Farbwahrnehmung: Was und wie Babys sehen!

· 4. Dezember 2018
Bei Babys ist die Farbwahrnehmung anders, denn der Sehsinn ist noch nicht voll entwickelt. 

Bei Babys ist die Farbwahrnehmung anders, denn der Sehsinn ist noch nicht voll entwickelt. Eine Studie der University of Sussex zeigt auf, warum das so ist und welchen Entwicklungsprozess Kinder durchlaufen, um alle Farben erkennen zu können. 

Das Baby Lab der University of Sussex hat im Rainbow-Projekt untersucht, wie Kleinkinder Farben wahrnehmen und wie sie lernen, alle Farben zu sehen.

Für Babys verändert sich die Welt sehr schnell. Anfangs nehmen sie alles verschwommen war. Denn ihre Sehschärfe beträgt im Vergleich zu Erwachsenen nur 5%. In den ersten Monaten ist das Sehvermögen noch sehr begrenzt.

Neugeborene scheninen deshalb oft zu schielen. Sie sehen bis zu einem Abstand von 30 cm. Doch weiter entfernte Gegenstände oder Personen können sie schwer erkennen.

Wie Babys Farben sehen.

Stereoskopisches Sehen ist der Mechanismus, der es ermöglicht, dreidimensionale visuelle Informationen zu sammeln. Doch Säuglinge sind dazu noch nicht fähig.

Sie haben keine Tiefenwahrnehmung und sehen alles nur in zwei Dimensionen. Nach einigen Monaten können sie Gesichter in 30 cm Entfernung unterscheiden. Das ist ungefähr der Abstand zwischen der Brust und dem Gesicht der Mutter.

Entwicklung der Farbwahrnehmung

Dass wir die Welt in Farbe sehen können, verdanken wir spezialisierten Zellen der Netzhaut, den so genannten Zapfen, die es in drei Formen gibt. Obwohl Babys mit allen drei Arten von Zapfen geboren werden, braucht es Zeit, bis sie reifen und das Gehirn die Signale versteht, die es von ihnen erhält.

Im Alter von zwei Monaten können Babys zwischen rot und grün und später zwischen blau und gelb unterscheiden. Allerdings müssen es gesättigte, auffällige Farben sein. Ein Baby kann kein unscharfes Grün wahrnehmen, unterscheidet jedoch ein intensives Grün.

Anhand von 400 Babys im Alter von vier bis sechs Monaten, die über drei Jahre beobachtet wurden, kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass Babys nach vier Monaten unterschiedliche Grüntöne als eine einzige Farbe wahrnehmen.

Erwachsene hingegen können unterschiedliche Abstunfungen der Farbe Grün erkennen.

Farbwahrnehmung bei Kindern

Wie wurde deise Studie durchgeführt?

Neue Technologien haben es ermöglicht, diese Information zu erhalten. Den Kindern wurde auf einem Bildschirm ein Kreis auf einer anderen Hintergrundfarbe gezeigt. Die computergestützte visuelle Erfassung ermöglichte es den Forschern, das Bild und die Position auf der Hornhaut der Kinder zu erfassen.

Dabei wurde beobachtet, ob die Babys bei unterschiedlicher Farbintensität ihren Blick auf den Mittelpunkt des Bildschirms lenkten. Nur bei auffälligen, intensiven Farben war dies der Fall. Sobald das Kind den Blick von dem Kreis im Mittelpunkt abwendete, veränderte sich die Farbe.

Sobald die kleinen Teilnehmer nicht mehr an dem „Spiel“ interessiert waren, wurde auf dem Bildschirm eine Zeichentrickserie eingespielt, um das Interesse der Kinder erneut zu erlangen.

Forschungen über die Farbwahrnehmung sind wichtig, um frühe Tests erstellen zu können, mit denen die Sehfähigkeit von Kleinkindern bewertet werden kann.

Außerdem werden die Ergebnisse auch für die Entwicklung von Spielzeug und Fernsehprogrammen verwendet.

Weitere Forschungen zu diesem Thema sind notwendig, denn noch sind viele Fragen offen. So ist beispielsweise noch unklar, ob Babys gewisse Farben besser als andere wahrnehmen können. Zum Beispiel ob sie Himmelblau besser als Rosa erkennen.