Träumen Babys?

· 7. Februar 2019
Wie Erwachsene von ihren persönlichen Erfahrungen oder Wünschen träumen, erleben auch Babys eine eigene Traumwelt. Sie können dabei ihre emotionalen und sensitiven Erfahrungen verarbeiten und entwickeln. 

Dein Kind bewegt während des Schlafens seine Augen und runzelt sogar die Stirn? Oder es lacht manchmal, ohne dabei aufzuwachen? Dann stellst du dir sicher die Frage, ob Babys träumen. 

Ja, auch Babys haben Träume. Aus einer Studie, in der Untersuchungen mit Elektroenzephalografien (EEG) durchgeführt wurden, konnte ein Teil der faszinierenden Traumwelt von Babys entdeckt werden.

Zwar wurde darin festgestellt, dass Säuglinge träumen, doch noch konnte nichts über den Inhalt dieser Träume erforscht werden, was natürlich besonders interessant wäre. Ob sie wohl von ihren täglichen Erfahrungen träumen?

Auch Babys träumen… doch warum?

Träume sind mentale Bilder, Geräusche, Gedanken und Empfindungen, die wir während des Schlafens erleben und die oft mit der Wirklichkeit in Bezug stehen. Viele Erwachsene vergessen ihre Träume, auch wenn die meisten jede Nacht Traumbilder sehen.

Wie ist das bei Babys? Was träumen sie?

Auch im Schlaf schaltet der Säugling nicht ab, das heißt er ist im Ruhezustand nicht völlig inaktiv. Während des Schlafes arbeitet das Gehirn, um tagsüber erhaltene Information zu verarbeiten. 

Wie Erwachsene von ihren persönlichen Erfahrungen oder Wünschen träumen, erleben auch Babys eine eigene Traumwelt. Sie können dabei ihre emotionalen und sensitiven Erfahrungen verarbeiten und entwickeln. 

Entdecke auch diesen Beitrag: Das Lächeln deines Babys: ein wichtiger Überlebensinstinkt

Die Träume des Neugeborenen

Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass Babys bereits im Mutterbauch träumen. Denn sie werden von Geräuschen und Lichtern von der Außenwelt beeinflusst, haben sonst jedoch nur wenige Erfahrungen in der Gebärmutter.

Es konnte festgestellt werden, dass die kleinen Bauchbewohner im Alter von 7 Monaten oder auch schon früher in der REM-Phase (Rapid Eye Movement) Träume erleben, in denen sie sensitive Erfahrungen verarbeiten.

träumen Babys?

Auch interessant: 3 Tricks, damit dein Kind in seinem Bett schläft

Charles Pollak, Leiter des Medizinischen Zentrums des Weill Cornell Hospitals (New York) geht davon aus, dass Neugeborene die REM-Phase experimentieren und darin Emotionen erfahren.

In diesem Zustand, in dem sich die Augen von links nach rechts und auch von unten nach oben bewegen, finden die meisten Träume statt. Dies kann man während des Schlafes des Babys beobachten. Doch leider ist es unmöglich herauszufinden, was die Kinder träumen.

„Wir gehen davon aus, dass Babys kindliche Träume haben, doch wir wissen nicht genau, wie diese aussehen. Wir können das nicht erforschen“, erklärt Pollak, der außerdem darauf hinweist, dass Neugeborene längere REM-Phasen als Erwachsene experimentieren und in dieser Zeit das Gehirn sehr aktiv ist. 

Empfindungen oder Erlebnisse?

Aus den Forschungen leiten Wissenschaftler ab, dass die Träume Neugeborener insbesondere aus Empfindungen bestehen. Dazu gehören auch Texturen, Gerüche, der Geschmack der Muttermilch, die Wärme des Bades oder Kälte beim Wechseln der Kleidung. 

Doch diese Träume, die elementar und diffus aussehen, werden mit zunehmendem Alter des Kindes immer ausführlicher. Mit ungefähr 18 Monaten kann man bereits mehr über die Traumwelt des Kindes erfahren, wenn es bereits einige Worte sprechen kann.

Doch trotzdem fehlt es uns an genaueren Informationen, denn in diesem Alter können Kinder noch nicht genau zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden. Es handelt sich für sie um eine weitere Erfahrung, die sie meist mit Ereignissen des Alltags mischen.

Kind im Bett

Mit der Zeit lernt das Kind, die Realität vom Traum zu differentzieren und es entstehen Traumwelten mit Bildern und einfachen und kurzen Situationen. Mit ungefähr drei Jahren träumt des Kind dann bereits kompliziertere Geschichten, in denen es sich selbst wiedererkennt. 

Haben Babys auch Albträume?

Nein, Neugeborene haben im Normalfall keine Angstträume, denn sie führen in der Regel ein angenehmes Leben. Albträume entstehen meist im Zusammenhang mit Dunkelheit, Monster, Verlustängsten und der Furcht verlassen zu werden oder sich zu verlieren. 

Diese Art von Träumen lassen Kinder nachts oft aufwachen. Sie erschrecken und haben Angst, denn sie können sich genau an das Geträumte erinnern. 

Ab ungefähr fünf Jahren wird dein Kind zu einem Beobachter seiner Träume. Es ist jetzt nicht mehr der Hauptdarsteller. Dabei experimentiert es neue Gefühle, Emotionen und Sprache. 

Träume helfen dir, dich zu erholen, zu lernen und deiner Vorstellungskraft Flügeln zu geben. Mach dir keine Sorgen, wenn du die schnelle Augenbewegung deines Babys siehst oder du beobachtest, dass es sein Gesicht verzieht. Es hat wahrscheinlich gerade einen angenehmen Traum.

  • Christos, G. A. (1995). Infant dreaming and fetal memory: A possible explanation of sudden infant death syndrome. Medical Hypotheses. https://doi.org/10.1016/0306-9877(95)90172-8
  • Staunton, H. (2001). The function of dreaming. Reviews in the Neurosciences. https://doi.org/10.1515/REVNEURO.2001.12.4.365
  • Zulley, J., & Hajak, G. (2005). Grundlegendes wissen über den schlaf. Verhaltenstherapie. https://doi.org/10.1159/000089184
  • Wiegand, M. (2018). Neurobiologie des Träumens. Schlaf. https://doi.org/10.1055/s-0038-1641703