Die Rolle der Großmutter mütterlicherseits

11. April 2018
Sie ist im Leben eines Kindes, nicht nur in emotionaler Hinsicht, sehr wichtig.

Es gibt eine besondere Verbindung zwischen der Großmutter mütterlicherseits und ihren Enkeln. Davon sind wir erst einmal nicht überrascht. Obwohl es immer wieder vorkommt, dass man kaum Kontakt zu seinen Großeltern hat oder sie selten sieht, sind wir doch unweigerlich mit ihnen verbunden.

Die Großmutter mütterlicherseits hat eine ganz besondere Rolle, denn von ihr „verlangt“ man, dass sie für ihre Enkel, mehr noch als die andere Großmutter, Verantwortung übernimmt. Sie vermittelt uns Werte und schafft es dadurch, Einfluss auf sämtliche Generationen zu nehmen.

Auch aus genetischer Sicht ist sie von großer Bedeutung, besonders für ihre weiblichen Nachkommen. Da eine Frau bereits von Geburt an entwickelte Eizellen in sich trägt, können sich mögliche Enkelkinder auch im Körper ihrer Großmutter befunden haben. Lässt sich die außergewöhnliche Beziehung zu unserer Großmutter mütterlicherseits wissenschaftlich erklären?

Wie erklärt die Wissenschaft die Bedeutung der Großmutter mütterlicherseits?

Nach der Theorie des chilenischen Schriftstellers Alejandro Jodorowsky ist es völlig gleich, wie viele Kindheitserinnerungen du an deine Großmutter mütterlicherseits hast. Durch die Gene bist du mit ihr verbunden. Gehen wir nach diesem Ansatz, müssen wir sorgfältig prüfen, wie sich dieser Einfluss auf ein Kind auswirkt.

Gene der Großmutter mütterlicherseits

Offensichtlich ist das genetische Gut, das von der Mutter auf das Kind übertragen wird, direkt mit der Großmutter verbunden. Von allen Großeltern ist sie diejenige, die am meisten am Erbe beteiligt ist. In Sachen Gene scheinen die Generationen nicht direkt aufeinanderzufolgen, sondern einige zu überspringen. Daher ist es möglich, dass bestimmte Kinder eher wie ein Großonkel oder Urgroßvater aussehen als wie ihre eigenen Eltern.

Die Ähnlichkeit ist möglicherweise nicht sichtbar, hat aber auf der genetischen Ebene definitiv ihre Spuren hinterlassen. Manchmal ist diese Spur wahrnehmbar. Dies kann sich beispielsweise in Form eines Leberflecks, der Augen oder der Art, wie man geht zeigen. Es gibt aber auch innere Merkmale, wie zum Beispiel die Eigenschaften von Knochen, Muskeln oder vielleicht auch eine Krankheit.

Wie zu vermuten ist, haben bestimmte Aspekte nichts mit der Erziehung zu tun. Es ist nicht so, dass unser Sohn sich den gleichen Aktivitäten widmet, die er durch seine Großmutter mütterlicherseits kennengelernt hat, es geht vielmehr darum, dass sie ihm diese vererbte. Und ja, die Wissenschaft hat eine Erklärung. In diesem Fall lautet sie, dass die Enkel sich bereits im Unterleib ihrer Großmutter befunden haben.

Bei der Bildung des Fötus im Mutterleib erhält dieser viel biologisches Material von der Mutter. Obwohl beide Elternteile zu 50 % an der Bildung des Embryos beteiligt sind, muss er von der Mutter ernährt werden, um sich weiterzuentwickeln. Ist die Teilnahme des Vaters also beendet, liegt das weitere Handeln bei der Mutter.  

Großmutter mütterlicherseits im wahrsten Sinne des Wortes

Enkelkind küsst Großmutter

Wenn die DNA also besagt, dass die Großmutter sich an der genetischen Entwicklung ihrer Enkel auf irgendeine Weise beteiligt, dann kann sie ihre Eigenschaften auf das Enkelkind übertragen. Jodorowsky erklärt jedoch, dass nicht nur physikalische Eigenschaften vererbt werden. Anscheinend kann die Großmutter mütterlicherseits ihre emotionalen Erfahrungen auch vererben.

Die Eizelle, aus der dein Kind geboren wurde, trägt die Gene deiner Mutter in sich. Alle deine Kinder haben unvermeidlich das gleiche genetische Material. 

Der Autor Jodorowsky beschreibt, dass als deine Mutter mit dir schwanger war, ihre Gefühle sich auf dich übertrugen und du diese möglicherweise an deine zukünftigen Kinder weitergibst. Dieser emotionale Einfluss kann somit auch noch in der zweiten Generation weiter bestehen. 

Wie wir wissen ist die Information der mitochondrialen DNA, also diejenige, die von der Mutter kommt, im Moment der Embryobildung größer. Dem Sperma des Vaters fehlt diese Art von Information. Das bedeutet, dass die Großeltern väterlicherseits nicht weiter eingreifen. Trotzdem schätzen einige genetische Studien, dass die DNA-Merkmale des Vaters in Bezug auf die Vererbung wesentlich dominanter sind.

Aus diesem Grund ist die Großmutter mütterlicherseits von einem eher sentimentalen Standpunkt aus, viel stärker mit der Schwangerschaft, der Geburt und der Erziehung ihrer Enkelkinder verbunden. Die Bedeutung ihrer Rolle ist für die meisten unbestreitbar. Vielleicht wissen wir nicht, was wir von unseren Großmüttern geerbt haben, aber ihre Präsenz ist für unser Leben sehr wertvoll.

 

Auch interessant