Folgen von Kaiserschnitten auf die Evolution

· 25. September 2018
Frauen mit einer sehr schmalen Hüfte hätten vor 100 Jahren die Geburt nicht überlebt. Heutzutage können sie es und geben die Gene für schmale Hüften an ihre Töchter weiter.

Diese Aussage stammt von Philipp Mitteroecker, einem von vielen Wissenschaftlern, die sich mit evolutionären Folgen von Kaiserschnitten auf den weiblichen Körper beschäftigt haben.

Der Experte stellt klar, dass diese Studie der evolutionären Folgen von Kaiserschnitten diesen medizinischen Eingriff nicht kritisiert. Es geht rein darum, evolutive Folgen aufzuzeigen.

Bevor es Kaiserschnitte gab, wurden die Gene für schmale Hüften nicht von Müttern an ihre Töchter weitergegeben, da beide bei der Geburt verstorben wären.

Heutzutage können dank dem Kaiserschnitt auch Frauen mit schmalen Hüften gebären und geben diese Gene an ihre Töchter weiter.

Daher kommt eine im Journal Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass dieses weit verbreitete Verfahren einen Einfluss auf die menschliche Evolution hat.

Evolutionäre Auswirkungen von Kaiserschnitten auf den weiblichen Körper

Folgen von Kaiserschnitten

Forschern bestätigen, dass es immer mehr Fälle gibt, in denen ein Baby nicht durch den Geburtskanal passt. In den 60er Jahren passten 30 von 1000 Babys nicht durch den Geburtskanal. Heute ist diese Zahl auf 36 von 1000 gestiegen.

Die österreichischen Wissenschaftler dieser Studie glauben, dass dieser Trend weiterhin steigen wird, jedoch nicht bis zu dem Punkt, an dem die natürliche Geburt überholt wird.

„Ohne diesen modernen medizinischen Eingriff waren solche Probleme oft tödlich. Aus einer evolutionären Perspektive handelt es sich um natürliche Selektion.“ Dies wurde auch von Mitteroecker bestätigt, der Mitglied des Instituts für Theoretische Biologie an der Universität Wien ist.

Die evolutionären Folgen von Kaiserschnitten:  schmale Taille und große Babys

Die Wissenschaftler gingen in dieser Studie der Frage nach, warum sich die menschliche Taille über die Jahre nicht vergrößert hat.

Der Kopf eines menschlichen Babys ist im Vergleich zu anderen Primaten relativ groß. Daher ist der Prozess der Geburt schwieriger, als er es beispielsweise bei Schimpansen ist.

Die Forscher haben ein mathematisches Modell entwickelt, welches Daten verwendet, die von der Weltgesundheitsorganisation und anderen wichtigen Studien über Neugeborene zur Verfügung gestellt wurden.

Wie ein von der BBC veröffentlichter Artikel bestätigt, widerlegen die Ergebnisse der Daten die Kraft der Evolution.

Einerseits gibt es eine Tendenz zu größeren und stärkeren Babys. Andererseits jedoch bleiben Babys, die zu groß gewachsen sind, während der Geburt stecken.

In der Vergangenheit hätte dies zum Tode von Mutter und Kind geführt. Daher wären die Gene der Mutter in der nächsten Generation nicht übernommen worden.

„Der Trend zu kleineren Babys verschwindet im Rahmen der Selektion durch den vermehrten Einsatz von Kaiserschnitten“ Dr. Mitteroecker.

Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass Kaiserschnitte einen doppelten evolutionären Effekt haben. Erstens gibt es vermehrt Frauen, deren Körper eine nicht für eine natürliche, vaginale Geburt geeignet ist.

Gleichzeitig steigt jedoch die Anzahl größerer und gesünderer Babys. Diese Babys haben sehr gute Chancen, zu überleben und stark und gesund zu werden.

„Die Freude einer Mutter setzt ein, sobald sich neues Leben in ihr regt, wenn man den winzigen Herzschlag das erste Mal hören kann und wenn ein verspielter Tritt sie daran erinnert, dass sie nie alleine ist“
-Unbekannter Autor-

Kaiserschnitt: Ein wachsender Trend

Folgen von Kaiserschnitten

Aus Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht hervor, dass die Anzahl von Geburten mit Kaiserschnitt ab 1985 nicht mehr als 10 bis 15% aller Geburten beträgt.

Doch in manchen Ländern werden mehr Kaiserschnitte als vaginale Geburten ausgeführt. Die Tendenz ist steigend, nicht nur in der Ersten, sondern auch in der Dritten Welt.

Die WHO teilt die Meinung, dass Kaiserschnitte immer dann ausgeführt werden sollten, wenn dies notwendig ist. Es geht nicht darum, sie einzuschränken, um einen bestimmten Prozentsatz nicht zu überschreiten.

Kaiserschnitte sind dadurch gerechtfertigt, dass sie aus medizinischer Sicht die Sterblichkeit verringern.

Anscheinend bringt ein Kaiserschnitt ohne medizinische Rechtfertigung jedoch weder für Frauen noch für ihre Babys irgendwelche Vorteile.

Kaiserschnitte sind, wie auch jeder andere operative Eingriff, mit Kurz- und Langzeitrisiken verbunden. Die Folgen von Kaiserschnitten können Jahre anhalten und das Leben von Mutter und Kind sowie zukünftige Schwangerschaften beeinflussen.