

Darüber hinaus werden Stammzellenlinien als Quelle für Progenitorzellen verwendet. Sie stammen von einer ursprünglichen Stammzelle und können sich nicht differenzieren. Normalerweise haben sie keine angeborenen Defekte und werden grundsätzlich sowohl in der Gentherapie als auch in der Forschung und in Untersuchungen verwendet.

Welche Arten von Progenitorzellen gibt es?

Das Wunder des Lebens hat seinen Ursprung in einer einzigen Zelle. Kurz nach der Befruchtung hat der entstehende Embryo in seinem Inneren alle Informationen, die zur Entwicklung eines gesamten Organismus erforderlich sind. Nach 24 Stunden bleiben die Zellen der Zygote rein und sind dazu in der Lage, einen kompletten Embryo auszubilden. Genau das qualifiziert diese Zellen als totipotent.

Allerdings verlieren die Zellen diese Eigenschaft 7 Tage nach der Befruchtung. Die Entwicklung des Embryos schreitet voran, die Stammzellen differenzieren sich und reifen. Obwohl sie nach wie vor jede Zelllinie bilden können, sind sie nicht mehr in der Lage, einen kompletten Embryo auszubilden.

Die Gene, die für diese Fähigkeit verantwortlich waren, wurden in der Zwischenzeit unterdrückt. Daher werden diese differenzierten Stammzellen von diesem Zeitpunkt als pluripotent oder embryonal bezeichnet.

Woher kommen die Stammzellen?

Bis heute hat die Forschung zwei Quellen für Progenitorzellen identifiziert. Die erste sind Embryos im frühen Stadium, von denen wir embryonale Stammzellen erhalten. Die zweite Quelle von Stammzellen findet sich im adulten Organismus. Aber wie unterscheiden sich diese Zellen?

Embryonale Stammzellen

Embryonale Stammzellen können zwischen dem 4. und 7. Tag nach der Befruchtung gewonnen werden. Grundsätzlich stammen sie aus dem Überschuss, der bei einer In-vitro-Fertilisation erzeugt wird.

Diese Praxis löst zahlreiche Kontroversen aus, denn letztendlich beinhaltet sie die Zerstörung eines gesunden und lebensfähigen Embryos. Darüber hinaus können embryonale Stammzellen in seltenen Fällen auch aus abgegangenen Embryos oder fetalen Tumoren gewonnen werden.

Diese Stammzellen sind von großem therapeutischem Nutzen. Wie wir bereits erwähnt haben, sind diese pluripotenten Zellen in der Lage, jede andere Zellart zu bilden. Daher sind sie bei Behandlungen sehr hilfreich, bei denen Gewebe oder Organe regeneriert werden.

Allerdings ist es auch heute immer noch sehr kompliziert, den Prozess der Zelldifferenzierung auf den gewünschten Zelltyp auszurichten. Daher werden diese Behandlungsformen weiterhin erforscht und untersucht.

Adulte Stammzellen

Obwohl sie nur in sehr geringen Mengen vorkommen, können wir dennoch in fast allen Geweben des Körpers adulte Stammzellen finden. Die meisten Studien und Behandlungen konzentrieren sich auf die Gewinnung von Progenitorzellen aus Knochenmark, da diese relativ gut zugänglich sind.

Allerdings ist das Problem adulter Stammzellen der Grad ihrer Reife. Sie haben bereits ihre Fähigkeit verloren, sich zu jeder Zellart zu entwickeln und sind jetzt nur noch “multipotent”.

Jüngste Studien, die von Dr. Catherine Verfaillie, Professorin und Direktorin des Stammzelleninstituts der Universität von Minnesota, durchgeführt wurden, liefern jedoch neue Erkenntnisse. Diese Studien haben gezeigt, dass die multipotenten Stammzellen nicht nur Blutzellen, sondern auch Gehirn- und Herzzellen bilden können.

Ihrem Team gelang es, Gehirnzellen aus im Labor kultivierten mesenchymalen Stammzellen zu produzieren. Dieses Ergebnis lässt vermuten, dass adulte Stammzellen formbarer sind als bisher angenommen.

Worum genau geht es bei der Konservierung von Stammzellen aus der Nabelschnur?

Dank verschiedener Studien wie der von Dr. Verfaillie ist es Forschern gelungen, spezielle Progenitorzellen im Blut der Nabelschnur zu finden. Mesenchymale Stammzellen behalten auch als adulte Zellen ihre Fähigkeit bei, unterschiedliche Zelltypen zu produzieren.

Die Verwendung unserer eigenen Zellen eröffnet der regenerativen Medizin sehr viele Möglichkeiten. Mit anderen Worten, es wird möglich, kranke Zellen durch gesunde zu ersetzen, ohne das Risiko, dass diese Zellen vom Körper abgestoßen werden.

Dieser Anwendungsbereich ist von entscheidender Bedeutung für Patienten mit Leukämie. Allerdings ist nach wie vor noch sehr viel Forschungsarbeit erforderlich, um den Nutzen dieser künftigen medizinischen Behandlungen zu maximieren.

von Stammzellen - Forschung

Welche Möglichkeiten gibt es, um die Nabelschnur zu konservieren?

Momentan gibt es verschiedene Möglichkeiten, um eine Nabelschnur zu konservieren. Beispielsweise können Eltern das Blut aus der Nabelschnur und der Plazenta ihres Babys an eine öffentliche Nabelschnurblutbank spenden. Die medizinische Gemeinschaft ermutigt Eltern, Stammzellen auf diese Weise zu spenden, welche dann in der Forschung und der Gentherapie verwendet werden können.

Darüber hinaus gibt es auch private Nabelschnurblutbanken. Sie bieten die Kryokonservierung der Nabelschnur an. Die darin enthaltenen Stammzellen dienen als potenzieller Schutz für die Familie, falls sie irgendwann gebraucht werden sollten.

Allerdings ist dieses Verfahren meist mit hohen Kosten für die Familien verbunden, ohne dass eine klare Indikation für den tatsächlichen Nutzen besteht.

Tatsächlich fordern Experten, die Aufbewahrung für den autologen Gebrauch zu beschränken. Wenn Patienten mit Leukämie ihre eigenen Stammzellen erhalten wollen, besteht ein hohes Risiko, dass auch diese Zellen den gleichen Krebs verursachenden genetischen Defekt aufweisen. Natürlich besteht aber immer die Möglichkeit, bei Geschwistern nach kompatiblen Zellen zu suchen.

“Früher haben wir geglaubt, dass unser Schicksal in den Sternen steht. Heute wissen wir, dass unser Schicksal größtenteils in unseren Genen liegt.”

  • Mayo Clinic (24 enero 2019). Células madre: qué son y qué hacen[artículo en web]. Recuperado de: www.mayoclinic.org
  • Pérez de la Prada, M.T. (última consulta mayo 2019). Las células madre o progenitoras [artículo del libro La salud cardiovascular]. Recuperado de: www.fbbva.es
  • Universidad de Minnesota (última consulta mayo 2019). Acerca de C.M. Verfaillie [artículo en web científica]. Recuperado de: www.michaeljfox.org
  • Sutil, M (29 mayo 2017). En España no hay banco privado para guardar el cordón umbilical [artículo en revista digital]. Recuperado de: www.diariomedico.com