Wie du toxische Eltern erkennen kannst

· 10. Mai 2018
Die Erziehung ist eine schwierige Aufgabe und oft fragen wir uns, ob unsere eigenen Bedürfnisse dabei erfüllt werden. Stattdessen sollten wir darüber nachdenken, ob das, was wir für unsere Kinder tun, wirklich für ihr Glück zuträglich ist.

Vielleicht tun wir eher uns selbst damit einen Gefallen tun. Aus letzterem entstehen so genannte toxische Eltern.

Toxische Eltern sind sind Eltern, die glauben, dass sie ihren Kindern helfen oder sie schützen. Tatsächlich richten sie aber Schaden an, ohne es zu merken.

Von dem Tag an, an dem wir Eltern werden, ist unser einziges Anliegen das Wohlergehen der Kinder. Wir wollen ihnen all die Möglichkeiten geben, die uns verwehrt wurden. Oft ohne, dass wir uns über die Schwierigkeiten und die Mühe bewusst sind, die es braucht, um sie mit allem notwendigen zu versorgen.

In anderen Fällen machen wir auch den Fehler, zu ernst und streng zu sein, was auch schlecht sein kann. Dasselbe ist der Fall, wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse immer vor ihre stellen oder wenn wir wollen, dass sie um jeden Preis das tun, was wir erwarten.

Deshalb müssen wir uns die folgende Frage stellen: Woran erkennt man toxische Eltern?

Toxische Eltern: Welche Typen gibt es?

Die Helikopter-Eltern

Helikopter-Eltern wollen ihre Kinder übermäßig schützen und sich um all ihre Aufgaben und Probleme kümmern. Das reicht vom Gespräch mit den Lehrern bis hin zur Auswahl der Freunde des Kindes.

Diese Situation führt dazu, dass die Kinder unter Angst und Stressstörungen leiden.

Sie werden daran gehindert, ihre eigene Unabhängigkeit zu entwickeln und unfähig gemacht, sich bestimmten Situationen zu stellen.

Konkurrierende Eltern

Dies sind toxische Eltern, die ihre Frustrationen und Wünsche auf ihre Kinder projizieren.

Es sind in der Regel autoritäre Menschen, die ihre Kinder dazu drängen, in jeder Disziplin die besten Noten zu bekommen, auch wenn dies unglaubliche Arbeitsstunden bedeutet. In den meisten Fällen interessieren die Eltern sich nicht dafür, was ihre Kinder selbst wollen.

Durch diesen Typ von Eltern entwickeln sich sehr leistungsfähige Erwachsene, die höchstwahrscheinlich Probleme mit Stress haben werden. Wenn sie erwachsen werden, haben sie wahrscheinlich auch ein geringes Selbstwertgefühl oder ein erhöhtes Bedürfnis nach Akzeptanz und Anerkennung.

Schwammige Eltern

Auf den ersten Blick der ideale Elterntyp aus der Sicht eines Kindes: lässig, großzügig und nachsichtig.

Sie setzen ihren Kindern keine Grenzen und erlauben ihnen, jeder ihrer willkürlichen Launen nach zu gehen. Sie glauben, dass dies ihre Kinder glücklich macht, aber in der Realität erschaffen sie Kinder, die egoistisch und unzuverlässig werden.

Diese Eltern kommen oft aus sehr strengen Bildungssystemen, oder hatten Eltern, die nicht oft zu Hause waren. Sie versuchen, die fehlende Präsenz durch Geschenke und übertriebene Freiheiten auszugleichen.

Manipulierende Eltern

Diese Eltern wollen, dass ihre Kinder sich nach ihren Wünschen verhalten, indem sie jede erdenkliche Methode anwenden. Sie benutzen gehäuft emotionale Erpressung, psychischen Missbrauch (in schweren Fällen auch körperliche Gewalt) und Manipulationstechniken.

Sie ziehen Kinder groß, die unter Minderwertigkeits- und Schuldgefühlen leiden.

Es sind Menschen, die selbst arm dran sind und die fähig sind, Gespräche zu ihrem eigenen Nutzen zu lenken oder Argumente zu verdrehen. Sie zeichnen sich grundsätzlich durch ihren Egoismus aus.

Toxische Eltern setzen keine Grenzen

Abwesende Eltern

Wie der Name schon sagt, sind sie fast nie im Leben ihrer Kinder präsent. Manchmal liegt es an der Arbeit und manchmal an der ehelichen Scheidung.

Kinder leiden in diesen Fällen unter dem Gefühl der Verlassenheit und dem Mangel an wichtigem emotionalen Rückhalt. Viele von ihnen spüren Hass und manchmal Bewunderung gegenüber einem Elternteil.

Bei dieser Art von toxischen Eltern haben die Kinder keine Priorität.

Die Kumpel-Eltern

Die Kumpel-Eltern versuchen die besten Freunde ihrer Kinder zu sein. Genau wie die schwammigen Eltern setzen sie keine Grenzen und denken, dass sie so mehr von ihren Kindern geliebt werden. Sie benutzen oft Ausdrücke, die andere als „jugendsprachlich“ bezeichnen würden. Sie verhalten sich in der Regel unangemessen und sind übermäßig freizügig.

Dieses Verhalten wird auch vor den Freunden der Kinder beibehalten. Das Kind fühlt sich dann oft verlegen und beschämt.

Durch diese Haltung werden die Eltern nicht ernst genommen. Sie werden nicht als Autoritätspersonen angesehen oder respektiert. Dies wiederum schafft Entfremdung zwischen Eltern und Kindern.

„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern.“

– Nelson Mandela –

Gibt es bei diesen Erziehungsstilen Abhilfe?

Toxische Eltern setzen Manipulationstechniken ein

Wenn du dich mit einem dieser Typen von toxischen Eltern identifizierst, kannst du dein Verhalten noch ändern. Es ist nicht notwendig, sich selbst zu bestrafen oder sich schuldig zu fühlen. Das Wichtigste ist, sich des Problems bewusst zu sein. Manchmal können wir zu toxische Eltern werden, weil wir das Beste für unser Kind wollen. Das Problem ist, dass nicht alles, was wir für gut halten, auch wirklich gut ist.

Dein Kind hat nur diese eine Kindheit und es muss sie mit dir verbringen. Egal wie viele väterliche und mütterliche Personen mit ihm interagieren: du wirst immer die Referenz sein. Du solltest immer auf seine Bedürfnisse achten und versuchen, dich so gut wie möglich einzufühlen. Niemand kennt dein Kind besser als du.

Man darf nicht vergessen, dass Kinder auch Menschen sind, mit eigenen Ängsten, Wünschen und Gefühlen, die genauso wichtig sind wie die der Erwachsenen. Sie sollten respektiert und geschätzt werden, da diese Phase den Rest ihres Lebens bestimmen könnte.