Die ersten 40 Tage sind sehr wichtig

· 25. März 2018
Die ersten 40 Tage nach der Geburt sind nur für euch drei: Es ist Zeit, ein Nest zu bauen, die magische Intimität und zarte Liebe zu genießen, euch kennen zu lernen und den Haut-zu-Haut Kontakt zu spüren.

Die Welt macht die ersten 40 Tage eine Pause. Alles stoppt und alles beginnt im gleichen Augenblick, denn wenige Momente sind magischer als die, in denen wir unsere Kinder nach 9 Monaten endlich in den Armen halten können.

Eines der interessantesten Bücher über das Wochenbett ist „Safe Postpartum“ von Beatrijs Smulders. Diese Autorin und gelernte Hebamme weiht uns in die Aufgaben, Szenarien und Situationen ein, die Mutter und Vater in dieser Zeit durchleben. In einer Zeit, die weit über die klassischen  ersten 40 Tage hinausgehen kann.

Wie wir in unserem Blog schon einmal erwähnt haben, kann das Wochenbett sogar ein Jahr dauern. Daher ist dieses Buch sehr realistisch darin, alle Erfahrungen zu schildern, die sehr vielfältig sind: Ängste, Emotionen, körperliche Erschöpfung, Herausforderungen, Probleme und Glück.

Klar ist, dass viele Mütter nach einer so starken physischen und emotionalen Erfahrung wie der Geburt, schnell gezwungen sind, zur Realität zurückzukehren. Die Wirklichkeit besteht aus Arbeit, Geld, Zeitplänen und Alltagsroutine, während sie lieber das intime und stille Leben mit dem Baby beibehalten würden.

Wie kombiniert man das alles? Wie kann man Bedürfnisse und Verpflichtung erfüllen? Es ist zweifellos eine komplexe und aufregende Reise. Ob wir es glauben oder nicht, die ersten 40 Tage nach der Geburt sind sehr wichtig. Weil es die Begrüßung ist, weil es unsere Zeit ist, sich an die neue Situation zu gewöhnen, uns als Mütter zu entdecken und unseren Partner als Vater.

Während der ersten 40 Tage nach der Geburt brauchst du Privatsphäre

Nach der Geburt sind viele Eltern besorgt, aber das Baby braucht nur eure Nähe um sich zu beruhigen - die ersten 40 Tage

Die ersten 40 Tage nach der Geburt gehören euch. Es ist das Territorium von Mama und Papa. Ihr beiden zusammen und das Baby bilden eine einzigartige, magische Sphäre mit intensiven Emotionen, die nur euch dreien gehören. Es macht nichts, wenn ihr für ein paar Tage keinen Besuch empfangt, das Mobiltelefon und eure Arbeitsverpflichtungen beiseite lasst. Es gibt jemanden Wichtigeres, jemanden, der dich um Aufmerksamkeit bittet, Streicheleinheiten, Essen, Liebe … Das Baby.

Es ist Zeit zu „nisten“

„Nesting“ bedeutet ein Nest zu bauen, um darin zu leben. Man kann ruhigen Gewissens ein Wort aus dem Tierreich verwenden, da die Verhaltensweisen und Ziele im Grunde die gleichen sind: Kinder aufziehen, ihnen Schutz, Wärme, Liebe und natürlich Essen geben.

  • Mama und Papa nisten zusammen mit dem Baby, um es nach der Geburt willkommen zu heißen.
  • Wir nisten, weil wir nah beieinander sein müssen.
  • Wir nisten, weil wir auf diese Weise zu Referenzfiguren für das Baby werden.
  • Wir nisten, um ruhig zu sein, um einander zu trösten, um uns in unseren neuen Rollen, in unseren neuen Bedürfnissen und Verpflichtungen zu entdecken.
  • Wir nisten zusammen, um auf uns aufzupassen: nicht nur, weil das Baby uns braucht, auch weil Mama den Papa braucht, weil sie erschöpft ist, weil ihr Körper weh tut, weil wir alle Zuneigung, Fürsorge und Aufmerksamkeit brauchen.
  • Wir nisten, um zu stillen, um das Baby dicht an der Haut zu haben, Herz an Herz.

Die beste Hilfe in diesen ersten Tagen: dein sechster Sinn

Der Mutterinstinkt ist unser bester Freund - die ersten 40 Tage

In diesen ersten 40 Tagen gibt es viele Herausforderungen zu bewältigen: Anpassung, Stillen, Nachtruhe, Nabelschnur, Schnuller, Wiege, Koliken und vor allem das Weinen.

  • Zu wissen, wie man das Weinen des Babys interpretiert, ist ohne Zweifel die erste große Herausforderung für jede Mama. Weinst du aus Hunger? Tut dir etwas weh? Liegt es an der Windel? Es ist normal, in den ersten Tagen nervös zu sein, doch nach und nach beruhigen sich die Ängste und der so genannte Sechste Sinn tritt zu Tage.
  • Fast ohne es zu bemerken, kommen wir irgendwann in diesen 40 Tagen zur Ruhe und verstehen, dass das, was unser Baby am meisten braucht, unsere Nähe ist. Wir sind uns bewusst, dass es sich in unseren Armen beruhigt und dass Stillen Entspannung bedeutet und nicht nur Ernährung.

Unser Mutterinstinkt, dieser neue Sinn, ist eine echte Superkraft, die uns vollkommen mit dem Baby auf eine Wellenlänge bringt. In diesen 40 Tagen nach der Entbindung wird es irgendwann einen schwierigen Moment geben. Aber aus anderer Perspektive gesehen, wird es eine der wichtigsten Phasen in unserem Leben sein.

Was wir vor allem brauchen, ist, einen Kreis der Intimität zu schaffen und uns als Familie einzunisten. Die Welt da draußen mit ihrer Eile, ihrem Druck, der Arbeit, Freunden und anderen Besuchern kann etwas warten. Weil diese Zeit nur uns gehört.