5 Wege, ein gutes Vorbild für dein Kind zu sein

· 23. November 2018
Gute Kindererziehung beinhaltet eine Veränderung deiner Gewohnheiten und Einstellungen. Denn wie könntest du von deinen Kindern erwarten, das Richtige zu tun, wenn du eine Regel selbst nicht befolgst? Wie kannst du von ihnen Respekt erwarten, wenn du sie selbst angreifst und respektlos behandelst?

Dein gutes Vorbild zeigt deinem Kind mehr als hundert Vorträge. Du bist seine wichtigste Bezugsperson und es wird dich deshalb ganz unbewusst nachahmen.

Gehe mit gutem Beispiel voran, und man wird dir folgen.

-Bekanntes Sprichwort

Gute Kindererziehung indem du Vorbild bist

Gute Kindererziehung ist keine leichte Arbeit

Du hast dir sicher schon viele Gedanken gemacht, was du tun kannst, damit sich deine Kinder mit der Zeit in verantwortungsbewusste Erwachsene verwandeln. Das bringt uns wieder zurück zur altbekannten Frage: Was BEDEUTET gute Kindererziehung?

Zunächst müssen wir versuchen, selbst bessere Menschen und Eltern zu sein. Als Menschen sind wir ein „work in progress“: unvollkommen wie wir sind, können wir uns stets verbessern. 

Wir unterrichten, indem wir mit gutem Beispiel voran gehen. Eltern sein bedeutet, sich selbst als Vorbild für seine Kinder zu sehen.

Hier sind einige Tipps, für eine gute Kindererziehung. Es handelt sich um Auszüge aus dem Buch La Crianza Feliz (Frohe Elternschaft) der spanischen Autorin und Erziehungsexpertin Rosa Jove.

Gute Kindererziehung durch gutes Vorbild

Vermeide Erwachsenenzentrismus

Wenn ein Erwachsener einem Kind gegenüber immer überlegen sein und Recht haben will, spricht man von Erwachsenenzentrismus.

In dieser Art von Kindererziehung verlangen Erwachsene blinden Gehorsam. Denn die Eltern sind in diesem Fall der Meinung, dass Regeln immer von oben nach unten, das heißt vom Größten auf den Kleinsten übertragen werden.

Die Ansicht ist, dass Eltern niemals falsch liegen und wenn doch, dann verheimlichen sie es einfach. Sollten ihre Fehler zu groß und offensichtlich sein, um sie zu verbergen, erfinden sie Ausreden, um sich nicht entschuldigen oder rechtfertigen zu müssen.

Viele Eltern glauben immer noch, dass nur sie alleine wissen, was das Beste ist. Sie denken gar nicht daran, auf die wundervollen Ideen und Vorschläge zu hören, die ihre Kinder hervorbringen.

Denke daran: In einer Familie sollten sich keine Mitglieder gegenseitig angreifen oder verteidigen, sondern kommunizieren und Verständnis zeigen. 

Scheue dich also nicht davor, Fehler zuzugeben und versuche, Probleme direkt anzusprechen. Dies bedeutet gute Elternschaft und wird deinem Kind helfen, zu einer bescheidenen Person zu reifen.

Habe Verständnis

Wir müssen 2- bis 4-jährigen Kindern sehr deutlich zeigen, dass wir sie verstehen, auch wenn wir ihre Aktionen nicht immer billigen.

Denn dies ist die Altersphase, in der Kinder anfangen, ihre Unabhängigkeit zu entwickeln. Sie versuchen, Dinge selbständig zu tun und den Eltern zu widersprechen.

Wir müssen dies zunächst verstehen, bevor wir versuchen, ihre Verhaltensweisen zu korrigieren. Selbst wenn ihr Handeln gegen unsere Prinzipien verstößt – sie handeln nicht, um uns zu nerven, sondern um selbst neue Dinge auszuprobieren und mit ihrer Umwelt zu experimentieren.

Lasse deine Kinder experimentieren und Dinge selbst erlernen. Es wird ihnen dabei helfen, zu selbstsicheren und unabhängigen Menschen zu reifen. Wenn du ein gutes Vorbild bist, werden sie dich nachahmen!

