Was tun, wenn Kinder einen Mangel an Wachstumshormonen haben?

Ein Mangel an Wachstumshormonen wird üblicherweise bei einer Routine-Untersuchung bemerkt. Eine frühe Diagnose ist dabei entscheidend für eine effektive Behandlung.
Was tun, wenn Kinder einen Mangel an Wachstumshormonen haben?

Letzte Aktualisierung: 12. August 2018

Ein Mangel an Wachstumshormonen ist bei Kindern selten.

Ursache ist eine zu geringe Produktion an Hormonen. Dafür ist die Hirnanhangsdrüse zuständig. Der Mangel an Wachstumshormonen kann Folge einer Verletzung am Gehirn sein. Zudem kann ein Tumor in dieser Hirnregion ursächlich sein. Oder aber das Kind war Strahlen ausgesetzt.  

Auch bestimmte Krankheiten lösen eine Störung des Wachstums aus. Vererbbar ist diese jedoch nicht.

Eine eindeutige Ursache zu finden ist schwer. Bei manchen Kindern ist die Geburt ursächlich. Auch andere erbliche Störungen können damit einhergehen. Das kann eine Hasenscharte oder der Wolfsrachen sein.

Ein Mangel dieses Hormons kann auch mit Störungen der Produktion von anderen Hormonen zusammenhängen. Hormone sind deshalb so wichtig, weil sie wichtige Prozesse im Körper steuern. So auch das Wachstum.

Stete Routine-Untersuchungen beim Arzt sind überaus wichtig. Sie sind der beste Weg, um eine Störung zu erkennen. Hier gilt ganz einfach: Je früher desto besser. 

Eltern sollten aufmerksam auf erste Anzeichen dieses Mangels achten. Generell gilt nämlich: Je früher die Diagnose erfolgt, desto erfolgreicher die Behandlung.

Mangel an Wachstumshormonen – Anzeichen

Ein klares Zeichen für die Störung ist die kleine Körpergröße.

Kinder mit GHD sind kleiner als andere in derselben Altersgruppe. Das langsame Wachstum wirkt sich auch auf die Form des Gesichts aus. Ebenso betroffen sind die Gliedmaße. Alles in allem sieht der Körper dadurch gedrungen aus.

Die Muskulatur ist bei betroffenen Menschen oft sehr schwach. Darüber hinaus ist bei Männern der Penis meist sehr klein. 

Ein niedriger Gehalt an Glukose im Blut verzögert den Beginn der Pubertät.

Des weiteren ist sehr auf das Selbstwertgefühl des Kindes zu achten. Kinder, die sich körperlich von anderen unterscheiden, können darunter sehr leiden. 

Mangel an Wachstumshormonen

Die Diagnose

Die Vermessung des Kindes erfolgt beim Arzt regelmäßig. Dabei werden die Werte auch verglichen.

Besteht ein Verdacht, so macht man meist zuerst ein Röntgenbild. Dieses erlaubt die Bestimmung des Knochenalters. Außerdem kann man auch sehen, wie schnell die Knochen wachsen. 

Mittels einer Blutuntersuchung werden das Insulin und ähnliche Wachstumsfaktoren geprüft.

“In vielen Fällen bleibt die Ursache eines Mangels an Wachstumshormonen unbekannt. Bei einigen Kindern tritt er seit der Geburt auf, auch wenn er nicht erblich ist.”

Ein Weg zur Diagnose erfolgt über eine Stimulierung der Hirnanhangdrüse. Dabei werden Medikamente gegeben, die die Produktion der Hormone anregen. 

Anschließend wertet ein Spezialist die Reaktion des Körpers aus.

Eine weitere Analyse bestimmt die Menge des Neurohormons GnRH.

Eine klinische Behandlung

Bei einem Mangel an Hormonen helfen Medikamente. Genauer gesagt spritzt man dann künstliche Hormone.

Natürlich ist dafür ein Facharzt zuständig. Er bestimmt über die Dosierung. Außerdem entscheidet er wie oft und was genau gespritzt wird. Das ist von Kind zu Kind verschieden. Dasselbe gilt für die Dauer der Behandlung. Manchmal dauert sie über Jahre an.

Kinder mit GHD wachsen weniger als 5 Zentimeter im Jahr. Mit der geeigneten Behandlung kann das auf über 25 Zentimeter gesteigert werden.

Es können allerdings auch Nebenwirkungen auftreten. Diese variieren in ihrer Intensität.

Mangel an Wachstumshormonen

Einige davon sind:

  • Die Bildung von Brustgewebe bei Männern
  • Skoliose
  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken
  • Entzündungen in den Gliedmaßen
  • Kopfschmerzen
  • Leichte Hyperthyreose

Schlimmere Nebenwirkungen sind zwar möglich, doch selten. Dazu gehören Kopfschmerzen die das Sehen erschweren. Außerdem kann sich die Bauchspeicheldrüse entzünden. In einigen Fällen gibt es Probleme mit der Hüfte. Das wiederum kann natürlich beeinträchtigend sein, zum Beispiel beim Sport.

Das A und O einer gelungenen Therapie ist eine frühe Diagnose. Denn dann können Kinder oft eine normale Größe erreichen.