Stereotypen durchbrechen: auch unsere Söhne sind liebevoll und mitfühlend

9. Mai 2018
Auch unsere Söhne sind liebevoll und mitfühlend. Sie stehen unseren Töchtern darin in nichts nach. Zärtlichkeit ist keine Eigenschaft, die Mädchen vorbehalten ist. Wir müssen uns von diesem Stereotyp verabschieden. Nur so können wir Söhne groß ziehen, die emotional intelligent sind.
Auch unsere Söhne sind liebevoll und mitfühlend. Wir sollten sie so erziehen, dass sie Liebe und Zuneigung als positive Qualitäten verstehen und wertschätzen. 
Wir müssen uns eingestehen, dass unsere Gesellschaft noch immer das Schema des starken, stoischen und mutigen Jungen vorgibt. Zugleich sollen Mädchen pflichtbewusst, empfindsam und hübsch sein. Diese Gegensätzlichkeit der Geschlechter bestimmt fast zwangsläufig nicht nur ein vorgegebenes Bild; Es gibt auch die Art und Weise vor, wie wir mit unserem Umfeld interagieren. 

Die Jungen von gestern, die heute erwachsene Männer sind, tun sich schwer damit über ihre Gefühle zu sprechen. Es ist oft schwer für sie sich auszudrücken, mitzuteilen oder einfühlsam zu sein, wenn es die Situation erfordert. Doch auch unsere Söhne sind liebevoll und mitfühlend.

Nichtsdestotrotz gibt es etwas, das wir von Anfang an verstehen müssen. Das männliche Geschlecht besitzt ebenso wie das weibliche seine eigene emotionale Tiefe. Auch unsere Söhne sind liebevoll und mitfühlend. Jungen und Männer haben ihre eigene Sprache der Liebe. Und auch sie sind in der Lage Zuneigung auszudrücken…

Wir sollten diese Fähigkeiten unserer Söhne von Anfang an fördern. Ohne Zweifel wird ihnen das ein Leben ermöglich, das reicher an Emotionen ist.

Es ist wichtig, dass wir unseren Söhnen beibringen, dass sie keine Angst haben sollten Emotionen zu zeigen. Wir müssen sie anleiten zwischenmenschliche Beziehungen zu schaffen. Kinder mit emotionaler Intelligenz  auszustatten, bedeutet, sie weise zu erziehen. Jedes Kind verdient das. 

Testosteron im männlichen Gehirn und Spiegelneuronen

auch unsere Söhne sind liebevoll und mitfühlend

Schon früh in der Gebärmutter steigt bei männlichen Föten der Testosteron-Spiegel – allmählich und signifikant. Nach der Geburt fällt er drastisch ab und bleibt bis zum Beginn der Pubertät auf einem niedrigen Niveau. Neurologen haben gezeigt, dass dieses Hormon ausschlaggebend für die Verteilung und Verbindung einiger kleinerer Bereiche des Gehirns ist.

Unter anderem führt das dazu, dass Jungen Informationen anders verarbeiten. Es erklärt auch, warum Jungen manchmal impulsiver handeln als Mädchen oder eher ein auf Wettbewerb ausgelegtes Verhalten an den Tag legen. Doch vergessen wir nicht, dass auch das weibliche Gehirn Testosteron aufweist. Die Menge ist natürlich viel geringer.

Bedeutet das, dass Testosteron unser Söhne eher aggressiv und weniger zärtlich macht?

Das ist eine sehr klassische Vorstellung und sie wurde uns so vermittelt: Jungen kommen auf diese Welt und sind genetisch veranlagt stärker und aggressiver zu sein als Mädchen. Das ist nicht wahr. Aggression und Zuneigung haben nichts mit Genetik zu tun – zumindest nicht so sehr wie wir uns das oftmals denken. Sie sind das Ergebnis von Erziehungsmodellen.

  • Auch unsere Söhne sind liebevoll und mitfühlend. Deshalb sollten sie mit derselben Nähe, Intuition und Zuneigung erzogen werden wie Mädchen.
  • Niemals werden Jungen schon aggressiv geboren. Sind sie es, dann hat das etwas mit dem Verhaltensmodell zu tun, mit dem sie aufgewachsen ist. Manche Jungs werden unter Druck gesetzt sich so zu verhalten, dass sie „Männlichkeit“ demonstrieren. Das ist eine schädliche, giftige und eine unangemessene Art und Weise Kinder zu erziehen.

Auch Männer verfügen über Spiegelneuronen

auch unsere Söhne sind liebevoll und einfühlsam

Spiegelneuronen nehmen eine entscheidende Rolle bei unseren kognitiven Fähigkeiten ein. Sie helfen uns dabei Kontakte zu knüpfen. Sie erlauben es uns, uns in andere hinein zu versetzen, sie zu imitieren, zu verstehen und emotionale Verbindungen zu schaffen.

  • Für lange Zeit hat man gesagt, dass nur Frauen über diese Neuronenart verfügen. Das basierte auf der Tatsache, dass es ihnen oft leichter fällt, verständnisvoll und mitfühlend zu agieren. Auch sind sie es, die eher warme und von Zärtlichkeit geprägte Beziehungen pflegen und sich darüber hinaus in den anderen hineinversetzen können
  • Jetzt ist es Zeit damit aufzuräumen. Auch das männliche Geschlecht besitzt Spiegelneuronen. Tatsächlich sind Jungen, genau wie Mädchen, sehr empfindsam. Sie reagieren umgehend auf das Gesicht der Mutter, wenn sie lächelt. Auf dieselbe Art und Weise reagieren sie auf ihre Väter, wenn diese ihnen liebevoll zugetan und fröhlich sind.

Jungen sind daher genauso in der Lage Mitgefühl zu zeigen und mit anderen zu interagieren wie Mädchen. Wenn wir das jedoch unterdrücken, dann bauen sie emotional ab. Je früher das passiert, desto schlimmer wird es. Gleichzeitig werden sie dadurch distanziert erscheinen. Das ist nicht der richtige Weg!

Auch unsere Söhne sind liebevoll und mitfühlend!

auch unsere Söhne sind liebevoll und einfühlsam

Auch deine Söhne wissen, wie man jemanden umarmt. Sie machen sich Sorgen um ihre Mütter. Sie haben Angst, wenn sie dich weinen sehen. Jungen halten nach Gelegenheiten Ausschau um ihren Vätern nahe zu sein. Auch sie brauchen Zuneigung, Fürsorge und natürlich Spaß mit ihren Eltern.

Und daran ist nichts falsch. Im Gegenteil, auch für dich ist es wunderbar zu sehen, wie deine Kleinen ihre Emotionen auf positive Weise ausdrücken können. Es ist schön zu sehen, wie auch deine Söhne nach Wärme in anderen Menschen suchen und sie selbst übermitteln können.

Halte dir deshalb jeden Tag vor Augen, wie wichtig es ist, dass dein Sohn seine emotionale Intelligenz trainiert. Vermeide es, in Fallen zu tappen und Dinge zu sagen wie „Jungs weinen nicht“ oder deinen Sohn unter Druck zu setzen damit er hart bleibt und seine Gefühle für sich behält. Denn wenn du das tust, dann schickst du unfähige und unreife Männer in die Welt hinaus, die noch dazu wahnsinnig unglücklich sind.

Erziehe mit Liebe und erlaube deinen Töchtern und deinen Söhnen, Zuneigung und Emotionen frei auszudrücken. 

 

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