Humaner Kaiserschnitt – Was ist das?

· 8. November 2018
Bis vor kurzem wurden Mütter beim Kaiserschnitt von ihren Kindern getrennt. Ein humaner Kaiserschnitt ermöglicht jedoch das Zusammensein von Mutter und Kind. 

Hast du einen Kaiserschnitt geplant? Das bedeutet nicht, dass die Magie der ersten Begegnung mit deinem Neugeborenen fehlen muss. Das Stichwort ist humaner Kaiserschnitt, den wir im Folgenden erläutern.

Jede Geburt ist ein einzigartiger und nicht wiederholbarer Moment: Mutter und Baby haben endlich die Möglichkeit, sich zu treffen und nach so vielen Monaten des Wartens mit Haut und Haar in Kontakt zu kommen.

Bis vor kurzem wurden Mütter beim Kaiserschnitt von ihren Kindern getrennt. Ein humaner Kaiserschnitt ermöglicht jedoch das Zusammensein von Mutter und Kind. 

Jede Frau möchte die Mutterschaft von Geburt an genießen. Und das ist es, was in Krankenhäusern erlaubt ist, in denen dieser chirurgische Eingriff human durchgeführt wird.

Um das Wohlbefinden der Frau und des Babys zu gewährleisten, kann die Mutter ihr Baby sogar in der ersten halben Stunde nach der Geburt stillen.

Kaiserschnitt planen

Wenn du einen Kaiserschnitt planst und es dir egal ist, deinen Bauch offen zu sehen, kannst du darum bitten, dass der Vorhang nicht im Weg ist, damit du diesen unvergesslichen Moment genießen kannst.

Bitte um eine geringere Sedierung: Viele Mütter, die ihre Kinder so bekommen, erinnern sich wegen der Auswirkungen der Narkose nicht an den Moment.

Du musst einen Arm frei von Infusionen haben, damit du dein Kleines umarmen kannst (leg das Kind auf deine Brust in der Nähe deines Herzens), damit es sich geschützt fühlt. Viele Länder setzen diese neue Praxis bereits seit mehreren Jahren um.

Ein Beispiel dafür ist das Programm „humaner Kaiserschnitt“, das der Gynäkologie- und Geburtshilfe-Service des Infanta Elena de Valdemoro Universitätsklinikums in Madrid 2016 gestartet hat.

Derzeit unterziehen sich Hunderte von Frauen einem Kaiserschnitt, um ihre Babys zu bekommen. Leider werden immer noch viele Mütter direkt nach der Geburt von ihren Kindern getrennt.

Humaner Kaiserschnitt: Es ist wichtig, dass die Mutter  nicht allein ist

Humaner Kaiserschnitt ist besser für Mutter und Kind

Im Idealfall wird der Vater die Geburt seines Kindes miterleben. Sollte das aber nicht möglich sein, sollte ein enger Familienangehöriger oder Freund die Mutter begleiten dürfen, damit sie sich nicht allein fühlt. Dies hilft, ihr Stressniveau zu senken.

Es hat sich gezeigt, dass Frauen, die sich einem Kaiserschnitt unterziehen, eher an einer postpartalen Depression leiden.

Der erste Hautkontakt mit dem Baby, vor seiner Reinigung und Kontrolle, reguliert seine Temperatur und Herzfrequenz. Es wird aufhören zu weinen, wenn es die Stimme seiner Mutter hört, und sich glücklich und ruhig fühlen.

Häufig bestimmt der Arzt wegen der körperlichen Verfassung der Mutter, ob ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss. Mit einem geplanten Kaiserschnitt ist alles rund um die Geburt besser organisiert.

Wenn der Geburtshelfer unerwartet die Operation ankündigt und keine Zeit bleibt, sich entsprechend vorzubereiten, muss schnell gehandelt werden. Ein humaner Kaiserschnitt ist dennoch möglich, um die Geburt wesentlich sanfter zu gestalten.

Ein gesetzlich anerkanntes Recht

Humaner Kaiserschnitt

In Spanien gibt es ein Netzwerk von Frauen und Fachleuten. Es stellt den Müttern audiovisuelles Material und aktuelle wissenschaftliche Artikel zur Verfügung.

Diese Vereinigung heißt Delivery Is Our Association. Ihr Ziel ist es, Frauen nach Kaiserschnitt und traumatischen Geburten psychologisch und rechtlich zu unterstützen.

Worauf du ein Recht hast:

  • Alle Informationen über den Zweck und die Art jeder Maßnahme, ihre Risiken und Folgen zu kennen.
  • Eingriffe müssen von der Frau in den Wehen akzeptiert werden. Das Fehlen einer Zustimmung ist an sich schon ein moralischer Verlust, für den du entschädigt werden kannst. Es ist dein gutes Recht, Entscheidungen über die eigene Gesundheit und den eigenen Körper zu treffen.
  • Das Recht, die Art der Behandlung zu wählen, kann in einem Geburtsplan festgelegt werden. Dieser wird dem Krankenhaus im Voraus zur Aufnahme in die Krankenakte vorgelegt.
  • Obwohl die Anwesenheit eines Begleiters während der Wehen und der Geburt nicht in der Charta der Patientenrechte enthalten ist, erwägt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) diese Möglichkeit im Interesse des psychologischen Wohlergehens der Mutter (auf der Konferenz von Peking anerkannt).
  • Deine Rechte und die deines Babys sind in der Erklärung der Menschenrechte und dem jüngsten Grundgesetz zur Regelung der Autonomie des Patienten (LBRAP) verankert. Es gewährt dir Rechte und Pflichten in Bezug auf Informationen und klinische Dokumentation.
  • Zu guter Letzte legt die vom Europäischen Parlament (1986) ausgearbeitete Charta der Rechte des Kindes das Recht fest, so lange wie möglich in Begleitung seiner Eltern zu bleiben.

Bereite dich darauf vor, dein Baby schnell kennenzulernen; es wird zweifellos der schönste Moment deines Lebens sein.