Bald wird es Muttermilchpulver geben

· 2. Mai 2018
Die Muttermilch ist ein Naturprodukt und eine der wichtigsten Substanzen für das menschliche Leben. Muttermilch bietet die beste natürliche Mischung aus Nährstoffen, die das Baby in den ersten Lebensmonaten braucht.

Manchmal ist das Stillen jedoch nicht möglich. Für diesen Fälle könnte man bald Muttermilchpulver verwenden.

Muttermilch wird wegen ihrer gesundheitlichen Vorteile sehr geschätzt. Sie reichen bis ins Erwachsenenalter. Nach angaben der WHO reduziert das Stillen die Kindersterblichkeit und schützt vor Krankheiten, wie Durchfall, Lungenentzündung und Asthma. Wenn du ausschließlich stillst, gibt dies deinem Baby in den ersten Monaten zudem die Energie, die es braucht um stark und gesund zu werden.

Leider können viele Mütter ihr Baby nicht oder nicht so viel stillen, wie sie möchten. Viele leiden unter ernährungsbedingten Beschwerden oder anderen Krankheiten, die das Stillen erschweren.

In diesen Fällen ist das Stillen für Mutter und Kind nicht möglich. Das führt zu einer wichtigen Frage: wie kann man sicherstellen, dass diese Neugeborenen alle nötigen Nährstoffe erhalten, die sie brauchen ohne ihr Verdauungssystem zu beschädigen?

Aus diesem Grund wurden Banken für Muttermilch eröffnet. Hier können Frauen spenden, die mehr Milch produzieren als sie benötigen. Studien haben jedoch gezeigt, dass das Pasteurisieren der Muttermilch einige der essenziellen Proteine und Fettsäuren in der Milch zerstört. Diese Nährstoffe sind bekanntlich von entscheidender Bedeutung für die Ernährung des Babys. Bei hohen Temperaturen bauen sich die Nährstoffe ab.

Muttermilchpulver dosieren

Unglaublich: Muttermilchpulver

Eine Gruppe von Forschern der Universität Guadalajara in Mexiko hat einen Durchbruch durch den technischen Fortschritt erzielt. Mit Hilfe des städtischen Zivilkrankenhauses ist es ihnen gelungen eine ganz neue Art von Milchpulver zu entwickeln: Muttermilchpulver. Das entwickelte Verfahren ist für die Lagerung und Konservierung des Pulvers sehr vielversprechend und dürfte sehr hilfreich sein.

Die Forscher trennten überschüssiges Wasser von der Muttermilch mit hohen Temperaturen ab. So konnten sie die Milch entwässern und sie in ein Pulver umwandeln, ohne sie zu pasteurisieren. Außerdem muss man die Milch nicht im Gefrierschrank aufbewahren, was einen weiteren Abbau der Nährstoffe vermeidet.

Die Pulverisierung erfolgt, indem die Flüssigkeitstropfen bei hoher Temperatur verdampfen. Das Verfahren wird Sprühtrocknung genannt. Dabei wird die Milch in sehr kleine Tropfen zerstäubt und mit heißer Luft verdampft. So verdunstet die Flüssigkeit der Tropfen und sie werden nach dem Trocknen zu einem Pulver.

Das Pulver wird Tropfen für Tropfen gesammelt. Dieses Verfahren erhält fast alle Inhaltsstoffe der Muttermilch. Es gehen nur 10%  der Inhaltsstoffe verloren. Somit kann man sagen, dass Muttermilch als Pulver fast so gut ist wie echte Muttermilch.

Spenden für Muttermilchpulver

Muttermilchpulver rettet Leben

Mit diesem Durchbruch kann man die Muttermilch nun lagern und zu isolierten Bevölkerungsgruppen transportieren. Das Produkt ist ohne Qualitätsverluste bis zu 6 Monate haltbar. Diese Innovation hat tausenden von Kindern in Not ohne große Kosten geholfen.

Bekanntlich haben Muttermilchbanken eine wichtige soziale Funktion. Die problematische Lagerung erschwert jedoch einen sicheren Transport.

Muttermilchpulver hingegen bietet zahlreiche Vorteile. Da man das Muttermilchpulver unter unterschiedlichen Bedingungen sicher transportieren kann, kann man es auch in abgelegenere Gebiete bringen.

Die nächste Hürde besteht darin, eine Bank für Muttermilchpulver zu erschaffen, die einer großen Zahl von Kindern zugute kommt. Das wird insbesondere Familien helfen, die fernab von medizinischen Einrichtungen und von Großstädten leben. Die erste Bank für Muttermilchpulver ist für Mexiko geplant aber es wird bald mehr Banken in anderen Ländern geben.

Nach Angaben der Forscher ist die Muttermilchpulverbank derzeit dabei, die Patente anzumelden. Wenn dies geschehen ist, können andere die Technologie erwerben. Solch eine Erfindung wird vielen Babys mit Ernährungsproblemen helfen – innerhalb und außerhalb von Krankenhäusern.