Wann schafft dein Kind erste Erinnerungen im episodischen Gedächtnis?

· 3. Mai 2018
Nur wenige Menschen haben klare Erinnerungen aus der frühesten Kindheit. Und sogar Erinnerungen aus dem ersten und zweiten Lebensjahr sind selten.

Wann schafft dein Kind erste Erinnerungen?

Du fragst dich vielleicht: wann schafft dein Kind erste Erinnerungen? Unsere ersten Erinnerungen stammen durchschnittlich aus einem Alter von 3 Jahren und 4 Monaten. Einer der Gründe hierfür ist, dass unser Gehirn zuvor noch nicht ausreichend entwickelt ist.

Einige Menschen behaupten, dass sie sehr verschwommene Erinnerungen aus der frühen Kindheit haben. Manche meinen sogar, dass sie noch Bilder im Kopf von sich in der Wiege haben. Doch Experten sind diesbezüglich skeptisch. Diese „Erinnerungen“ mögen sich wie verschwommene Erlebnisse anfühlen, doch es kann sein, dass sie lediglich auf Geschichten basieren, die ihnen die Mütter über ihre Kindheit erzählt haben.

Laut Wissenschaft wandelt sich diese bildliche Vorstellung in etwas um, das wie eine verschwommene Erinnerung scheint. In den meisten Fällen handelt es sich also nicht wirklich um echte Erinnerungen.

Das wissen wir deshalb, weil das episodische Gedächtnis sich erst nach 3 Jahren bildet. In diesem werden autobiographische Ereignisse gespeichert. Es enthält Daten zu speziellen Momenten, Orten, damit verbundenen Emotionen und andere Details, die unsere Sammlung wahrlich bereichern.

Die Erinnerungen deines Babys entstehen durch einen komplexen Prozess

wann schafft dein Kind erste Erinnerungen?

In den ersten drei Lebensjahren entwickelt sich das Gehirn eines Kindes sehr schnell. Es erstellt eine unglaubliche Menge neuer Verbindungen. Forscher haben sogar bewiesen, dass das Gehirn eines einjährigen Kindes mehr Verbindungen aufweist als in jedem anderen Alter.

Doch das Gehirn wird sich mit der Zeit verändern. Laut der Wissenschaftlerin Catherine Loveday von der Westminster University, muss sich unser Gehirn „stutzen“. Das heißt, dass das Auflösen einiger Verbindungen ein notwendiger Prozess für die Funktionsfähigkeit des Gehirns ist. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Stutzen eines Baumes. Dadurch verlieren Babys ihre ganz frühen Erinnerungen.

Wann schafft dein Kind erste Erinnerungen?

Einige Theorien unterstreichen, dass sie Entwicklung der Sprache das Schaffen von Erinnerungen erheblich fördert. „Wir erinnern uns an das, was benannt wurde.“

Kürzlich veröffentlichte Studien brachten dies auch in Zusammenhang mit dem Erinnerungsvermögen von Kindern. Forscher fügen hinzu, dass das episodische Gedächtnis keine Erinnerungen an Dinge bilden kann, in denen Konzepte erscheinen, die ein Kind noch nicht begreifen kann.

Für unser Gehirn ist es schwierig eine Erinnerung zu formulieren bevor wir ein sprachliches Konzept für jedes Detail haben. Die Antwort auf die Frage: „Wann schafft dein Kind erste Erinnerungen?“ lautet also: Ein Kind kann keine Erinnerung im episodischen Gedächtnis schaffen, wenn es noch nicht sprechen kann. Erst das Sprechen erlaubt es deinem Kind jedes Detail und jede Emotion zuerst zu benennen und dann zu speichern.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist folgender: Der Hippocampus spielt eine Schlüsselrolle beim Formulieren und Speichern von episodischen Erinnerungen. Dieser entwickelt sich während der frühen Kindheit. Das erklärt, warum Kinder keine Erinnerungen aus dieser Zeit behalten können. Ihr Gehirn ist dafür noch nicht bereit.

Erinnerungen und die Formbarkeit des Gehirns

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Warum manche Erinnerungen einfach gelöscht werden weiß man nicht genau. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass das Gehirn von jungen Kindern noch sehr formbar ist und sich stetig verändert.

Dadurch entsteht Platz für neu Gelerntes. Und Spezialisten bestätigen, dass Kinder mit 3 Jahren in der Lage sind, permanente Erinnerungen zu schaffen.

Geordnete Sprache ist eine Voraussetzung für die Fähigkeit, Erinnerungen zu speichern. Um diese klar abzuspeichern, bedürfen Kindern der Fähigkeit eine Erzählstruktur zu formen. Sie müssen in der Lage sein ihre Erlebnisse zu beschreiben um sie schlüssig zu speichern.

Ebenso sollten Kinder das Erlebte interpretieren können. Das geschieht, wenn wir uns ein Geschehnis wieder vor Augen halten und nachvollziehen, was passiert ist. In diesem Alter kann dein Kind schon zwischen gewöhnlichen, alltäglichen und außergewöhnlichen Vorkommnissen unterscheiden.

Du kannst deinem Kind helfen seine Erinnerungen zu festigen

Du weißt bereits, dass das Gedächtnis eine gewisse Reife haben muss, damit es Informationen behalten kann. Doch es gibt Techniken mit denen du deinem Baby beim Bilden von Erinnerungen helfen kannst.

Da Erinnerungen fast immer mit Gefühlen zusammen hängen, kannst du deinem Baby eine Reihe von Erlebnissen bieten. Um sich zu erinnern müssen Kinder erkunden, anfassen, fühlen… Mit anderen Worten, sie müssen die Dinge erleben. Ihnen nur etwas zu erzählen ist nicht ausreichend.

Die Sinne deines Kindes zu stimulieren ist ein weiterer Weg um Momente intensiver zu gestalten. Wenn du deinem Kind also von etwas erzählst, dann kannst du ihm dazu Bilder oder Videos zeigen. Auch Gerüche und Geschmäcke kannst du einschließen.

Wann schafft dein Kind erste Erinnerungen? Du kannst ihm dabei helfen!

Bilder sind der beste Weg um dein Kind anzuregen. Es ist viel einfacher für sie sich an etwas zu erinnern, wenn bei der Erzählung Bilder gezeigt werden.

Auch das Besprechen von Erlebtem ist hilfreich. Gespräche helfen Kindern nicht nur dabei ihre Erinnerungen zu festigen, sondern auch Emotionen auszudrücken.

Ein Gespräch eignet sich gut, um deinem Kind zu erklären dass verschiedene Gefühle normal sind. Du kannst mit deinem Kind über Traurigkeit, Angst, Schmerz usw. reden. Indem du das tust, wirst du ihm helfen Erinnerungen auf eine positive Art zu kreieren.