Wenn Kinder nicht spielen

· 2. Dezember 2018
Heutzutage haben Kinder immer weniger Möglichkeiten zu spielen. Sie haben oft einen vollen Terminkalender und stehen oft unter Stress.

Schule, Sportveranstaltungen, Sprachen lernen, Tanzen, Kampfsport, Musik und viele andere Aktivitäten füllen den Alltag unserer Kleinen. Sie kommen erschöpft nach Hause und wollen nicht spielen oder haben keine Zeit dazu.

Dabei darf man nicht vergessen, dass Spielen auch Lernen bedeutet. Die Spielzeit ist für die Entwicklung eines Kindes grundlegend! 

Was passiert, wenn Kinder nicht spielen?

1. Wenig Kreativität und Fantasie

Kreativität ist in allen Lebensbereichen grundlegend. Sie ist der Schlüssel, mit dem wir Probleme lösen und verschiedene Situationen bewältigen können. Die Welt, die Kinder erschaffen, wenn sie spielen, ist für sie in diesem Augenblick real.

Durch Spiele entsteht bei Kindern Kreativität. Es hat sich gezeigt, dass zu wenig Spielzeit bei Kindern die Fähigkeit hindert, originelle Gedanken zu entwickeln.

Nicht spielen: Junge sitzt auf Treppe

2. Mangel an Autonomie und Unabhängigkeit

Wenn Kinder aufwachsen, müssen sie aufhören, sich vollständig auf ihre Eltern zu verlassen und Autonomie entwickeln.

Das Spielen ist grundlegend dafür, denn dabei treffen Kinder Entscheidungen und lösen Probleme. Zudem handeln sie, ohne dass ein Erwachsener ihnen sagt, was sie tun sollen. Die Spielzeit bringt ihnen Unabhängigkeit.

Kinder die nicht oder zu wenig spielen, sind oft unsicher und weniger selbständig.

3. Schüchternheit

Kinder, die in jungen Jahren nicht spielen, sind in der Regel schüchtern und verunsichert. Deshalb bezweifeln sie alles, was sie tun und schämen sich für jede Situation, der sie ausgesetzt sind.

Oft ist diese Scheu das Produkt von Eltern, die dem Kind immer sagen, was sie zu tun sollen. Zudem tadeln sie das Kind unmittelbar, wenn etwas nicht gut läuft.

In diesen Fällen haben die Kinder nicht den Freiraum, frei zu spielen, ihre Energie abzubauen, ihr Potenzial zu zeigen oder ihre Talente zu entdecken.

Es fehlt ihnen das Experimentieren und die Möglichkeit zu fühlen, dass sie alles erreichen können, was sie wollen.

Es ist notwendig, dass die Familie versteht, dass Spielzeit Lernen bedeutet und dass die Zeit, die ein Kind spielt, grundlegend für die Entwicklung ist.

4. Schwierigkeiten mit anderen

Spielen trägt zur Entwicklung sozialer Fähigkeiten bei. Die meisten sozialen Fähigkeiten, die ein Mensch benötigt, um im Leben erfolgreich zu sein, werden in der Spielzeit in der Kindheit erworben.

Beim Spiel lernen sie, sich selbst zu kontrollieren, zu verhandeln, als Team zu arbeiten, abzuwarten und zu teilen. Wenn sie diese Möglichkeit nicht haben, isolieren sich die Kinder.

5. Unreife emotionale Entwicklung

Spielzeit ist essentiell für die emotionale Entwicklung von Kindern. Imaginäre Spiele sind grundlegend, da Kinder viel über sich selbst lernen und ihre Emotionen ohne Einschränkungen projizieren können.

Sie stellen sich vor, Hindernisse und Ängste zu überwinden und in Risikosituationen zu gewinnen. Auf diese Weise werden die Fantasien zu wahren Erfahrungen, die sie bereichern.

Im Spiel fühlen sich Kinder mächtig und unabhängig, und genau das begünstigt ihre emotionale Stabilität.

Nicht spielen: Junge denkt nach

6. Schlechtes Verhalten

Bei vielen Gelegenheiten ist das schlechte Benehmen eines Kindes eine Folge davon, dass es nicht spielen konnte. Während des Spiels bauen Kinder Spannung ab. Es hat eine kathartische Funktion. Wenn Kinder nicht spielen, muss die Spannung auf andere Weise abgebaut werden.

Psychologen sind alarmiert: Computerspiele setzen viele Grenzen und bieten wenig Bereicherung. Obwohl Videospiele eine Ergänzung sein können, ist freie Spielzeit ohne feste Regeln grundlegend.

Im Idealfall sollte  ein Kind sowohl alleine, als auch in der Gruppe spielen können.