Selbstregulation beim Lernen nach Richard Fenker

Es gibt zahlreiche Strategien, die eine Selbstregulation beim Lernen ermöglichen, wie zum Beispiel die Methode, die der Psychologe und Professor Richard Fenker vorgeschlagen hat. Hier erfährst du alles Wissenswerte darüber!
Selbstregulation beim Lernen nach Richard Fenker

Letzte Aktualisierung: 29. August 2021

Selbstregulation beim Lernen ist die Fähigkeit eines jeden Menschen, seine Handlungen, Gedanken, Emotionen und Motivationen zu steuern, anzupassen und zu lenken, um bestimmte Ziele im akademischen Bereich zu erreichen.

Allerdings ist die Selbstregulation beim Lernen ein komplexer Prozess, der die Anwendung verschiedener Strategien zur Steuerung des eigenen Verhaltens beim Lernen erfordert. Eine dieser Strategien ist die von dem amerikanischen Psychologen Richard Fenker vorgeschlagene, die wir in unserem heutigen Artikel erörtern werden.

“Lernen ist am effektivsten, wenn es ein aktiver und kein passiver Prozess ist.

-Kurt Lewin-

Selbstregulation beim Lernen nach Richard Fenker

Der Psychologe und Professor Richard Fenker, ein renommierter Spezialist für Lernstrategiekurse, beschreibt in seinem Buch Stop Studying, Start Learning verschiedene innovative Methoden zur Leistungssteigerung beim Lernen.

Selbstregulation beim Lernen - Eine Jugendliche, die an ihrem Schreibtisch lernt.

Zu diesen Methoden gehört ein Programm zum selbstregulierten Lernen. Dieses Programm besteht aus drei einfachen Schritten:

  1. Setze dir ein klares Ziel.
  2. Kontrolliere die Lernprozesse, die notwendig sind, um das zuvor festgelegte Ziel zu erreichen.
  3. Entscheide, was zu tun ist, falls es eine Ablenkung gibt.

Nachfolgend werden wir detaillierter erklären, woraus jeder dieser Schritte besteht.

1. Setze dir ein klares Ziel

Zu Beginn der Lerneinheit ist es am besten, ein klares, konkretes und kurzfristiges Ziel festzulegen, beispielsweise das Lösen einer Reihe von Mathematikaufgaben, das Lesen eines Buches, das Erlernen des Vokabulars einer Sprache, das Schreiben einer Zusammenfassung, das Erstellen einer Gliederung und vieles mehr.

Wenn du dieses Ziel erreicht hast, kannst du, wenn nötig, ein anderes, neues Ziel festlegen, aber immer unter Angabe der zu erfüllenden Aufgabe.

“Erstens: Setze dir ein bestimmtes, klares, praktisches Ideal, ein Ziel. Zweitens: Verfüge über die notwendigen Mittel, um dein Ziel zu erreichen.”

-Aristoteles-

2. Kontrolliere die Lernprozesse, die notwendig sind, um das zuvor festgelegte Ziel zu erreichen

Außerdem musst du versuchen, die Signale deines Körpers zu erkennen und zu identifizieren und auf deinen Geisteszustand, äußere Ablenkungen, deine Motivation usw. zu achten. Und vor allem musst du darauf achten, nicht automatisch zu lesen, ohne den Text zu verstehen und dies erst nach einiger Zeit zu bemerken.

Richard Fenker nennt diesen Umstand, durch den man sich dem Lernen entzieht, den “Gotcha-Punkt”. Wenn man diesen Punkt erreicht, empfiehlt der Psychologe, den folgenden klangvollen und markanten Satz laut zu sagen:

“Gotcha! Du kommst schon wieder vom Weg ab. Komm wieder zurück auf den Pfad des Ruhmes”.

Das bringt dich wieder auf den richtigen Weg und näher an das Ziel, das du dir zuvor gesetzt hast.

Selbstregulation beim Lernen - Ein Kind liegt auf einer Couch und macht Hausaufgaben an ihrem Laptop.

3. Selbstregulation beim Lernen: Wie geht man mit Ablenkungen um?

Um die Konzentration wiederzuerlangen, reicht es oft nicht aus, den eben zitierten Satz auszusprechen. Daher musst du weitere Strategien anwenden, die es dir ermöglichen, beim Lernen aktiver zu sein, wie zum Beispiel die folgenden:

  • Veränderung der Lerntechniken, um die Aktivität bei der Aneignung von Inhalten zu erhöhen. Dies kannst du tun, indem du:
    • Unterstreichst oder Dinge hervorhebst
    • Zusammenfassungen erstellst
    • Schemata oder Mentalkarten entwirfst
    • Dir Randnotizen machst
    • Diagramme der Beziehungen zwischen den verschiedenen Textteilen erstellst
    • Vergleichstabellen anfertigst
    • Laut oder leise das wiederholst, was du lernen musst
    • Bilder oder Zeichnungen zum Thema anfertigst
    • Assoziationen mit Bildern bildest
    • Mnemotechniken anwendest
    • So tust, als würdest du jemand anderem die Lektion erklären.
  • Außerdem kannst du eine andere Aufgabe wählen, die für den Moment besser geeignet ist. Das bedeutet, dass du zu einem anderen Thema wechseln kannst, das besser zu deinem momentanen Geisteszustand passt.
  • Mache eine kurze Pause von nicht mehr als 10 Minuten und fahre dann mit der geplanten Aufgabe fort. Manchmal ist es notwendig, eine Pause zu machen, sich zu entspannen und von der Arbeit abzuschalten, um mit mehr Energie weiterzumachen.

Abschließende Gedanken über die Selbstregulation beim Lernen nach Richard Fenker

Wie du siehst, kann die von Richard Fenker vorgeschlagene Technik zur Selbstregulation beim Lernen auch für deine Kinder sehr nützlich sein. Daher wäre es doch eine gute Idee, wenn du ihnen diese Methode beibringst, damit sie während ihrer Lernzeit viel produktiver und effizienter werden. Was denkst du darüber?

Es könnte dich interessieren ...
Warum sind gute Lerngewohnheiten für Schüler so wichtig?
Ich bin MutterLies auch diesen Artikel bei Ich bin Mutter
Warum sind gute Lerngewohnheiten für Schüler so wichtig?

Während ihrer Zeit in der Grund- und Mittelschule bzw. am Gymnasium sollten Schüler gute Lerngewohnheiten entwickeln, bevor sie die Hochschule erre...



  • Fenker, R. M., Mullins, R. y Pate, J. (1984). Cómo estudiar y aprender más y mejor en menos tiempo. Madrid: EDAF.