Die Hürden von Attachment Parenting

22. Mai 2018
Obwohl Attachment Parenting (auch bindungsorientierte Erziehung) nichts Neues ist, ist das Konzept in den letzten Jahren beliebter geworden.

In diesem Artikel erzählen wir dir, auf welche Hürden du dich beim Attachment Parenting einstellen musst.

Eltern, die sich dazu entschließen, diese Erziehungstechnik bewusst anzuwenden, werden von ihren Mitmenschen oft stark kritisiert.


Das liegt daran, dass westliche Gesellschaften wie die unsere großen Wert auf Produktivität und Unabhängigkeit legen.

Wenn du dich entscheidest, deine Kinder nach Attachment Parenting zu erziehen, musst du deine eigene Unabhängigkeit opfern, um den natürlichen (und normalen) Ansprüchen deines Babys gerecht zu werden.

Schwierigkeiten bei der Erziehung mit Attachment Parenting

Wir leben in einer Wettbewerbsgesellschaft, in der Besitz und Aussehen wichtiger sind als Glück. Wenn du dich für Attachment Parenting entscheidest, löst du dich von diesem schiefen Wertesystem.

Hohe Anforderungen an das Krankenhaus

Mache zunächst einige Nachforschungen über das Krankenhaus, in dem du dein Baby bekommen willst. Frage vor allem nach der Unterstützung beim Stillen.

Es ist wichtig, dass dein Wunsch, dein Baby sofort nach der Geburt in den Arm zu nehmen, respektiert wird.

Außerdem sollte das Krankenhaus es dir erlauben, im selben Zimmer wie dein Baby zu schlafen. Das medizinische Personal sollte dem Baby niemals ein Präparat ohne dein Einverständnis geben.

Mit anderen Worten: das Krankenhaus sollte diese Dinge nicht für dich entscheiden.

Kurzer Mutterschaftsurlaub

Viele Mütter entscheiden sich, von der Arbeit zurückzutreten, um mit ihren Kindern zu Hause zu bleiben. Immer mehr von ihnen müssen jedoch in die Arbeitswelt zurückkehren, um ihre Familien zu unterstützen.

Leider gibt es viele Hürden, durch die man seine Zeit nicht so einteilen kann, wie man es sich wünscht.

Attachment Parenting wird beliebter

Das Kind in der Obhut eines anderen zu lassen, ist eine sehr schwierige Entscheidung. Aber manchmal ist es die einzige Möglichkeit.

Denke daran, dass auch dein Kind das Gefühl der Trennung spürt. Eile nicht direkt in die Küche oder in den Waschraum, wenn du nach Hause kommst. Schenke diese Zeit deinem Kind, um die verlorene Zeit zu kompensieren.

Verlust des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten

Du wirst wahrscheinlich eine Menge negatives Feedback darüber hören, wie du dein Kind großziehst: du hast dafür nicht genug Milch, du trägst dein Baby zu viel, dein Baby weint, weil es verzogen ist und wenn du dein Baby weiter bei dir schlafen lässt, wird es nie selbstständig werden.

Freunde, Familie und Außenstehende neigen alle dazu, ihre eigene Meinung dazu kundzutun, was man besser machen sollte. Diese Kommentare können manchmal dazu führen, dass du das Vertrauen in dich selbst und deine Entscheidungen verlierst.

Aber denke mal genau darüber nach! Brauchen Menschen wirklich Präparate, Flaschen, Schnuller, Hüpfkissen und Laufgitter, um zu überleben? Oder wurden diese Objekte einfach geschaffen, um das zu ersetzen, was Babys wirklich brauchen: Ihre Mutter? Wenn du irgendwelche Schwierigkeiten hast, suche nach Informationen. Suche dir Hilfe, wenn du sie brauchst. Folge deinen mütterlichen Instinkten und du wirst wahrscheinlich die beste Lösung für das finden, was dein Kleines stört.

Deine eigenen Zweifel und Unsicherheiten

Selbst wenn man seinen mütterlichen Instinkten gehorcht und sein Selbstvertrauen bewahrt, hat man Zweifel.

Es ist schließlich nicht einfach, Mutter zu sein. Es ist eine große Verantwortung, also ist es auch normal, sich zu fragen, ob man alles richtig macht.

Eben diese Zweifel werden dir helfen, dich selbst zu reflektieren und bestimmte Dinge zu verbessern.

„Niemand ist vollkommen. Die Elternschaft ist eine Schule, in der das Lernen nie beendet ist.“

Gesellschaftliche Ablehnung deiner Erziehungsmethoden

Auch bei besten Absichten können die Meinungen von außen erdrückend sein. Freunde und Familie überhäufen neue Mütter oft mit Informationen und Vorschlägen, die das Selbstvertrauen schmälern.

Schenke diesen Meinungen nicht zu viel Aufmerksamkeit. Konzentriere dich darauf, dein Kind kennenzulernen und seine Zeichen und Signale zu entschlüsseln.

Die Leute erzählen dir vielleicht, dass deine Erziehungstechniken dein Kind schwach machen. Aber in Wahrheit gibt Attachment Parenting deinem Kind die emotionale Sicherheit, ein unabhängiger Erwachsener zu werden. Du erziehst ein Kind mit einem gesunden Selbstwertgefühl.

Attachment Parenting hat viele Hürden

Wunden aus deiner Kindheit

Abhängig von deiner eigenen Kindheit kann die Erziehung vergangene Wunden aufreißen, die schwer zu bewältigen sind. Die Mutterschaft gibt dir die einmalige Gelegenheit, dich selbst zu erforschen und dein inneres Kind zu entdecken.

Heile deine Wunden, vergebe und mache weiter. Wenn du dein Kind mit Respekt und Verständnis erziehst, gibst du auch deinem eigenen inneren Kind die Erlaubnis, akzeptiert, respektiert und verstanden zu werden.

„Wenn du den Weg des Respekts und der Gewaltlosigkeit gegenüber deinem Kind wählst, wählst du auch die notwendige Veränderung unserer Gesellschaft.“

Denke daran, dass Eltern zu sein ein täglicher Lernprozess ist und dass wir alle Fehler machen.

Attachment Parenting ist ein Erziehungsstil mit Liebe. Und was mit Liebe und Selbstaufopferung geschieht, kann einfach nicht falsch sein.

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