Teile Gewohnheiten und Routinen 

Lernen, wie man ein Bad nimmt, eine Mahlzeit zubereitet und aufräumt, ist wichtig. Am besten gehst du diesen Hausarbeiten möglichst motiviert nach, denn das Ergebnis zählt, und nicht nur die Tatsache, dass diese Aufgaben nötig sind.

Psychologin Rosa Jove empfiehlt, dass wir Gewohnheiten nur etablieren sollten, wenn eine Aufgabe essentiell ist und es absolut unmöglich sein sollte, sie deinem Kind auf spielerische Art und Weise nahezubringen.

Sie erläutert, dass sich auch der Vater in die tägliche Hausarbeit einbringen sollte. So ist dies nicht nur für das ausgewogene Verhältnis von Arbeit und Alltag der Eltern wichtig, sondern es setzt auch ein positives Beispiel für ihre Kinder.

All das erinnert uns an ein Bild, das vor einiger Zeit auf sozialen Medien im Umlauf war. Das Foto zeigt Jungen, die mit Puppen spielen, sie füttern und tragen.

Der Text darunter fragt mit sarkastischem Ton: Du lässt deine Söhne also mit Puppen spielen? Hast du denn keine Angst, dass sie… gute Väter werden könnten?

Gute Kindererziehung

Praktiziere horizontale Führung

Es gibt zwei Sorten der Leitung und Führung: die eine wird durch Macht ausgeübt und wird von oben nach unten ausgeführt. In der Kindererziehung basiert diese vertikale Führungsweise auf der Annahme: „Ich habe Recht, mein Kind hat Unrecht“. 

Eltern, die als vertikale Erzieher auftreten, werden schlechtes Benehmen als schandhaft verurteilen und versuchen, dieses zu eliminieren, indem sie Routinen und Bestrafungen auferlegen.

Horizontale Erziehung bedeutet hingegen, mit unseren Kindern gemeinsam zu arbeiten, Schulter an Schulter. 

Dem liegt die Idee zugrunde, nach einem Fehler die guten Absichten hervorzuheben, um das Kind zu motivieren, es beim nächsten Mal besser zu machen. Es gibt immer eine positive Seite, du musst nur danach suchen.

Wenn unsere Kinder fähig sind, aus verschiedenen Situationen zu lernen, und wir ihnen unsere Führung anbieten können, indem wir die guten Aspekte hervorheben, werden sie anfangen, ihre Verhaltensweisen bewusst zu ändern.

Tyrannisches Verhalten gegenüber Kindern führt nur zu mehr Tyrannen. Gleichgültigkeit gegenüber dem schreienden Kind führt zu gleichgültigen Erwachsenen. Nicht nur gegenüber dem Schmerz anderer, sondern auch gegenüber ihrer eigenen Existenz.

-Ferran Grau Codina-

Zeige Respekt, um Respekt zu erhalten: sei ein gutes Vorbild!

Ein Erwachsener sollte ein Kind niemals respektlos behandeln. Wenn wir Erwachsenen erlauben, respektlos zu sein, dann müssen wir dieses Verhalten auch bei Kindern akzeptieren. Niemand hat das Recht, andere ohne Respekt zu behandeln.

Auf alle Fälle sind wir Eltern, die versuchen, Kinder mit starken Werten großzuziehen.

Wenn wir ihnen beibringen wollen, ihre Mitmenschen zu respektieren, können wir sie selbst nicht respektlos behandeln, wann immer es uns Recht ist. Sollten wir es doch tun, werden auch sie später Respektlosigkeit zeigen.

Kinder imitieren häufig (wenn auch nicht immer) ihre Eltern. Daher ist es wesentlich, sie mit Respekt zu erziehen.

Erkläre ihnen stets, was genau du von ihnen in bestimmten Momenten erwartest, und sei ein gutes Vorbild: „Ich bin auch wütend, aber trotzdem verhalte ich mich nicht so“.